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![]() Ansgar Lange, Jahrgang 1971, ist Politikwissenschaftler und Publizist. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Klare Kante aus Westfalen: Der Islam ist nicht Teil unserer Kulturvon Ansgar Lange CDU-Dissident Patrick Sensburg widerspricht Wulff Wenn es um die Probleme bei der Integration geht, dann ist oft von Parallelgesellschaften die Rede, in denen sich die Einwanderer zu Hause fühlen. Man findet solche Biotope flächendeckend in ganz Deutschland, vornehmlich in Großstädten. In ein paar Jahren oder Jahrzehnten könnte es dazu kommen, dass die Deutschen von Herkunft und Geburt in solchen Nischengesellschaften existieren, weil sie zum Beispiel Schweinefleisch essen, in der Bibel statt im Koran lesen oder völlig areligiös sind, weil ihre Frauen kein Kopftuch tragen, man nicht von Hartz IV lebt und auch kein Kanak-Deutsch beherrscht, sondern nur Hochdeutsch. Zur Zeit lebt aber augenscheinlich der Mieter von Schloss Bellevue in einer solchen Parallelwelt. Er heißt Christian Wulff und erfreut sich deshalb eines solchen guten Zuspruchs vom Boulevard, weil er die Trennung von seiner ersten Frau und die Hinwendung zu einer neuen gegenüber der „Bild“-Zeitung nicht unbedingt geschmackssicher vermarktet hat. Man findet das neue Paar im Präsidialamt halt schön – Inhalte zählen da weniger. Vor dem 3. Oktober war der Amtsinhaber nicht gerade durch originelle Beiträge aufgefallen. Er hatte seinem liberalen Amtsnachfolger mit „schottischem Migrationshintergrund“ – wie mag wohl sein „Vordergrund“ aussehen? – eine Sozialministerin hinterlassen, die frisch, unfromm, fröhlich und frei rasch all das abräumte, was für CDU-Leute, die das C noch ernst nehmen, wichtig ist. Auch sein Aktionismus im Fall Sarrazin und seine mangelnde Stilsicherheit im Umgang mit dem schwer gebeutelten Duisburger Oberbürgermeister Sauerland zeigten, dass hier ein Karrierepolitiker noch nicht den Schwenk zum Bundespräsidenten hinbekommen hatte. Seine Rede zum Tag der deutschen Einheit wiederum hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass der Bundespräsident in einer Parallelwelt wohnt, die mit unserem Alltagsdeutschland, das auf christlich-jüdischen Traditionen beruht, nicht mehr viel gemein hat. „Welt“-Autor Thomas Schmidt nannte Wulffs Auftritt „platt und geistig bescheiden“: „Der Bundespräsident tat fast allen wohl und fast niemandem weh“. Und so kam Wulff nicht über die vage Formulierung hinaus, dass man von den multikulturellen Illusionen Abschied nehmen müsse. Wie allerdings ist sein Hinweis darauf zu verstehen, dass es Konsens in diesem Land sei, dass man Deutsch lernen müsse und dass hier deutsches Recht und Gesetz zu herrschen habe? Beim Edel-Italiener bekommt man eben nicht mit, in welcher Sprache sich türkische und arabische Jugendliche unterhalten. Im Döner-Laden kann man zwar seine Bestellung auf Deutsch abgeben, aber die meisten Gäste „mit Zuwanderungsgeschichte“ unterhalten sich dann doch lieber auf Türkisch. Und wehe, man bestellt bei einem Kurden eine „türkische“ Pizza. Die heißt dann natürlich Orient-Pizza. Am skandalösesten an Wulffs Rede ist aber sicher seine Absage an die christlich-jüdische Geschichte, die für unser Land prägend ist. Sehr geehrter Herr Bundespräsident, in unserem Land leben zwar Moslems, und damit haben wir auch kein Problem, aber das Grundgesetz und die Bibel sind uns immer noch allemal näher als der Koran und die Scharia. Als Westfale möchte ich in dieser Kolumne mal keine Lanze brechen für sauerländisches Bier, obwohl ein Veltins natürlich all dem haushoch überlegen ist, was ich mir an meinem Wohnort Bonn durch die Kehle jagen müsste, wenn ich Kölsch kaufen würde. Ich möchte eine Lanze brechen für den CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Hochsauerlandkreis, Patrick Sensburg. Jetzt werden manche Liberale oder Libertäre wieder aufschreien, weil dies selbstredend gegen die reine Lehre verstößt. Dies ist aber egal. Patrick Sensburg bekennt sich in seinem aktuellen Newsletter „Bericht aus Berlin“ nicht nur eindeutig zum C im Parteiprogramm. Er schreibt auch zur Rede des Bundespräsidenten: „Die Aussage des Bundespräsidenten, dass auch der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre, kann allerdings missverstanden werden. Unsere Kultur in Deutschland ist gewachsen aus der christlich-abendländischen und jüdischen Tradition. Der Islam ist somit kein Teil unserer Kultur. Vielmehr bin ich der Meinung, dass sich die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund islamischen Glaubens in unsere Kultur integrieren müssen und unser Grundgesetz und unser gesellschaftliches Miteinander anerkennen müssen“. Sensburg hält vor diesem Hintergrund – diesmal ist es kein „Migrationshintergrund“ – auch nichts von der Einführung von Islamunterricht an deutschen Schulen. Sensburg ist übrigens der Nachfolger von Friedrich Merz in dessen hochsauerländischem Wahlkreis. Wir Westfalen sind eben Freunde der offenen Worte. Schade, dass jetzt zwei Rheinländer um den Parteivorsitz der NRW-CDU streiten. Klare Kante ist im Rheinland, dass musste ich als Mensch mit westfälischem Migrationshintergrund zwischen Bonn, Köln und Düsseldorf erst mühsam erlernen, nicht unbedingt die höchste Tugend. 14. Oktober 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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