Lion Edler

Lion Edler, Jahrgang 1987, studiert in Berlin und arbeitet nebenher als freier Journalist.

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ARD-Krimis: Tatort Volkspädagogik

von Lion Edler

Der Mörder ist immer der „Rechte“?

20. Juli 2009

Die ARD brachte gestern gleich zwei Kampf-gegen-Rechts-Krimis hintereinander: Auf den,“Tatort“, der sich mit rechtsextremen Gewalttaten befasste, folgte der Spielfilm ,,Der Novembermörder", in welchem sich die Tochter einer Kommissarin in einen ,Skinhead verliebt.

Natürlich ist es bezeichnend, dass man sich auch hier nicht die Mühe macht, zwischen ,,rechts“ und ,,rechtsextrem“ zu unterschieden, geschweige denn zwischen dem Verzicht auf eine Haartracht und einem politischen Bekenntnis. Auch sonst zeigte dieser weitere GEZ-Gehirnschlag, wozu ,,ihr gutes öffentliches Recht" gut ist, nämlich jedenfalls nicht für Rechts. Ein Polizeianalyst redet voller Abscheu über einen Rechtsextremen, denn dieser ,,erzählt den Leuten was von nationaler Identität und Ende der Schuld, als ob diese Schuld jemals enden kann.“ Als „der Rechte“ dann gegenüber der Kommissarin davon spricht, es sei ,,eine neue Zeit“ angebrochen, kontert diese: Wenn eine neue Zeit angebrochen wäre, dann wäre kein Platz für diese ,,gestrigen“ Ideologien.

Dank ARD-Volkserziehung wissen wir nun, dass jeder, der den Fortschrittswahn nicht mitmachen will und das Gestrige hochhält, zu verachten ist und dass solche Positionen natürlich nur von Rechtsextremisten kommen. Die Rolle der Guten übernehmen in den Krimis die hübsche Sängerin „Dana“ sowie die engagierte Kommissarin (KommissarIN natürlich vor Allem!). Letztgenannte vermutet schon früh einen rechtsextremen Hintergrund, während der vertrottelte Kollege (Mann!) das Problem nicht wahrhaben will und skeptisch gegenüber einem politischen Hintergrund bleibt. Außerdem hält er der Frau vor, sie habe wohl früher mit den Linken ,,einen durchgezogen“. So sind sie halt, diese rechtskonservativen männlichen A…. Voller Vorurteile, und jeden Linken stigmatisieren sie sofort als Hippie. Und die Polizei? Sie nicht in der Lage, die Sängerin Dana in einer Gefährdungs-Situation vor Neonationalsozialisten zu schützen, weil dafür das Personal fehlt. Da müssen Politiker beim Anschauen solcher Sendungen gleich ein schlechtes Gewissen bekommen, dass im Fall Mannichl die Sonderkommission aus lausigen 50 Mann bestand und nicht aus 500, wie es einzig statthaft wäre für ein demokratisches Land, welches sich der braunen Pest erwehren muss. Es fehlte nur der Hinweis, dass die mangelnde staatliche Unterstützung von ,,Aufklärungsarbeit“ und ,,engagierten Initiativen“ daran schuld ist, so dass sich der Fernsehzuschauer nach dem nächsten Mügeln mit großem ,,Aha-Effekt“ daran erinnern kann, wenn eine rot-grüne GutmenschIN mal wieder mehr Geld gegen rechts fordert. Kurz vor Schluss spricht die Kommissarin in Bezug auf die Erkenntnisse über rechtsextreme Umtriebe von den ,,Jungs vom Verfassungsschutz“. Dieser lapidare – ja man möchte schon fast sagen: kollegiale – Ton, diese staatsmedialen Grüße an den Geheimdienst sagen vermutlich mehr über die Gedankenwelt im ARD-Irrenhaus aus, als man ahnt.

Man darf gespannt sein, was bis zur Bundestagswahl in der ARD noch alles kommt: Ob korrupte Manager, die in einen Umweltverschmutzungs-Skandal verwickelt sind, maskulistische Frauenmörder oder deutsche Spießer-Rentner, die im Verdacht stehen, einen Mitbürger angequatscht und ermahnt zu haben - der Phantasie dürften keine Grenzen gesetzt sein. Wahrscheinlich ist eine subtile und vermeintlich unpolitische Manipulation der Medienmafia à la ,,Unter uns“ und ,,Supernanny“ noch gefährlicher als diejenige, die explizit politisch daher kommt.

Internet

Trailer zur ,,Tatort"-Folge

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