30. November 2010

Hochkulturen Preußen, Japan und China

Die Flucht aus dem Eurosozialismus ist die einzige Rettung

Fragt man einen Chinesen nach dem Verhältnis zu den Japanern, kann man gefasst darauf sein, dass einem unverblümt mitgeteilt wird, sie würden diese hassen. Dass die Chinesen den Japanern in der Zeit, in der Rassismus zum Selbstverständnis der Nationen gehörte, als sogenannte „Chinpigs“ weniger als Schweine galten, haben die Chinesen ihnen bis heute nicht verziehen. Den Deutschen rechnen die Chinesen hoch an, dass sie sich nachvollziehbar für die rassistischen Exzesse der Sozialisten (braune) entschuldigt haben, den Japanern verübelt man, dass sie sich damit zurückhalten. Die Deutschen haben die Rassendiskriminierung 1945 aufgegeben, das Musterland der Demokratie, die USA, haben ihre Rassengesetze zwanzig Jahre länger durchgesetzt. Die Indianerfrage hatten sie bereits früher unter Einsatz technischer und biologischer Kampfmittel endgelöst.

Japaner, auf das Verhältnis zu den USA angesprochen, kreuzen die Arme, Chinesen schütteln den Kopf, was das gleiche bedeutet. Die Strahlkraft der US-Kultur entspricht nur noch der einer müden Funzel. Was hier an amerikanischer Kultur transportiert wird, ist in der Regel die Kultur der rappenden US-Unterschicht. Hier liegt aber auch das verbindende Element – der Überdruss an der Identitäten missachtenden US-Kultur und den enteignenden Eigenschaften ihrer „Weltleitwährung“. Die USA definieren ein gemeinsames Interesse von Japanern und Chinesen, sich deren Hegemonie zu entziehen. Die Voraussetzungen dafür liegen im wissenschaftlichen Potential der Japaner und den Produktivkräften der Chinesen.

Weiß man allerdings um die Ressentiments der Chinesen gegenüber den Japanern, wundert es einen, dass überall in China gewaltige Werbetafeln japanischer Großkonzerne in die Landschaft lächeln dürfen. Ein Chinese, der Qualität erwartet, wird immer zu deutschen oder japanischen Produkten greifen, von der Qualität der eigenen hält er nämlich überhaupt nichts. Es gibt keinen international agierenden japanischen Konzern, der nicht in China produzieren lässt. Die Japaner sind ein sehr pragmatisches Volk, den Chinesen geht Geld über so ziemlich alles. So ergibt sich zwischen diesen Mächten eine Symbiose, deren Vorteile für beide Seiten so groß sind, dass es um die bilateralen Beziehungen viel besser steht, als es nach außen hin aussieht.

Aufgrund der außerordentlichen und historisch gewachsenen Beziehungen dieser beiden Mächte zu Deutschland ergibt sich hier ein produktives Potential für die Zukunft. Japaner sehen in uns Deutschen eine entwickelte Kultur auf gleicher Augenhöhe, die Achse Berlin-Tokyo der Weltkriegszeit ist den meisten Japanern unvergessen.

Der Vertriebsmann einer europäischen Firma erzählte mir, ein japanischer Kunde (82) würde aus diesem Grunde gern mit einem braunen original SA-Mantel durch Tokyo Motorrad fahren und seine Geschäftsbeziehungen zu deutschen Firmen mit den Worten einleiten: „Wir haben doch schon früher zusammen gekämpft!“. Für einen Libertären ist das nur deshalb lustig, weil es sich hierbei weniger um ein ideologisches Statement, als mehr um den Ausdruck der Verbundenheit zwischen den Hauptkriegsverlierern und heutigen Vasallen der USA handelt. In diesem Bewusstsein der Demütigung durch das Zerbomben und Niederbrennen zweier Hochkulturen steckt immer noch der Stachel des gleichen Schicksals, obwohl weder Japanern noch Deutschen heute kaum noch nachvollziehbar ist, wieso ausgerechnet wir die Chance zur Freiheit im Größenwahn verspielen mussten.

Den Japanern erging es zu Beginn der pazifischen Kriegsintervention nicht anders als den Deutschen beim Einmarsch in die Sowjetunion: Asien hoffte auf die Befreiung von der Kolonialherrschaft, die Russen auf die Befreiung vom Bolschewismus, weshalb den Truppen anfangs viel Sympathie entgegenschlug. Leider hat die Kriegsgeneration den Krieg nicht als Befreiungskrieg verstanden, sondern als das Gegenteil. In Deutschland wie in Japan waren die produktiven Kräfte dessen, was man als Preußentum bezeichnet – Disziplin, ökonomische Effizienz, Korrektheit, Treue – durch die totalitäre Macht einer durch den Materialismus enthemmten Clique missbraucht worden und wendeten sich nun gegen sich und andere. Der Disziplin der Massen war der Sinn für die Verantwortung für das eigene Handeln abhanden gekommen, nicht zuletzt weil in Deutschland die Säkularisierung durch die antichristliche Aggression der Sozialisten (braune und rote) weit vorangetrieben worden war. Nennenswerter Widerstand ging am Ende nur noch von Gruppen aus, die ihre Kraft aus dem Bewusstsein der natürlichen (göttlichen) Ordnung schöpften, wobei hier beispielhaft der Kreisauer Kreis, aus welchem die Helden des 20. Juli 1944 hervorgingen, zu nennen ist.

Japans Monarchie verkörperte hingegen die älteste durchgehende Dynastie der Welt – seit dem 7. Jahrhundert und dem legendären Jimmu-Tennō. Der Tenno ist das Oberhaupt des Shintō sowie das Symbol des Staates und der Einheit des Volkes. Der Glaube an die einheimischen Götter Japans, die Naturkräfte, aber auch an die vergöttlichten Ahnen war der nationalen Übertreibung aber auch nicht im Wege. Shintō ist eine polytheistische Religion ohne Gründer und ohne festgelegte Lehren, welche die Japaner nicht aufhalten konnte, ihre Hochkultur zu brechen. Wenn ein Volk nicht konsequent und im festen Glauben an den, der höher steht als das, was von Machthabern als Vernunft apostrophiert wird, seine Freiheit im Innern und nach außen verteidigt, wird es durch diabolische Mächte in die Sklaverei geführt. Genau das erleben wir auch heute. Dann bereiten „Guter Glauben“, Fleiß, Disziplin und Loyalität den Weg in den Abgrund.

An japanischen Nationalfeiertagen – und die gibt’s reichlich – kommt nun kaum ein Japaner auf die Idee, die rote Sonne auf weißem Grund zu flaggen: Keine Lust nach dem verlorenen Krieg, wurde mir auf Nachfrage beschieden – es ist also auch in dieser Frage nicht anders als in Deutschland. Wie groß die Demütigung durch uns selbst und andere bei uns nachwirkt, machen andere Nationen wie die Dänen deutlich: Bei denen ist offensichtlich jeder Tag nationaler Feiertag, und der Danebrog weht auf jedem Grundstück. Aber – und auch hier lassen sich ähnliche Entwicklungen in Deutschland und Japan ausmachen – führt der Überdruss an Eigen- und Fremddemütigungen nach so langer Zeit zu einem Interesse der nachwachsenden Generation, sich die eigene Geschichte aufgrund von Fakten und nicht auf linker oder alliierter Propagandabasis zu erschließen.

Sozialisten haben in Japan nie richtig Land gewinnen können, auch nicht, nachdem sie sich 1996 in Sozialdemokraten umbenannt haben, denn sie bekämpfen das Tenno-System, was den gescheiten Japanern nicht zu vermitteln ist. In Deutschland haben es die Sozialisten geschafft, 1918 die Monarchie zu zerstören, dafür gehen wir nun bereits mit dem vierten sozialistischen (rot – braun – rot – rot) Parteienregime unter.

Die Machtlosigkeit der Sozialisten hat den Japanern vieles erspart, womit die Deutschen sich heute plagen müssen. Die Japaner waren nie so kurzsichtig und naiv, sich ihre Homogenität zerstören zu lassen, daher werden sie die sichere Krise, die ihnen ihre Demographie und das kollabierende Finanzsystem bescheren wird, besser beherrschen können als die Deutschen, die sich mit importierten Unterschichtproblemen fremder Kulturen herumzuschlagen haben. Diese Probleme sind eigentlich nur durch ein konsequentes Sozialismusverbot zu lösen, wie es Preußen 1878 zu seinem Schutze versuchte aber wegen seiner Liberalität nicht konsequent genug handhabte („Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“, kurz Sozialistengesetz). Ein Sozialismusverbot wäre sehr heimwehfördernd für diejenigen, welche es sicher nicht wegen des Wetters nach Deutschland treibt, sondern wegen der wohligen Wärme, die unverdiente Transferleistungen spenden. Aber da spielen die deutschen Nettostaatsprofiteure nicht mit.

