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![]() Jg. 1969, ist Publizist und Gründer der Internetplattform "Forum Ordnungspolitik" ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Knechtschaft: Die Regierung gegen die BevölkerungZur Lage der Freiheit im europäischen Finanzsektor „Die Verträge sind gemacht. Und es wurde viel gelacht. Und was Süßes zum Dessert. Freiheit, Freiheit, Ist die einzige, die fehlt.“ Sie haben es erkannt – der Text stammt aus dem Erfolgslied mit Gänsehautfaktor von Marius Müller Westernhagen. Ganz so weit sind wir noch nicht, aber die politischen Reaktionen auf die von den Regierungen verursachte Finanz- und Schuldenkrise stellen eine ernsthafte Bedrohung dar, die keineswegs mehr nur einem entfernten Gewitter am Horizont gleicht. Und weil das so ist, lassen die Textzeilen durchaus einen Bezug zur derzeitige ordnungspolitischen Lage Europas erkennen: Verträge sind gemacht, und dann wurde gelacht, gelocht, abgeheftet, um die Behördensprache zu verwenden. Der wichtigste Vertrag wurde noch dazu geschlossen, ohne die Bevölkerung zu fragen, oder aber es wurde so lange abgestimmt, bis das von der Regierung und der EU gewünschte Ergebnis erzielt war. Die Regierungen in Europa haben geltende Verträge, Verfassungen und Gesetze mit Füßen getreten: Erstens: Schon bei der Formulierung der Maastrichter Konvergenzkriterien für die Aufnahme in die Euro-Zone wurden, wie von den Kritikern prognostiziert, beide Augen zugedrückt, anschließend die Kriterien von kaum einem Staat dauerhaft eingehalten. Das EU-Defizitverfahren sollte im Ausnahmefall Schuldensünder treffen; aktuell ist es gegen 25 der 27 EU-Staaten anhängig. Zweitens: Auch gegen die sogenannte „No-Bailout-Klausel“ (Verbot des finanziellen Beistands nach Artikel 125 Lissabon Vertrag) wurde verstoßen: Keine Regierung darf für die Verbindlichkeiten einer anderen Regierung haften. Genau das aber geschieht aber im Fall Griechenlands. Darüber hinaus wird mit dem sogenannten Rettungsschirm – im Ausmaß einer Dreiviertel-Billionen Euro – die als Stabilitätsgemeinschaft bezeichnete EU über Nacht in eine Transfer- und Haftungsgemeinschaft verwandelt. Drittens: Schließlich darf die EZB von den Mitgliedsstaaten keine Schuldtitel erwerben (Artikel 123). Tatsächlich nimmt die EZB sogenannte „Ramschpapiere“ als Sicherheiten an, sie leiht den Geschäftsbanken massenweise Geld und finanziert Regierungsausgaben (die Notenbanken von Deutschland, Frankreich und Italien kaufen Staatsanleihen zunächst von Griechenland, Portugal und Irland). Das ist das Ende der stabilitätsorientierten Geldpolitik. Die deutsche Regierung scheint von Prinzipientreue und ökonomischer Vernunft weiter entfernt zu sein denn je. Die Unsicherheit auf den Märkten wuchs zeitgleich im selben Maße wie Volkes Zorn. „Die Regierung gegen die Bevölkerung“ – das ist das Thema, das unsere Zeit prägt. Die schwarz-gelben Koalitionäre haben sich wie ihre europäischen Kollegen teils unbewusst, teils wissentlich, möglicherweise auch im Sog vermeintlicher Alternativlosigkeit dem Kampf gegen die Märkte verschrieben. Es darf nicht sein, was nicht sein soll: Zeigen die Märkte an, dass Griechenland akut ein Staatsbankrott droht, sollen die sogenannten Spekulanten die Bösen sein. Nicht Spekulanten, sondern unverantwortlich wirtschaftende Regierungen bedrohen Europa. „Die Politiker sind das Problem, nicht böse Spekulanten und Rating-Agenturen, wie es landauf landab heißt“, urteilt der angesehene Ökonom und Ordnungstheoretiker Juergen B. Donges, der fünf Jahre lang zu den Wirtschaftsweisen gehörte. Ein ökonomisch folgerichtig drohender Staatsbankrott wird durch Subventionen ausgehebelt. Das ist mit dem Signal verbunden: Wir pauken euch alle raus, wenn ihr nur lange genug über Eure Verhältnisse lebt. Inzwischen gibt es praktisch einen gigantischen Europa-Schulden-Fonds, gefüllt mit einer Dreiviertel-Billion Euro. Das seien lediglich maximale Zusagen und Kredite, an denen die Regierungen auch noch verdienen könnten, heißt es abwiegelnd. Tatsächlich nennt man so etwas aber Anstiftung zu „moral hazard“, zu moralisch fragwürdigem Verhalten. Unter vernünftigen Ökonomen besteht ein breiter Konsens darüber, dass der Weg zur Krise durch rekordverdächtige niedrige Zinsen, Rekord-Verschuldung und gigantischen Kredit finanzierten Konsum frei gemacht wurde. Heute versuchen Regierungen das Problem genau mit den aufgezählten Ursachen, nämlich mit niedrigen Zinsen, Verschuldung und kreditfinanziertem Konsum zu lösen. Die politische Klasse und die mit ihr verbundenen Sonderinteressen wollten die laufenden Restrukturierungsprozesse der Märkte nicht akzeptieren. Sie haben durch ihr Eingreifen nicht nur die Erholung verzögert, sondern zusätzlich auch noch die Staatsverschuldung drastisch erhöht. Sobald die Regierung gegen Märkte kämpft, zieht sie aber nicht gegen ein Kollektiv, sondern gegen Menschen zu Felde, die auf Märkten handeln, also Güter tauschen, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Wer sind diese Menschen? Wir sind diese Menschen! Die politischen Bemühungen zur Krisenbekämpfung zielen auf das Herz einer freien Gesellschaft: das Privateigentum. Verstaatlichung, Einschränkung der Verfügungsrechte, Umverteilung in nie da gewesenem Ausmaß, Rettung der Bankrotteure, Belohnung gescheiterter Spekulanten und Unternehmer mit dem Geld lebender und ungeborener Steuerzahler, diese konsequente Politik gegen den Markt und die Steuerzahler ist erschreckenderweise unser politischer Alltag. Ludwig von Mises urteilte 1926: „Es ist der Obrigkeit naturgemäß nicht gegeben, durch ein „Es werde“ etwas zu schaffen, was nicht schon dagewesen ist. Nur der naive Inflationismus konnte glauben, dass der Staat durch ein „fiat money“ die Menschheit reicher machen könnte. Die Obrigkeit kann nicht erschaffen, sie kann aber durch ihren Befehl Vorhandenes zwar nicht aus der Welt des Seins, doch aber aus der Welt des Erlaubten tilgen. Sie kann nicht reicher, aber sie kann ärmer machen.“ Popularisiert wurde diese Erkenntnis durch Ludwig Erhard, von dem die Aussage stammt: Jede Ausgabe des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes. „Das war's dann wohl“ urteilte Hans Barbier in seinem FAZ-Kommentar zur Ordnungspolitik. Und Ordnungspolitik spielt in der Tat keine Rolle mehr. Was soll man noch zu der jüngsten Initiative der Bundesfamilienministerin und der EU-Kommission sagen, die eine Frauenquote für Unternehmen planen – zumal die Ministerin 90 Tage zuvor noch das Gegenteil proklamiert hat? Die Antwort hat der Spiegel diese Woche gegeben und damit das Zeitgefühl auf den Punkt gebracht: „Aufhören!“ Politiker und die amtierende Regierung haben immer wieder Steuersenkungen, Entbürokratisierung und Wirtschaftswachstum versprochen. Bislang wurde keines dieser Versprechen eingehalten. Die Politik ist außer Kontrolle geraten. Der Primat der Politik, den Professor Habermann in einem treffenden Kommentar für die Familienunternehmer als Erfindung der Jakobiner entlarvt hat, nährt sich selbst. Die Kluft zwischen politischer Klasse und Bevölkerung ist groß. So groß, dass der Kandidat der Freiheit für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, vor allem die „bittere Distanz zwischen Regierenden und Regierten überwinden“ möchte. Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen passen seit Jahrzehnten nicht mehr zusammen. Wen wundert es, dass für Steuersenkungen erklärtermaßen kein Spielraum mehr besteht. Die Regierungen haben uns in die Schuldenfalle manövriert. Und unser Geld macht Urlaub in Griechenland. Übrig geblieben sind Privilegien für Sonderinteressen, beispielsweise für Hotels – mit absurden Bürokratiefolgen, wie etwa der getrennten Verrechnung des Frühstücks bei Geschäftsreisen angesichts unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze für Übernachtung und Frühstück. Sie kennen das ja schon vom Bäcker: Brötchen auf die Hand – ermäßigter Steuersatz, Brötchen am Tisch des Bäckers – volle 19 Prozent. Ein einfacher Kiosk-Betreiber muss mit acht verschiedenen Mehrwertsteuerregelungen rechnen. „Es ist eine der verhängnisvollsten Illusionen unserer Zeit zu glauben, dass die Volkswirtschaft auf die Dauer einem solchen Druck standhalten kann, dem Druck einer Fiskalquote von 30, 40 oder gar mehr Prozent.“ schrieb Wilhelm Röpke bereits in den 1950er Jahren. Die Wachstumsaussichten stehen im Zeichen der Stagnation, schlimmer noch: der Stagflation, also stagnierende Wirtschaftsentwicklung plus Inflation plus Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig gibt es neue Versprechen – an allererster Stelle: Steuererhöhungen. Ebenso über Nacht wurde die Einführung einer Börsentransaktionssteuer verkündet, die unmittelbar zuvor von der Regierung noch als ungeeignet abgetan wurde. Über Nacht wurden zudem Leerverkäufe verboten, deren Umsatz in Deutschland bedeutungslos ist. Gleichsam über Nacht kam auch das vermeintliche Rettungspaket für Griechenland – genauer für griechische Politiker und internationale, vor allem französische Finanzinstitute. Inzwischen soll sogar der Euro „gerettet“ werden – und mit dem Euro gleich ganz Europa. Es scheint, als ob wir es mit übernächtigten Politikern und Bürokraten zu tun haben, um nicht zu sagen mit einer umnachteten politischen Klasse, der das Gespür für die eigenen Grenzen offenbar verloren gegangen ist. Sparen bedeutet, etwas nicht auszugeben, was man hat, aber gerade nicht, etwas nicht auszugeben, was man nicht hat. Die Marktwirtschaft ist ein Gewinn- und Verlust-System. Inzwischen beschleicht auch führende Mitarbeiter der deutschen Staatsbürokratie ein ungutes Gefühl, weil viel zu viel Staat im Spiel ist. Je nach Sichtweise haben wir bereits einen Wandel der Gesellschafts- und Wirtschaftsverfassung Europas hinter uns oder wir stehen unmittelbar davor. Eine Reihe prominenter Personen rückt das Euro-Stabilisierungsgesetz, treffend zunächst Kreditermächtigungsgesetz genannt, in die Nähe eines kalten Putsches oder Staatsstreichs. Warum? Das Gesetz sprengt bisher bekannte Dimensionen und ist in der bundesdeutschen Geschichte einzigartig. Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete es als „ein Währungsnotstand-Gesetz, das so viel wie der halbe Bundeshaushalt kosten kann. Das Parlament ermächtigt die EU-Kommission und eine noch nicht gegründete Zweckgesellschaft luxemburgischen Rechts zur Vergabe von Unsummen – nach Kriterien, die der Bundestag noch gar nicht kennt.