Ralph Janik

Studierte Rechtswissenschaften in Wien und Madrid. Mitarbeiter am Institut für Wertewirtschaft; seine Beiträge geben jedoch nicht unbedingt die Meinung des Instituts wieder.

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Von Political Correctness bis zum E-Book: Sprache, Medien und Manipulation

von Ralph Janik

Orwells „1984“ als mehr oder weniger realistische Vision

Es gibt Bücher, die sind zeitlos. Man kann Goethes Faust, Lessings Nathan der Weise, Shakespeares König Timon zu jeder Zeit, in jeder Epoche lesen und daraus Erkenntnisse für die Gegenwart gewinnen. Es sind die ewigen, doch irgendwie im Grunde immer gleich bleibenden Probleme und Themen der Menschen, die sie zum Inhalt haben. Andere wiederum sind zeitlos, weil sie noch viel stärkerer Ausdruck der Biographie des Autors sind als andere Bücher (schließlich ist jedes Buch zu einem gewissen Grad Ausdruck einer Biographie) – man denke an Kafkas Romane, in denen er sein Seelenleid literarisch in wundersame und unvergleichliche Geschichten goss oder Herman Hesses Persönlichkeitsaufarbeitung, die sich durch sein gesamtes Werk zieht.

Es gibt aber auch Bücher, die eher Ausdruck eines jeweiligen Zeitgeists sind, die in späteren Jahrzehnten oder Jahrhunderten bloß noch historische Bedeutung haben, um uns auf kunstvolle Weise das Leben von Menschen zu anderen Zeiten vorstellbar zu machen. Mögen sie politisch sein und im Zusammenhang mit Kriegen entstanden sein, wie Karl Krauss’ letzte Tage der Menschheit oder den Fortschritt der Technik behandeln wie E.T.A. Hoffmanns Sandmann.

Mögen sie das Wien des fin de siecle, als diese Stadt ein Zentrum europäischer Kultur darstellte, das sich vor keiner anderen europäischen Großstadt zu verstecken brauchte, wie etwa Stefan Zweigs Welt von gestern oder Heimito von Doderers Strudelhofstiege, als Schauplatz haben und damit einen ganz bestimmten Ort zu einer ganz bestimmten Zeit porträtieren. Seien es solche, die das Lebensgefühl einer Gesellschaftsschicht einer jeweiligen Zeit zum Inhalt haben, wie Schnitzlers Liebelei oder Wedekinds Frühlingserwachen.

Kurzum – jedes Werk, jeder Roman, hat seinen ganz spezifischen Wert, je nachdem, wonach man sucht; persönlicher Aufarbeitung, dem Hineinversetzen in eine andere Zeit oder schlichtweg nach kurzweiliger Unterhaltung.

Mein Lese- Appell richtet sich an ein weniger erfreuliches Buch, von dem ich hoffe, dass es sich einmal in die Liste derjenigen Bücher einreihen wird, die Ausdruck eines Zeitgeists und einer damit verbundenen politischen Strömung sind; von dem ich hoffe, dass nachfolgende Generationen es als historisch abtun können. Von dem ich hoffe, dass es als Dystopie auf dem großen Ablagerungsplatz der (Literatur-) Geschichte verbleiben wird; von dem zu hoffen ist, dass man es eines fernen Tages als kurzweiligen Ausdruck paranoider Wahnvorstellungen ansehen kann.

Die Rede ist von George Orwells „1984“; ein Roman, der eine enorme Wirkung erzielt hat, was man etwa daran erkennt, dass Begriffe aus der Geschichte, wie jener vom „Big Brother“, in den allgemeinen Sprachgebraucht übergegangen sind. Diesem Aspekt in Orwells Werk, dem auf Kosten der Betonung des Überwachungsaspektes in seinem Buch zu wenig Bedeutung beigemessen wird, seien im Folgenden einige Zeilen gewidmet.