Obwohl sich Deutschland und Japan in vielem sehr ähnlich sind, nicht zuletzt weil sich Japan nach dem Preußisch-Japanischen Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-Vertrag von 1869 stark an preußischer Verfassung und Recht, Geschichtswissenschaft, Erziehungssystem und Armeewesen orientierte, sind die beiden Staaten nicht mehr miteinander vergleichbar. Es war früher geläufig, die Japaner als die Preußen Asiens zu bezeichnen – arbeitet man in Japan, findet man das auch heute unbedingt bestätigt. Die Wenigen, die sich heute in Deutschland die preußische Haltung bewahrt haben, können nun in Japan die preußischen Tugenden erleben, welche von den Sozialisten bei uns mit politisch-demagogischer Gewalt zerstört wurden. Das was Deutschland heute noch stärker erscheinen lässt als seine europäischen Mitgefangenen, sind zwar immer noch die Folgen des Rechtssystems, der marktwirtschaftlichen Liberalität und des effizienten Bildungssystems des preußisch-deutschen Kaiserreichs, doch nach dem Verkauf der deutschen Souveränität am 8. Mai 2010 zugunsten einer sozialistischen Eurodiktatur gehen nun auch diese Reste über den Jordan und den Rhein.

Deutschland hatte unter den Hohenzollern die stärkste und innovativste Wirtschaft, die höchstentwickelte Wissenschaft und mehr Nobelpreisträger als alle anderen Nationen zusammen – das ist nun Geschichte. Auch der jetzt in Deutschland zu vernehmende, verzweifelte Schrei nach Homogenität („Integration!“) wird den abgefahrenen Zug nicht mehr aufhalten. Die vom ökototalitären Außenminister Fischer aufgestellte Forderung: „Deutschland muss von außen eingehegt, und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi "verdünnt" werden“ ist der brutale Realität gewordene Meineid auf den Schwur „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“.
Auch wenn das heute aufgrund jahrzehntelanger Indoktrinierung kaum noch jemand zur Kenntnis nehmen will, Preußen – nicht nur das Vorbild Japans – war ein Staat mit so positiv herausragenden Rechts-, Freiheits- und Wirtschaftsparametern, dass diese heute irreal erscheinen.

Das Kaiserreich hatte mit 0,9 Prozent die geringste Analphabetenquote (davon sind wir heute weit entfernt), mit 1-2 Prozent die geringste Arbeitslosigkeit (davon ebenfalls), mit 54 Goldmark pro Kopf und Jahr die geringste Steuerbelastung (1913) in Europa (die Steuerlast ist heute 19 mal so hoch, und trotzdem war Preußen bekannt für seine unbestechliche, effiziente Verwaltung), das höchste Bildungsniveau und mit 20 Nobelpreisträgern das höchste Wissenschaftsniveau (davon träumen wir heute), die Führerschaft auf allen industriellen High-Tech-Gebieten (Chemie, Optik, Elektrizität, Spezialmaschinenbau), mit 87 Prozent Weltmarktanteil die führende Stellung der Chemie in der Welt. Das alles war einmal – den Sozen aller Farben sei’s gedankt. Das und viel mehr ist nachzulesen in Ehrhardt Bödeckers Buch „Preußen und die Marktwirtschaft“  eigentlich Pflichtlektüre. Boedecker schreibt: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Höhepunkt unserer jüngeren deutschen Geschichte das ‚Deutsche Kaiserreich’ war. Aber auch Österreich gehört zur deutschen Geschichte und es war kaum weniger erfolgreich.

Spätestens nach dem Zusammenbruch der gegenwärtigen Sozial- und Rechts- und Wirtschaftsordnung in sehr absehbarer Zeit wird man sich dessen bewusst werden. Nur mit den Parametern der vorsozialistischen Epoche würden die Deutschen ihre Identität bewahren und als tragende Säule des kommenden eurasischen Bündnisses die Zukunft gestalten können. Mit dem Eurosozialismus haben wir keine. Gott mit uns.

Literatur:

Ehrhardt Bödecker: „Preußen und die Marktwirtschaft“ (Verlag Olzog, 2006)


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