“ Allerdings ist die Ausweitung der Staatsmacht in Krisenzeiten kein Sonderfall. Robert Higgs hat dafür den Begriff des „Ratschen- oder Sperrklinkeneffekts“ gewählt, weil die Ausweitung der Macht nach dem Ende der Krise nicht mehr rückgängig gemacht wird. Auf dem diesjährigen libertären Jahrestreffen in Hamburg, der „Großen Freiheit“ wurde Franz Oppenheimer erwähnt, der den Staat in seinen Ursprüngen als eine Art stationäre Räuberbande charakterisierte, die das Ziel einer maximalen Ausbeutung seiner Untertanen verfolge. Gerade die Erkenntnisse der Public-Choice-Theorie haben uns tiefe Einblicke in das Wesen der Politik vermittelt, die derzeit für jedermann weithin sichtbar bestätigt werden. Zur Zeit gibt ein Bestseller Hoffnung, der in der vergangenen Woche die Amazon-Charts in den USA angeführt hat. Das Buch war nach der schmunzelnden Einschätzung seines Verfassers eines der begehrtesten und am schwierigsten zu bekommenden Druckerzeugnisse. Grund war die Papierknappheit. Die Rede ist von Friedrich August von Hayeks „The Road to Serfdom“, auf deutsch: „Der Weg zu Knechtschaft“. Bereits 1944/45 ein Bestseller und heute erneut auf den vordersten Verkaufsrängen. Das Buch enthält viele aktuelle Botschaften und zeigt auf, warum staatliche Plan-Wirtschaft und Machtfülle mit der Freiheit des Einzelnen unvereinbar ist. Eva Ziessler wies in Hamburg als Übersetzerin darauf hin, dass die treffendere Übertragung des Titels ins Deutsche „Der Weg in die Leibeigenschaft“ lauten müsste. Ohnehin haben wir kein Problem mit unregulierten Märkten, tatsächlich gehören die Finanzmärkte nach den Agrarmärkten weltweit zu den am stärksten regulierten Branchen. Unser Problem ist nicht der Neoliberalismus, nicht die freie Marktwirtschaft und erst recht nicht „Capitalism“. Wir leiden unter „Crony Capitalism“, unter Kumpel- oder Vetternwirtschaft, organisiertem Kapitalismus, Stamokap, unter Sonderprivilegien für Finanzinstitute und andere staatsnahen Interessengruppen. Das Problem ist vielmehr der im Westen praktizierte Marktsozialismus; er ist ein Selbstbetrug infolge verworrenen und widersprüchlichen Denkens. Marktsozialismus und Dritter Weg sind mit den Worten des vielleicht erfrischendsten politischen Denkers unserer Zeit, Anthony de Jasay, ein „offener begrifflicher Widerspruch wie heißer Schnee, jungfräuliche Prostituierte, fettes Skelett, rundes Quadrat“. Unsere Gründerväter und Patenonkel der Sozialen Marktwirtschaft hegten eine prinzipielle Skepsis gegenüber privater und staatlicher Macht, gegenüber Zentralisierung, Bürokratisierung, Hierarchisierung und Harmonisierung. Sie traten ein für Freiheit, für die Herrschaft des Rechts und Privateigentum, für eine natürliche Schichtung der Gesellschaft und überschaubare Lebensverhältnisse, für den Wettbewerb als Entdeckungsverfahren und als geniales Entmachtungsinstrument. Sie wussten um die Gefahr, dass statt Weisheit der gerade populäre, herrschende Irrtum zentralisiert und bürokratisch umgesetzt wird. Hingegen erschien es ihnen wenig wahrscheinlich, dass ausgerechnet die Besten, Vernünftigsten, Unabhängigsten und tatsächlich dem Gemeinwohl verpflichteten Menschen in der Zentrale sitzen. Wir brauchen keine einheitliche europäische Wirtschaftspolitik, sondern einen Wettbewerb der Systeme. Vielfalt und Verschiedenheit kennzeichnen die dreitausendjährige Geschichte Europas. Freiheit und Verschiedenheit, nicht Zentralismus und Gleichmacherei sind die wichtigsten Errungenschaften des Abendlandes. Die heute (angeblich) so hoch geschätzte Tugend der Toleranz erhält ja nur dann einen sinnvollen Inhalt, wenn Unterschiedlichkeit akzeptiert wird. Ludwig Erhard brachte die politische Integration Europas auf die Formel: „Verwirklichung der Freiheit in allen Lebensbereichen.