08. Mai 2009

VEB Opel Der Traum vom neuen Wartburg

Wird auch der kompostierbare Trabi noch kommen?

Sollte die Automarke Opel den absehbaren Konkurs seiner „Muttergesellschaft“ General Motors überleben, dann sicher nur mit massiver finanzieller Unterstützung durch den Staat. Schon ist die Rede von der Zukunftsperspektive „VEB Opel“. Dazu passt die jetzt von „Auto BILD“ verbreitete Meldung, GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster erwäge, am Opel-Standort Eisenach eine Billig-Version des „Corsa“ unter dem Namen des legendären DDR-Funktionärs-Zweitakters „Wartburg“ zu produzieren. Der technisch abgespeckte Corsa solle für 7.000 Euro angeboten werden, um dem von Renault mit großem Erfolg vertriebenen rumänischen Billig-Auto „Dacia Logan“ Konkurrenz zu machen. Für Forster ist der Vorschlag fürs erste sicher nicht mehr als ein potenzieller Trumpf in den zähen, stark von der großen Politik beeinflussten Verhandlungen über ein eventuelles Zusammengehen von GM-Europe entweder mit dem italienischen Fiat-Konzern oder mit dem kanadischen Automobilzulieferer Magna, der mit russischen Investoren zusammenarbeitet. Insbesondere im Rahmen der zuletzt genannten Alternative erscheint ein Ostalgie-Produkt „Warburg“ durchaus nicht als abwegig. Schließlich lädt die Erfolgsgeschichte des „Rotkäppchen“-Sekts zur Nachahmung ein. Sollte der „Wartburg“ ein Renner werden, läge es nahe, noch weiter zu gehen und eine politisch korrekte Version des „Trabi“ ins Auge zu fassen. Statt aus lackierter Press-Pappe aus dem VEB Plaste & Elaste könnte dieser dann aus kompostierbarem Bio-Kunststoff hergestellt werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – vorausgesetzt, sie beschäftigt sich mit „kohlenstoffarmen“ (auf altdeutsch: wenig werthaltigen) technischen Lösungen.

Internet

Opel plant Comeback der DDR-Marke Wartburg


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