Liest man den Roman dieser Tage, ist es erschütternd, wie weitreichend der Autor in dieser damals noch fernen Vision bereits vorweggenommen hat, was sich heute auf dem Gebiet der Sprache ereignet. Zentrales Thema ist für ihn der „Neusprech“, der Protagonist arbeitet für die Partei und seine Aufgabe besteht darin, gemeinsam mit unzähligen anderen die Vergangenheit in eine neue Sprache zu gießen und darüber hinaus so zu verändern, dass die Partei stets Recht hat, auch mit vergangenen Aussagen über Zukünftiges. Berichte von der Partei unliebsamen Personen verschwinden oder werden umgeschrieben. Doch es ist die Sprache, die in alle Zeitdimensionen angepasst und verändert wird, selbst Klassiker der Dichtung werden dieser Sprache gemäß zur Unkenntlichkeit angepasst.

Im „Neusprech“ schrumpft das Vokabular, Synonyme nehmen zu, wo früher Unterschiede bestanden und vereinfachende Dichotomien gewinnen an Bedeutung. Man kann beobachten, dass die Sprache sich heute tatsächlich zunehmend vereinfacht, die Anzahl der unterschiedlichen Begriffe ab- und die Zahl der Synonyme zunimmt.

Rahim Taghizadegan schreibt dazu in seinen Scholien 4/09: „Wenn wir bloß die Sprache betrachten, bietet sich tatsächlich das Bild einer rückläufigen Entwicklung, von der Komplexität und dem Formenreichtum zum SMS-Denglisch unserer Tage. Auch begrifflich findet eine Verarmung statt (…) Diese Verarmung der Begriffe ist wesentlich bedenklicher als die Schlampigkeit im Ausdruck. Ich meine damit den Umstand, dass die äußere Form der Wörter zwar in Erinnerung bleibt, die beschriebenen Konzepte aber in Vergangenheit geraten. Dies macht sich so bemerkbar, dass in einer Sprache die Anzahl an Synonymen zunimmt; Wörter, die einst Unterschiedliches bezeichneten, werden zu unersetzbaren Begriffswolken. Dies hat dramatische Auswirkungen, denn zunehmend wird dann der Diskurs überhaupt unmöglich, weil jeder unter den Wörtern andere Inhalte versteht“.

Orwell’s Konzept des „Newspeak“ (Neusprech), also der Vereinfachung der Sprache, der Reduzierung des Vokabulars und damit der Möglichkeiten des Denkens, dazu der Anwendung des gezielten und flächendeckenden Einsatzes von Euphemismen, um Situationen, Umstände und Maßnahmen in einem positiven Licht erstrahlen zu lassen, schlägt sich in der Politik dieser Tage wohl stärker nieder denn je. Wörter, die eine dezidiert negative Bedeutung haben, erhalten im „Neusprech“ den Adjektivpräfix „un“, um den positiven Teil im Wort zu belassen – „schlecht“ wird zu „ungut“, „krank“ zu „ungesund“, „hässlich“ zu „unschön“ und so weiter. Dadurch nimmt man negativen Wörtern ihren Gehalt, vergleichbar mit den widersinnigen Preisen, die stets einen Cent/Euro vom nächstgrößeren Ganzen abziehen, um die Illusion von weniger zu schaffen. Auch werden negativ behaftete Wörter umgedeutet; Krieg wird zu „humanitärer/friedenserhaltender Intervention“, Tote werden zu „Kollateralschäden“ und so weiter.

In Österreich nennt sich das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft neuerdings „Lebensministerium“, was frappierend an das „Ministry of Love“ in der Welt von 1984 erinnert.

Man kann durchaus so weit gehen, Steuern im Sinne des „Newspeak“ als Begriff für institutionalisierten Raub anzusehen, wenn man bedenkt, dass niemand wirklich freiwillig Steuern entrichtet. Und da Steuern mittlerweile auch äußerst negativ behaftete Begriffe sind, werden sie in der öffentlichen Rhetorik zu „Abgaben“, „Gebühren“ oder zu „Lohnnebenkosten“. Die Eintreibestelle für den österreichischen Staatsfunk, die auch mal Hausbesuche macht, wenn sie jemanden verdächtigt, keine Rundfunkgebühren zu bezahlen (und zugleich einen Fernseher zu besitzen), heißt, ganz Neusprech, „Gebühreninfoservice“.

Ist man nun mit ein wenig Kreativität und Paranoia ausgestattet, erscheint die Orwellsche Vision heute möglicher und wirklicher denn je; denn unsere Welt wird zunehmend digitalisiert und ein Ende ist nicht absehbar. Das elektronische Buch, die elektronischen Zeitungen, sind Kennzeichen des Endes von Gutenbergs Erbe, des gedruckten Wortes; gewiss, das Rieplsche Gesetz, wonach ein neues Medium ein altes nicht verdrängt, sondern ergänzt, gilt dieser Tage nach wie vor – und so heißt es, dass Zeitungen so lange Bestand haben werden, wie man mit dem Laptop/elektronischen Buchlesegerät keine Fliege am Frühstückstisch erschlagen kann.

Doch die Tendenz zu digitalen Medien ist da, die Jungen, die mit ihnen aufwachsen, verlieren zunehmend den Sinn für das klassische Buch oder die Zeitung. Wächst man mit digitalen Medien auf, hat man keine irrationalen, emotionalen Bindungen zu Buch, Zeitung & Co., betrachtet Medien aus der Perspektive der Effizienz und der Praktikabilität – und da machen Druckwerke nicht viel Sinn, wenn man bedenkt, dass (bald) die Bibliothek von Weimar auf einem Gerät von der Größe eines Portemonnaies Platz hat. Die Generation, die noch an ihren Büchern hängt, muss sich darauf einstellen, in Zukunft ein ähnliches Dasein zu fristen wie die Fans der Schallplatte heute; sie werden nicht mehr die Haupt-Zielgruppe darstellen, sondern eine Randgruppe mit anachronistischer Vorliebe für ein ausgedientes Medium.

Der Buchdruck stellt sich dementsprechend darauf ein, dass die Zukunft im digitalen, im „e-book“ liegt. Zeitungen ändern ihre Web-Präsenzen, verbessern diese laufend hinsichtlich der Übersichtlichkeit und der gebotenen Inhalte und rechnen mit stetig sinkenden Auflagenzahlen der Druckversion. Selbst wenn die digitalen Medien nicht das Ende der konventionellen bedeuten, so lösen sie diese doch gewiss als vorherrschende Form ab. Und genau damit wird das, was in „1984“ noch als paranoide Horrorvision erscheint, mit einem Schlag möglich. So wird das Internet, das in seiner Anfangszeit noch Hort der Freiheit, Kreativität und Entfaltung war, plötzlich zu deren potentiell größter Bedrohung. Mehr Menschen denn je sind erreichbar und die Machtkonzentration in diesem Sektor macht es möglich, hier starken Einfluss zu nehmen. Die Digitalisierung bringt zugleich eine Entmaterialisierung und damit eine ungeahnt weitreichende Möglichkeit, bearbeitet zu werden, nicht nur hinsichtlich dessen, was in Zukunft geschrieben und berichtet wird, sondern auch des gegenwärtigen und sogar vergangenen – man gebe nur einmal bei der chinesischen „google“-Version „Tianmen“ in der Bildersuche ein und kontrastiere das gewonnen Ergebnis mit einer beliebig anderen Google-Version. Die schlimmstmögliche Endstufe dieser dadurch aufgezeigten Möglichkeiten findet sich dann in „1984“.

