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Griechische Wahrscheinlichkeitsrechnung: Kredite, die nie beglichen werden können„Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme des Bundes aus der Garantie ist gering.“ Wirklich? Erstaunlich an den heute vom Bundestag beschlossenen Griechenlandkrediten ist, dass nirgends ein Wort über die Rückzahlungsmodalitäten verloren wird, weder im Gesetzesentwurf noch in der Presse. Gleichwohl wird im Gesetzesentwurf behauptet: „Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme des Bundes aus der Garantie ist gering.“ Meine kleine Milchmädchenrechnung dazu sieht folgendermaßen aus: 11 Millionen Griechen, 110 Milliarden Euro Kredit, das macht 10.000 Euro pro Griechen. Das CIA Factbook schätzt, dass ca. 5 Millionen Griechen als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, etwa 9 Prozent sind arbeitslos und 650.000 arbeiten als Beamte für den Staat. Bleiben aufgerundet 4 Millionen Griechen, die produktiv arbeiten, also 25.000 Euro Kredit pro produktiven Griechen. Ein Grieche verdient laut Germany Trade & Invest (2008) durchschnittlich 22.559 Euro im Jahr (von denen durchschnittlich 1.335 Euro für Bestechungsgelder ausgegeben werden). Das heißt: Etwas mehr als ein Jahresgehalt müsste ein produktiver Grieche aufwenden, um diese neuen Schulden wieder zurückzuzahlen. Leider wird das Durchschnittseinkommen noch sinken, sobald die Beamten weniger Geld bekommen. Aber, keine Sorge, die Griechen sparen – 30 Milliarden Euro bis 2014… Bis 2014 liegt die Zinslast für die neuen Schulden bei schätzungsweise 16 Milliarden (angenommer Zinssatz 5 Prozent über 4 Jahre, erstes Jahr Auszahlung 30 Milliarden, zweites Jahr 40 Milliarden, drittes Jahr 40 Milliarden), das heißt, aus dem auf bis 2014 30 Milliarden Euro geschätzten Sparpaket werden über 50 Prozent allein für den Schuldendienst der neuen Schulden aufgewendet werden müssen. Das Haushaltsdefizit liegt Eurostat zu Folge bei 13,6 Prozent des BIP – 2009 waren das 240 Milliarden Euro – das Haushaltsdefizit lag also bei etwa jährlichen 32.6 Milliarden. Die offizielle Verschuldung wird derzeit von Eurostat mit 115 Prozent des BIP, also 276 Milliarden Euro angegeben. Selbst wenn Griechenland tatsächlich rigoros 30 Milliarden bis 2014 einspart, wird das jährliche Haushaltsdefizit sehr groß bleiben, die vorgegebene Defizitgrenze von 3 Prozent der EU liegt in unerreichbarer Ferne, die Möglichkeit einer tatsächlichen Rückzahlung der Schulden scheint ausgeschlossen. Die einzige Möglichkeit die Kredite zurückzuzahlen besteht darin, neue Schulden zu machen, also umzuschulden. Aber warum sollte Griechenland 2014 mit einem noch größeren Schuldenberg (386 Milliarden, 160 Prozent des derzeitigen BIP) Kredite am Markt bekommen? Die Situation wird sich offensichtlich verschärfen und die Opfer der EU-Staaten werden doch nur die unvermeidliche Pleite hinauszögern. „Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme des Bundes aus der Garantie ist gering?“ Wohl kaum… Quellen https://www.gtai.de/fdb-SE,MKT200912178026,Google.html Jährliches Durchschnittseinkommen Griechenland http://www.ftd.de/politik/europa/:transparency-studie-korruption-laehmt-griechenland/50082470.html Financial Times Deutschland - Transparency International Studie https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gr.html CIA Factbook Greece (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/015/1701544.pdf) Gesetzentwurf http://www.sueddeutsche.de/video/4725.html Sueddeutsche über das Sparpaket der Griechen http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Griechenland/Wirtschaft.html BIP Griechenland 240 Mrd. Euro http://www.dowjones.de/site/2010/05/eurostat-klarheit-über-griechisches-defizit-erst-im-sommer---presse.html Bericht über EuroSat Statistiken http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/product_details/publication?p_product_code=COM_2010_report_greek EuroStat Statistiken 07. Mai 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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