24. Januar 2009

Marktkommentar Big Banks – too big to bail

Zu groß, um vom jeweiligen Staat noch gerettet werden zu können

Das neue Jahr bringt eine Verschärfung der Bankenkrise, speziell bei den Großbanken. In den USA hängen Citigroup und Bank of America ganz massiv in den Seilen, in Deutschland musste die Commerzbank durch Teil-Verstaatlichung in letzter Minute gerettet werden. Um Joe Ackermanns Deutsche Bank sieht es auch nicht gut aus. In Großbritannien stehen die meisten Großbanken vor der Verstaatlichung, oder sie wurden bereits verstaatlicht.

Hier eine Liste der Aktienverluste der Großbanken aus Bill Murphys Gold-Tageszeitung „Midas“: Bank of America minus 77 Prozent, Wells Fargo Bank minus 60 Prozent, Citigroup minus 39 Prozent, JP Morgan Minus 58 Prozent, Barclays minus 42 Prozent, Deutsche Bank minus 52 Prozent.

Das sind wohlgemerkt die Kursverluste alleine in den ersten 20 Tagen des Jahres 2009. Dabei haben sie 2008 schon massiv verloren. Die Aktienkurse von Banken sagen sehr viel über deren „Gesundheit“ aus. Kurz vor dem Bankrott oder der Not-Übernahme fallen sie drastisch. Aus den Zahlen ist also klar zu sehen, dass sich die westlichen Großbanken gerade im Todeskampf befinden. Mit dem Ableben oder der Verstaatlichung ist jederzeit zu rechnen.

Banken-Verstaatlichungen bringen den Staat um

Was letztes Jahr in Island zu sehen war, spielt sich nun als gleiches Drama in Großbritannien ab. Das Pfund stürzt ab, die Banken wackeln alle. Inzwischen wird vor dem Staatsbankrott gewarnt. Die Investor-Legende Jim Rogers empfiehlt allen Briten, das Geld außer Landes zu bringen und aus dem Pfund zu flüchten.

Wenn die britische Regierung alle Banken verstaatlicht, dann stehen 61 Milliarden US-Dollar Devisenreserven des Landes 4.400 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden der Banken gegenüber – alle Schulden der Banken sind dann Staatsschulden. Das kann natürlich nicht aufgehen. Vermutlich wird der britische Staat als einer der nächsten untergehen. Das britische Pfund stürzt wie in solchen Fällen üblich bereits ab.

Zu groß, um gerettet zu werden

Hier sieht man deutlich, dass die Großbanken eigentlich „too big to bail“, also zu groß sind, um vom jeweiligen Staat gerettet werden zu können. Die Banken nehmen im Fall einer staatlichen „Rettung“ den Staat selbst mit. In der Euro-Zone gibt es auch schon einige Staaten vor dem Untergang, wie Irland oder Griechenland. Selbst Deutschland hat bereits Probleme, Staatsanleihen abzusetzen. Die kommende Großbanken-Krise wird daher auch eine Überlebens-Krise der Staaten und Währungen werden.

Die Rettungsboote Gold und Silber werden sehr bald gebraucht – speziell im Euro-Raum.

Information

Die aktuellen Marktkommentare von Walter K. Eichelburg erscheinen zweiwöchentlich im Rohstoff-Spiegel und auf ef-online. Eichelburg ist Consultant und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er kann unter walter@eichelburg.com erreicht werden. Er betreibt die Gold-Website Hartgeld. Dieser Artikel ist als völlig unverbindliche Information anzusehen und keinerlei Anlageempfehlung. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.


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