Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

ef investigativ

Haben Sie Informationen oder Dokumente für uns? Hier können Sie unserem Investigativ-Team eine Nachricht schreiben.

investigativ@ef-magazin.de

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

ef Television

Schweinegrippe H1N1: WHO erklärt erfundene Pandemie für beendet

von Edgar L. Gärtner

Die Glaubwürdigkeit leidet unter der Political Correctness

Mehr als 15 Monate nach dem erstmaligen Auftreten eines vermeintlich neuen Grippevirus H1N1 in Mexiko hat nun WHO-Generaldirektorin Margaret Chan auf Anraten des 15-köpfigen Notfall-Ausschusses die im Juni 2009 der höchsten Gefahrenstufe (Pandemie) zugeordnete Schweinegrippen-Epidemie offiziell für beendet erklärt. Nach offiziellen Angaben sind der Grippewelle seit dem Frühjahr 2009 mehr als 18.400 Menschen in etwa 200 Ländern zum Opfer gefallen. Das erscheint auf den ersten Blick beeindruckend, ist aber wenig im Vergleich zur Zahl der Menschen, die jahraus, jahrein in der kalten Jahreszeit grippalen Infekten erliegen. Ganz zu schweigen von der Millionenzahl von Toten, die eine „richtige“ Influenza-Epidemie nach sich ziehen würde. Die offizielle Statistik der WHO bestätigt also die Auffassung, dass es sich bei H1N1 um eine eher harmlose Variante der Sommergrippe handelt.

Wie ich an dieser Stelle im Detail analysiert habe, war schon zu Beginn dieses Jahres klar, dass die europäischen Regierungen, die unter Berufung auf die WHO und das im Lissabon-Vertrag der EU verankerte „Vorsorgeprinzip“ bei Pharmakonzernen erheblich mehr Impfdosen geordert hatten, als für eine vernünftige Durchimpfung der Bevölkerung erforderlich gewesen wären, auf 90 Prozent ihrer teuer bezahlten Impfstoffbestände sitzen bleiben würden. Denn den Behörden war es, trotz Panikmache in den Massenmedien, nicht gelungen, die Normalverbraucher vom Ernst der Lage zu überzeugen. Daran waren umgehende Gerüchte und Verschwörungstheorien über eine gezielte Herstellung des Virus in US-Militärlabors oder die Verfilzung von WHO-Beratern mit den Impfstoffherstellern GlaxoSmithKline und Roche sicher nicht unschuldig. Die Glaubwürdigkeit der Weltgesundheitsorganisation scheint aber auch schon vorher stark gelitten zu haben.

Noch vor wenigen Jahren hatte der an Hayek geschulte kritische US-Autor James Surowiecki die Entscheidungsprozesse in der WHO in seinem Bestseller „Die Weisheit der Vielen“ als Beispiel kollektiver Intelligenz hingestellt. In der Zwischenzeit ist aber die politische Kartellisierung der medizinischen Wissenschaft und der Pharma- wie der Nahrungsmittelindustrie im Zeichen des „Vorsorgeprinzips“ vorangeschritten. So häufen sich Entscheidungen (nicht zuletzt im Bereich „Ernährung und Gesundheit“), die den Geboten der Political Correctness folgen, dem gesunden Menschenverstand der Vielen jedoch Hohn sprechen. Kein Wunder, dass sich das Ansehen der WHO zusehends dem der UN angleicht.

Internet

WHO: Schweinegrippe-Pandemie ist offiziell zu Ende

Schweinegrippen-Pandemie: Wie die WHO das Vertrauen der Verbraucher verseucht

Edgar L. Gärtner: Vorbeugen ist selten besser als heilen

James Surowiecki: Die Weisheit der Vielen

11. August 2010

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen