02. April 2009

Europäische Räteunion Geschlechtsgerechter Sprachgebrauch

Übersetzer sollen auf Genderwelsch geeicht werden

Dass die Räte der EU die kommunistische Idee der Gleichschaltung aller Menschen noch viel konsequenter vorantreiben als seinerzeit die Ideologen der Union der sozialistischen Räterepubliken (UdSSR), lässt sich am deutlichsten anhand der Umtriebe der EU-Genderbürokraten erkennen: Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ hatte eine hochrangige Arbeitsgruppe unter der Leitung von acht Vizepräsidenten sich mit "der Anleitung für eine geschlechtergerechte Sprache" beschäftigt. Heraus kam eine 18-seitige Broschüre mit Anweisungen an die Heerscharen der überbezahlten EU-Sprachmittler, die übrigens selbst als „Hilfsübersetzer“ mit einem Einstiegsgehalt von etwa 5000 Euro rechnen dürfen.

In der Broschüre für „geschlechtergerechten Sprachgebrauch“ lernen die EU-superstaatstragenden Übersetzer, wie sie diskriminierende Hinweise auf das biologische Geschlecht einer Person peinlichst genau vermeiden können. Sammelbegriffe wie „Lehrer“ oder „Polizisten“ sind zum Beispiel dann diskriminierend, wenn sich unter den Versammelten auch eine Person mit zwei X-Chromosomen befindet. Es soll daher grundsätzlich von „Lehrkräften“ oder „Polizeikräften“ die Rede sein. Völlig Autobahn sind natürlich auch deutsche Wörter wie „Fachmann“ oder „Staatsmann“. Außerdem sollen „sexistische“ Hinweise auf den Familienstand von Frauen vermieden werden, so dass „Madame“, „señorita“ oder „Frau“ fürderhin tabu sind, was unter anderem auch für Kanzlerkräfte gilt. Hier hatte bereits das Satiremagazin „Titanic“ vor mehreren Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und unsere oberste Staatsmännin genderkorrekt „das Merkel“ getauft.

Der nächste Schritt wäre nun die Bildung einer EU-Familienplanungskommission, die in jahrelanger uneigennütziger Kleinarbeit eine Broschüre für angehende Elternteilkräfte mit Hinweisen für geschlechtergerechte Vornamen erstellt. Hier war ein anderes Satiremagazin im Jahre 2003 noch visionärer als die „Titanic“, nämlich die mittlerweile leider etwas eingeschlafene „Gustloff“:

„Als einen Meilenstein auf dem Weg zur Gender-Gerechtigkeit bezeichnete EU-Gleichstellungsbeauftragte Johanna Trittin die EU-Rechtsnovelle zur Namensgleichheit. Demnach haben sämtliche europäischen Vornamen ab dem 1.1.2026 als genderneutral zu gelten. Denn noch immer ist es bei vielen Familien unselige Tradition, bei der Namensgebung genderspezifisch zu diskriminieren. So weigerten sich viele Eltern, entgegen den Emfpehlungen der Schwarzer-Kommission ihren Kindern mit Y-Chromosom "weibliche" Vornamen wie Adelheid, Anna, Carmen oder Renate zu geben.“

Internet:

Artikel in „Die Welt“ vom 31.03.2009

Artikel im „EU-Kurier“ vom 23.03.2023


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Naomi Braun-Ferenczi

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