“ Und sein ordoliberaler Mitstreiter, der meistgelesene Publizist seiner Zeit und große Europäer Wilhelm Röpke, urteilte in seinem vielleicht bekanntesten Buch „Jenseits von Angebot und Nachfrage“ (erschienen im Jahr 1958): „Es bleibt der Hang, vor jedem auftauchenden Problem in die behördliche Regelung zu flüchten – in Europa in der besonders absurden Form, für ein auf nationaler Stufe sich als unlösbar erweisendes Problem die Lösung auf internationaler Stufe von supranationalen Behörden zu erwarten – und hinter der Fassade der Marktwirtschaft die Entwicklung zur bürokratischen Erstarrung und zur Allmacht des Staates bewusst oder unbewusst weiter voranzutreiben. Es bleibt die Neigung, dem Staat im Namen der wirtschaftlich-sozialen Sicherheit immer neue Aufgaben zuzuweisen und damit dem Steuerzahler immer neue Aufgaben aufzubürden.“ Europa und der Euro stehen am Scheideweg: Vertiefung und Vereinheitlichung, Weichwährung und ein bürgerfernes Brüssel-Europa oder aber alternativ echte Haushaltssanierung, Strukturreformen, politische Selbstbeschränkung, Prinzipientreue und Rückbesinnung auf die historischen Stärken Europas. „Die Versuchung des Zentralismus ist groß, und die Halbwertszeit seines Zerfalls dauert lange.“ konstatierte der Schweizer Humanist Robert Nef mit Blick auf kurzfristige Vorteile und gravierende langfristige Nachteile des Zentralismus: Hat Wohlstand etwas mit der Größe eines Staates zu tun? Warum blühte die Kultur stets in Klein- und Kleinststaaten, darunter das antike Athen, das mittelalterliche Florenz und das neuzeitliche Weimar? Benötigt Europa heute nicht dringender als zuvor eine lebendige Selbstverwaltung, einen Aufbau von unten nach oben? Nonzentralismus lautet das Stichwort, das Robert Nef geprägt hat: „Non-Zentralität, Vielfalt, Durchmischung, Konkurrenz, flexible Kooperation, Überschaubarkeit statt Übersichtlichkeit, Deregulierung statt Harmonisierung, charakterisieren die lernfähigen, adaptionsfähigen politischen System der Zukunft.“ Brauchen wir ein europäisches Steuerkartell oder einen Steuerwettbewerb zum Wohl der Bürger? Profitieren die Menschen in Europa von der Produktivität eines Wettbewerbs der Systeme, auch in Währungsbelangen, oder von einer zentral gesteuerten Gleichmacherei? Die aktuelle sogenannte Haushaltskonsolidierung könnte der Auftakt zu echtem Sparen und echten Reformen mit mehr Privatautonomie sein. Also: Vorrang des einzelnen, eingebunden in seine Gemeinschaft, statt Euro-Nationalismus. Small is beautiful! Lassen Sie uns in Europa zum menschlichen Maß zurückkehren. Was ist zu tun? Ökonomisch hat Juergen B. Donges den ordnungspolitisch richtigen Weg im Rahmen des bestehenden Systems gewiesen, der von vielen vernünftigen Ökonomen beschritten wird: Der EU-“Rettungsfonds“ darf nicht zu einer Dauereinrichtung werden; die Liquidität muss so schnell wie möglich zurückgeführt werden. Ein wirksamer Sanktionsmechanimus für Haushaltssünder muss geschaffen und dem Einfluss der Politik entzogen werden. Die Kodifizierung einer europäischen Insolvenzordnung sowie eines Austrittsverfahrens aus dem Euro ist unabdingbar. Und die seit Jahrzehnten geforderten ordnungspolitischen Strukturreformen sind unverändert drängende Aufgaben unserer Zeit: von der Deregulierung der Arbeitsmärkte über die Befreiung des Gesundheitssystems von den planwirtschaftlichen Fesseln bis zur Streichung aller Subventionen. Gerade hier sind wir alle selbst gefordert, schließlich können wir nicht Reformen predigen, aber die Pendlersubvention und andere selbstbetrügerische „Geschenke“ einfordern. Schließlich haben wir es mit einer Geldsystemkrise zu tun und nicht mit einer Krise der Finanzmärkte. Unser Geld wird von einem staatlichen Monopol produziert. Unser Geld wird beliebig vermehrt. Das staatliche Monopol hat ein Schneeballsystem geschaffen. Die Geldsystemfrage ist derzeit noch ein Tabu, wird aber angesichts der einzigartigen Verschuldung auf die tagespolitische Agenda rücken. Wir brauchen gutes Marktgeld statt schlechtes Staatsgeld! Ich habe volle Zutrauen zur Zukunft der Freiheit. Die besseren Ideen werden sich durchsetzen. Das wird aber nicht einfach so geschehen, sondern erfordert unsere tatkräftige Mitwirkung. Wir müssen Freiheit einfordern – mit Marius Müller Westernhagen: Freiheit, Freiheit, wurde wieder abbestellt. Freiheit, Freiheit, ist das einzige, was zählt. 30. Juni 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareHaderach, am 30. Juni 2010 um 13:18 ( Link ) Wann haben sich je die besseren Ideen durchgesetzt? Unser politisches System ist Garant dafür dass das nie passieren wird. Kopfwerk, am 30. Juni 2010 um 13:38 ( Link ) Leute Die Quäl und Folteradministrativen hecken böses aus. Olaf Janowski, am 30. Juni 2010 um 13:49 ( Link ) Der Schuldenknast kommt Jede Crack-und Junkiehure vom Hauptbahnhof kennt die Ersatzhaft zur Genüge. Wieviele Trillionen Jahre wären bei den Verursachern fällig? kfa, am 30. Juni 2010 um 13:58 ( Link ) Die wichtigste Aussage ist "... muß dem Einfluß der Politik enzogen werden". Wie man das erreichen kann in einer Umgebung, wo das "Primat der Politik" zur Religion geworden ist, das weiß z.Z. leider keiner. Es ist zum verzweifeln. Reiner Vogels Ein sehr schöner und richtiger Artikel. Wann endlich wacht die "Bevölkerung" (warum nicht das Volk?) auf und schickt unsere politische Klasse in die Rente? Soslan Khan Aliatasi, am 30. Juni 2010 um 15:32 ( Link ) @ Reiner Vogels: nicht in die Rente – In den Knast! Stefan Miller, am 30. Juni 2010 um 15:34 ( Link ) es geht nicht mehr darum ob der Staat reicher machen kann, wenn die Nation gar nicht reicher werden muß. Der Markt war notwendig in Zeiten der echten Engpässe. Heute gibt es genug von allem notwendigen für alle Menschen auf der Welt und da verliert der Markt seine Notwendigkeit (nicht seine Richtigkeit wohl gemerkt). Wir brauchen doch keine Steigerung der Lebensmittelproduktion, um den Hunger in Afrika zu besiegen. Da sieht sich der Weltstaat als Nachfolger des Nationalstaates in der Pflicht und erprobt allerlei. Koste es was es wolle. Es gibt noch (!) genug zum Umverteilen und es bleibt immer auch was für den Umverteiler übrig und ein bischen von sehr sehr viel ist immer noch viel. Das ist die Motivation der heutigen Politikkaste. Wer es zu was bringen will der muß zukünftig in die Politik. "Bist du jemand oder beziehst du Gehalt" lautet die Devise der Zukunft. Sascha_Mueller, am 30. Juni 2010 um 16:35 ( Link ) Man müsste sich aber halt auch mal entscheiden was man will: soziale oder adjektivlose Marktwirtschaft? Ich plädiere für letzteres, das das "sozial" sonst immer den Markt häppchenweise auffrisst! JMW, am 30. Juni 2010 um 21:30 ( Link ) Nee, nee, Adjektiv ist schon wichtig und zwar "staatsfrei". Kopfwerk, am 30. Juni 2010 um 22:10 ( Link ) Während sich die Medien über die Schiedsrichterleistung bei der WM die Köpfe heiss quatschen und die deutschen Fans im Siegestaumel sind, stürzte der Euro leise aber stätig weiter ab. Es spielt ja keine Rolle was mit der Währung passiert, die den Bach abgeht. erst wenn die regale leer, die Wurst am stück 1000 Euro kostet, der sprit nicht mehr reicht und der Literpreis bei 22 Euro liegt - erst dann merkt dumm Michel - äh, ist scho wieder Weihnachten? Der Euro durchbrach gestern gleich zwei Marken nach unten wird gerade wie nie vorher abverkauft. Es begann gestern, als der Euro erstmals auf unter 1,35 Franken fiel. Aber es ging weiter und gestern Nachmittag knallte er durch auf 1,34 Franken. Der Kurs liegt im Moment bei 1,3351, ein Verlust von über 1 Prozent an einem Tag. Der Goldpreis erreichte ebenfalls eine Rekordhöhe und stand vorübergehend bei 1'265 Dollar die Unze, bevor er wieder mit massiven Interventionen runtergedrückt wurde. Und Deutschlnd hat einen neuen Präsidenten .. Leute kauft was das Zeug hält denn die Regale sind bald leer. magtec, am 30. Juni 2010 um 23:02 ( Link ) Sozialismus - das ist immer nur Krieg gegen das eigne Volk", Wjatscheslaw Daschitschew, Gorbatschow-Berater, ca. 1988 barthel_berand, am 01. Juli 2010 um 16:11 ( Link ) Sehr geehrter Herr von Prollius, danke für den gelungenen Beitrag. Eine Kleinigkeit habe ich auszusetzen. Auch gegen die sogenannte „No-Bailout-Klausel“ (Verbot des finanziellen Beistands nach Artikel 125 Lissabon Vertrag) wurde verstoßen: Keine Regierung darf für die Verbindlichkeiten einer anderen Regierung haften Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal geschrieben. Ein Verstoß gegen Art. 125 AEUV liegt m.E. nicht vor, da der Beistand nicht verboten ist, sondern eine Haftung negiert wird. Und das ist etwas völlig anderes. Man darf - freiwillig - helfen, muss es aber nicht, weil man nicht haftet. Hier der Wortlaut von Art. 125: Schwammig formuliert und damit auslegungsbedürftig ist sicherlich der Passus ´und tritt nicht für die Verbindlichkeiten ein.´ Der Grund, warum ich hier so kleinlich bin, ist folgender: Gleiches gilt für die ´Verletzung von Eigentumsrechten´ durch Inflationierung, wie es Hülsmann auch immer - zu recht - betont. Für einen wirtschaftlich denkenden Menschen ist diese Rechtsverletzung evident. Für einen Juristen hingegen nicht. Der Standpunkt des Juristen ist folgender: Es liegt keine Verletzung von Eigentumsrechten vor. Niemandem wird durch Inflationierung auch nur ein Euro-Schein weggenommmen. Also wird auch kein Eigentum verletzt. Judex non calculat. Eine traurige Einsicht. Eigentumsrechte garantieren den Schutz, nicht den Wert einer Sache. Man sollte dieses Einfallstor bei seiner Argumentation bedenken, auch wenn es aus wirtschaftlicher Sicht schwachsinnig erscheint. Letztlich entscheiden immer noch Richter in Deutschland und nicht der wirtschaftliche Sachverstand. Ich habe gerade begonnen, Ihr Buch (mit Polleit) zum zweiten mal zu lesen. Es ist wirklich ausgezeichnet. Sollte es zu einer zweiten Auflage kommen, was ich hoffe, würde ich mir wünschen, dass Sie die Grafiken etwas lesbarer gestalten. Die Grauabstufungen sind einfach zu schwach. BB andreas tietz, am 01. Juli 2010 um 17:45 ( Link ) @Kopfwerk: Das Schuldenkarussell dreht sich noch ein paar Runden, keine Angst! Giovanni, am 05. Juli 2010 um 21:04 ( Link ) Angela Merkel, als sozialistische Internationalistin sozialisiert und durchdrungen von der "immerwährenden Verantwortung" (vulgo Erbschuld)macht Deutschland zum Zahlmeister, nicht für die armen Griechen, sondern für die Banken in Paris und New York. Für deren Risiko muß der dumme deutsche Michel einspringen. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Frank Martin, am 30. Juni 2010 um 12:52 ( Link )
Sehr schöne Zusammenfassung sehr gut bekannter Argumente.
Nur bleibt der Begriff der Pendlersubvention rätselhaft.
Ich habe noch nie einen Cent dafür bekommen, daß ich zur Arbeit pendele und nicht im Bürohaus wohne.
Sobald Besteuerung aber nonzentral, also kommunal erfolgt, dürfte dieses Problem allerdings obsolet sein. Dann freut sich jede Gemeinde, in der Leute mit eigenem Einkommen wohnen. Eine solche wird die Kosten dieser Einkommenserzielung an ferneren Orten gern berücksichtigen. Es ist ja nicht so, daß es vielen anderen Gemeindebürgern nicht ähnlich ginge. Wenn Bauunternehmer X einen Auftrag in Y abwickeln wollte, würde von ihm auch niemand erwarten, daß er sich und seine Leute zum privaten Vergnügen dorthin beamt.
Bleiben wir also klar und hüten uns vor den Begriffsverdrehungen der Etatisten.