Durch die enorme Macht, zu bestimmen, was geschehen ist, vermag es die Partei in George Orwells „1984“, sich ein in alle Richtungen hin unfehlbares Antlitz zu geben. Fehler kommen nicht vor, weil sie nicht erwähnt werden, egal, wann sie geschehen oder geschehen sind. Sie kontrolliert alle Medien über eine räumliche Ausdehnung enormen Ausmaßes und bestimmt, was geschrieben wird und wurde. Vergangene Fehler, die sich eventuell ereignen oder ereignet haben, können beseitigt und damit ungeschehen gemacht werden. Menschen verschwinden, Schlagzeilen verschwinden. Das Digitale ist spurlos (nachträglich) veränderbar. Ist es einmal verändert und gibt es keinen Beweis, dass einmal etwas anderes geschrieben gewesen wäre, stellt sich die Frage, ob es denn in der Tat jemals anders war. Ein Buch, eine Zeitung, muss verbrennt werden. Je öfter sie vorhanden sind, desto schwieriger wird es, sämtliche Ausgaben zu vernichten. Nachträgliches, unbemerktes Umschreiben jedes vorhandenen Druckwegs ist unmöglich. Nicht so bei digitalen Medien, die dem Zweck nach Veränderbarkeit in sich tragen. Die Partei wird in der Realität, die sie selbst konstruiert, weil sie sie konstruieren kann, gott-gleich, Herrscherin über die Realität und das, was gedacht wird. Der Staat/die Partei bestimmt damit selbst, auf welche Art und Weise er wahrgenommen wird.

Kritik wird unmöglich und auf lange Sicht wird es nicht einmal mehr notwendig, durch Zwang zu intervenieren, weil das Leben der Menschen so stark unter der Rigide des fürsorglichen, alles kontrollierenden Big Brother steht, dass diese keine kritischen, subversiven Gedanken mehr fassen können, weil sie diese Art zu denken abgelegt haben – ihr gesamtes Denken wird in diesem Sinne verstaatlicht, wer von klein auf die Fürsorge des großen Bruders (des Staates, der Partei) erlebt hat, der alles kontrolliert, kritische, nicht partei-konforme Schriften und Gedanken aller Art beseitigt hat, vergisst den Wert der Freiheit und Unabhängigkeit, weil diese Worte umgedeutet wurden. Dann ist Freiheit nicht mehr „Freiheit von Zwang“, sondern nur noch „Freiheit von Sorgen“. Die „Freiheit etwas zu tun“ wird obsolet, weil sie nur noch bedeutet, tun zu können, was im Rahmen des totalitären Staates möglich und erlaubt ist. Sie hört auf, Freiheit zu sein, ist nur noch ihres Sinns beraubte Worthülse.

Denn Freiheit bedeutet Verantwortung – Verantwortung, die ihnen der fürsorgliche, alles kontrollierende Staat abnimmt und damit auch die Freiheit abschafft – die Menschen, die frei sind, wollen oftmals die damit untrennbar verknüpften Folgen (Eigen-) Verantwortung nicht und verkennen dabei, dass sie nicht frei sein können, ohne verantwortlich zu sein.

Zygmunt Baumann beschreibt diesen Widerspruch, Freiheit, sobald sie zur Gewohnheit geworden ist, zugleich ohne der lästigen Verantwortung zu wollen, in seinem Werk „Leben in der Flüchtigen Moderne“ folgendermaßen: „Wann immer wir Freiheit erlangen, empfinden wir das als berauschenden Akt der Emanzipation – von lästigen Verpflichtungen, störenden Verboten oder monotonen, lähmenden Routinen. Kaum aber hat sich die Freiheit eingestellt und ist unser tägliches Brot geworden, verblasst die Erinnerung an die Qualen, von denen wir uns emanzipiert haben, vor einem neuen, nicht weniger furchteinflößenden Schrecken: dem der Verantwortung. Nach einem von obligatorischer Routine bestimmten Tag träumen wir von der Freiheit von Beschränkungen. Nach Tagen, an denen wir Entscheidungen treffen mussten, träumen wir von der Freiheit von Verantwortung“.

Das Dilemma ist ein Hin- und Herpendeln zwischen Freiheit und Verantwortung auf der einen, und Unfreie ohne Verantwortung auf der anderen Seite. Ein Dilemma, das der totalitäre Staat also abschafft, indem er die Freiheit umdefiniert als Freiheit, das zu tun, was in einem eng begrenzten Rahmen möglich/erlaubt ist und dementsprechend die Menschen von jeglicher Verantwortung erlöst, da er sie in ihre Obhut nimmt. Dass der Rahmen dadurch immer enger wird, bis die pervertierte Definition von Freiheit bedeutet, dass es einem erlaubt ist, nichts zu tun, wird erst dann möglich, wenn der Staat wie in Orwells 1984 so weit geht, jegliche andere Form von Freiheit aus der Geschichte und dem Jetzt zu verbannen, womit er auch das Bedürfnis nach wirklicher Freiheit eliminiert.

Letztlich ist „Newspeak“ in „1984“ also eine Form der Macht, der ultimativen Macht – durch die Macht der und über die Sprache zeigt die Partei, dass sie die Realität verändern kann; die aktuelle, die zukünftige und selbst die vergangene. Sie bestimmt das Denken und definiert unerwünschtes Gedanken, zu bestrafende Formen von der Norm abweichenden Verhaltens – Gedankenverbrechen, die sich noch nicht nach außen hin materialisiert haben, unterliegen der Kontrolle, ihr Verhindern stellt die ultimative Stufe dar. Nicht einmal die Gedanken sind mehr frei. Die dafür in Orwells Roman zuständige Behörde, die Gedankenpolizei, verhindert subversives Handeln, indem sie es im Keim erstickt – noch lange, bevor jemand zur Tat schreitet, wird der potentielle „Täter“ bereits bei den kleinsten Anzeichen alternativen, nicht der durch die Partei vorgegebenen Linie durch Kameras und Spitzel ausgeforscht, identifiziert und „behandelt“, oder er verschwindet einfach.

Es gilt, mit ein wenig Kreativität die Elemente aus Orwells Roman auf heutige Umstände und Entwicklungen zu übertragen – und zugleich gilt es, realistisch zu bleiben und sich vor kritischen Fragen wie jener, ob wir uns wirklich in Richtung „1984“ zubewegen, nicht zu verschließen. Sprache ist gewiss Abbild der Realität. Sprache und Diskurs sind Felder der Macht und der Machtkämpfe, jedoch darf man sie zugleich nicht überbewerten und sich darauf versteifen, anhand der Veränderung der Sprache allzu vorschnell eine simultane Veränderung der Realität erkennen zu wollen. Sprache ist von stetem Wandel gekennzeichnet und lässt sich nicht total kontrollieren und ebenso wenig, allen Rechtschreibreformen zum Trotz, vereinheitlichen. Regionale und lokale Besonderheiten sind unmöglich zu bekämpfen. Die Machtmittel, Sprache und damit Denken zu beeinflussen und (nachträglich und unbemerkt) zu verändern, sind in einer globalisierten und digitalisierten (Medien-) Welt gewiss auf unerwartete Höhen angestiegen, die Orwell zumindest nicht mehr als komplett weltfremden Spinner erscheinen lassen. Doch zugleich gibt es mehr Medien und mehr Informationen denn je, und im Endeffekt wird im Zuge von „Web 2.0“ jeder Bezieher zeitgleich auch potentieller Anbieter von Information und damit Anwender von Sprache. Der Zentralisierung der Medienwelt steht damit eine zeitgleiche De-Zentralisierung gegenüber, ein Kampf mit (noch) offenem Ende.

Die Gefahren in Verbindung mit der Sprache ist nicht neu, wie sich an Konfuzius berühmtem Zitat zeigt, das besagt, dass die Menschen ihre Freiheit verlieren, sobald den Wörter ihre Bedeutung abhanden kommt. In der Rechtsgeschichte ist der Kampf um Definitionen und Gesetzesauslegungen allgegenwärtig und das Ringen um Begrifflichkeiten hat bis heute Bestand. Lediglich die Möglichkeiten haben sich erweitert und nehmen Ausmaße an, die angesichts der Ähnlichkeit zu der in „1984“ beschriebenen Welt bedenklich erscheinen.

Bleibt zu hoffen, dass Orwells Hauptwerk „1984“ eine wertvolle Funktion als kritischen Maßstab behält. Als abschreckendes Beispiel, auf das man verweisen kann, wenn man betont, wie es nicht enden soll und darf. Auf, dass die Welt von „1984“ nur für jene eine Nostradamussche Zukunftsvorhersage darstellen möge, die mit selektiver Wahrnehmung aus ihr eine selbsterfüllende Prophezeiung machen.

Internet

http://www.wertewirtschaft.org/scholien/

17. November 2009

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