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Aktuelle Nachricht – World Economic Forum: Global Risk Report 2010von Redaktion eigentümlich frei Das wirtschaftliche Sein bestimmt das Risikobewusstsein (ef-LFP) Das World Economic Forum (WEF) beziehungsweise Weltwirtschaftsforum ist vor allem für die Ausrichtung und Organisation des jährlich stattfindenden Treffens international bedeutender Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Politiker und Medien im schweizerischen Davos bekannt. Die in Genf ansässige und 1971 gegründete gemeinnützige Stiftung ist jedoch auch weniger publikumswirksam in verschiedenen Forschungsgebieten internationaler Relevanz aktiv. Im Gegensatz zum glamourösen Jahrestreffen in den Schweizer Alpen genießt der mittlerweile ebenfalls jährlich publizierte Bericht der Organisation zu globalen Risiken nur einen Bruchteil jener Aufmerksamkeit. Die Autoren der Studie greifen dabei regelmäßig auf die Bewertung und Justierung von 36 Schlüsselrisiken zurück, die sie hinsichtlich ihres Entstehungs- und Auswirkungsorts auf fünf verschiedene Risikofelder aufteilen:
Nun erschien kürzlich der Global Risk Report des WEF für 2010, mittlerweile der insgesamt fünfte Jahresreport. Diesmal wurde er in Zusammenarbeit mit der Citigroup, Marsh & McLennan Companies (MMC), Swiss Re, dem Wharton School Risk Center und der Zurich Financial Services erarbeitet. Als Grundlage des Reports dient „eine qualitative Analyse der globalen Risiken in Verbindung mit Workshops und Inputs von Wirtschaftsführern und Experten auf der ganzen Welt.“ Sowohl Analyse als auch Inputs zeichnen für 2010 nachgerade einen Risikocluster, der auch ganz unumwunden als „Nachwehen der Finanzkrise“ eingestuft wird. Mit jeweils über 20 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit und einer globalen Schadenspotenz von über 1.000 Milliarden Dollar bilden Staatsinsolvenzen, Kapitalmarktcrashs und ein Einbruch der chinesischen Wirtschaft nicht nur die teuersten, sondern auch noch die wahrscheinlichsten globalen Risiken. Zumindest laut WEF muss die klassische Risikostruktur – Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe korrelieren negativ zueinander – nach dem mit der Finanzkrise einhergehenden Strukturbruch einer Anomalie weichen. Einzig noch ein massiver Ölpreisanstieg sowie – als erstes nichtökonomisches sondern technisches Risiko – der Zusammenbruch der Kommunikation könnten demnach zwar ähnlich teuer werden, die Eintrittswahrscheinlichkeiten liegen aber mit lediglich fünf bis zehn Prozent deutlich unter den rein ökonomisch dominierten Top-Szenarien. Dagegen wurden Umweltrisiken – Dürren, Erdbeben, Überschwemmungen, Wassermangel, Luftverschmutzungen – mit globalen Auswirkungen ebenso wie Terrorismus als relativ unwahrscheinlich sowie deren Schadenshöhe im Eintrittsfall als moderat klassifiziert. Ähnliches gilt für den realen Fall einer Pandemie. Angesichts der beruflichen Prägung der federführenden Autoren des Reports ist der ökonomische Fokus durchaus nachzuvollziehen. Ob er hingegen zu einer gewissen Betriebsblindheit geführt hat oder gar die Förderung branchentypischer Interessen im Mittelpunkt stand, lässt sich schwerlich beurteilen. Zumal die jüngsten, von der Wiege der europäischen Kultur ausgehenden, sich weltweit abzeichnenden Verwerfungen den Einschätzungen des WEF durchaus Recht zu geben scheinen. Quelle: World Economic Forum: Der Global Risk Report 2010 warnt vor den Nachwehen der Finanzkrise 18. Mai 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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