Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

ef investigativ

Haben Sie Informationen oder Dokumente für uns? Hier können Sie unserem Investigativ-Team eine Nachricht schreiben.

investigativ@ef-magazin.de

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

ef Television

Ist CO2 wirklich ein Problem?: Der CO2-Gehalt der Luft war auch früher keineswegs konstant

von Edgar L. Gärtner

Neue Formel für alte Messwerte

Nach dem APEC-Wirtschaftsforum in Singapur rechnet kaum noch jemand mit der Verabschiedung eines Kyoto-Nachfolge-Abkommens auf dem UN-Klima-Gipfel in Kopenhagen. Die EU-Regierungen, die sich in Sachen „Klimaschutz“ weit aus dem Fenster gelehnt haben, fürchten eine Blamage und mobilisieren nun ihr letztes Aufgebot, um noch ihr Gesicht wahren zu können. So hat Angela Merkel angekündigt, nun doch nach Kopenhagen fahren zu wollen – komme, was wolle. Aber das absehbare Scheitern der Mammut-Konferenz gilt beileibe nicht überall als schlechte Nachricht. Es gibt Wissenschaftler, die die Ansicht des von der UN eingesetzten „Weltklimarates“ IPCC, die Menschheit müsse einen weiteren Anstieg der Konzentration des Spurengases Kohlenstoffdioxid in der Luft um beinahe jeden Preis stoppen, nicht teilen.

Der IPCC stützt seine Warnung vor einer Überhitzung unseres Planeten auf kontinuierliche photoakkustische CO2-Messungen auf dem Hawaii-Vulkan Mauna Loa seit 1958. Dieser Standort wurde gewählt, weil man annahm, dort die von Großstädten und Industrien unbeeinflusste CO2-Hintergrund-Konzentration messen zu können. Allerdings erwies sich auch dieser Archipel nicht als unproblematisch, weil man dort die Ausgasungen des Vulkans aus den Roh-Messwerten herausrechnen musste. Die so erhaltenen CO2-Werte folgen einer stetig ansteigenden Zickzack-Kurve, die dem Wechsel zwischen Sommer und Winter auf der Nordhalbkugel folgt. Al Gore begründet mit dieser Kurve auf seiner rund um den Globus in vielen Schulen verwendeten Power-Point-DVD die Forderung nach einer drastischen Einschränkung technischer CO2-Emissionen mithilfe des Emissionshandels.  

Wie sah diese Kurve aber vor 1958 aus? Der IPCC behauptet, man könne sie vom aktuell erreichten Höchstwert von 388 ppm (parts per million) nach hinten bis ins 19. Jahrhundert verlängern bis zu einem vorindustriellen „Normalwert“ von etwa 280 ppm. Dabei geht das Gremium stillschweigend davon aus, dass es vor 1958 nur wenige präzise und repräsentative Messungen des CO2-Gehaltes der Luft gab. In Wirklichkeit gab es schon hundert Jahre vor der Entwicklung elektronischer Messgeräte durchaus präzise chemische Methoden für die Bestimmung des CO2-Gehaltes der Luft. Im Jahre 2007 hat der Freiburger Biologielehrer Ernst Georg Beck unter dem Titel „180 Years accurate CO2-Gasanalysis of Air by Chemical Methods“ im englischen Magazin „ENERGY & ENVIRONMENT“ (Volume 18, No. 2/2007) Zigtausende von älteren CO2-Bestimmungen ausgewertet und gezeigt, dass um 1940 in Mittelhessen (Gießen) höhere CO2-Konzentrationen gemessen wurden als heute.

Sofort kam von etablierten Klimaforschern der Einwand, diese lokalen Messwerte seien wohl nicht repräsentativ für den globalen Trend. Deshalb hat Beck kürzlich auf dem Kongress „Klima 2009“ zusammen mit seinem Luxemburger Kollegen Francis Massen eine Formel vorgestellt, mit deren Hilfe sich aus lokalen CO2-Messwerten die Hintergrundkonzentration zuverlässig errechnen lässt, indem die jeweils vorherrschenden Windgeschwindigkeiten berücksichtigt werden. Die beiden bekamen für ihre Präsentation übrigens den Best Paper Award. Es ist nun klar, dass die älteren CO2-Messungen, sofern die methodisch korrekt gewonnen wurden, keineswegs verworfen werden können. Da diese große Schwankungen anzeigen, ist die von der großen Politik zum Dogma erhobene Vermutung, der steigende CO2-Gehalt der Luft sei hauptverantwortlich für den im vergangenen Jahrhundert gemessenen leichten Anstieg der bodennahen Durchschnitttemperatur über den Landmassen Erde, nicht mehr haltbar.

Internet

Der asiatisch-pazifische Anti-Klima-Gipfel

Die Klimakanzlerin fährt nach Kopenhagen

Beck & Massen: Berechnung der CO2-Hintergrundkonzentration auf der Grundlage lokaler bodennaher Messungen

18. November 2009

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen