03. Februar 2011

Athanasios die Glosse Frauenquote

Vivi und die Marine

Nach durchschlagendem Erfolg bei der Marine sollen Frauen jetzt auch in der Wirtschaft aufentern. Wie der Krieg ihnen einst den Zugang zum Militär versperrte, so verhindert heute die Vertragsfreiheit ihre Emanzipation in der Ökonomie. Dem Pazifismus ist mithilfe von Waffentechnik und Rhetorik gelungen, den Krieg abzuschaffen. Warum sollte es dem Feminismus verwehrt sein, durch statistische und psychologische Kriegsführung die freie Wirtschaft abzuschaffen?

Ursula von der Leyen und Kristina Schröder sind angeblich vorgeprescht, der „Spiegel“ und die Telekom aufgesprungen und EU-Kommissarin Viviane Reding nachgezogen. Uschi will 30 Prozent. Tina will eine flexible Frauenquote, freiwillig festgesetzt, aber gesetzlich verpflichtend! Sattelberger von der Telekom fordert freiwilliges Aufentern für weibliche Offiziere („Jobsharing“, Teil- und Auszeit) – und macht eine Erfahrung wie schon Personalvorstände vor ihm: „Wenn man an die Frauenförderung rangeht, berührt man automatisch Tabuzonen.“ Mit Richtlinienkompetenz drohend, führt Vivi das Justizressort der EU-Kommission (von fünf auf 60 Prozent) als Vorbild für das höhere und mittlere Management an. Und der „Spiegel“, federführend in der Frauendebatte, lässt von seinen Chefredakteuren ein „Konzept zur Frauenförderung“ ausarbeiten.

Umgekehrt, vom Kommissionsbüro über die Propagandazentrale zur Ministeriumsküche geht der Siegeszug der wirtschaftlichen Emanzipation. Ganz am Schluss kommt das Allerheiligste der alten Bundesrepublik, das Grundgesetz. Die feministische Fregatte Süssmuth: „Bei der Frage nach Frauenförderung wird seit Jahren sehr schnell die Verfassungskeule geschwungen, um das Thema zu beenden. Jetzt ist es an der Zeit, Regeln herbeizuführen.“ Die Leyen leitet aus dem Grundgesetz eine „Wächterfunktion“ des gleichbehandelnden Staates über den Privatrechtsverkehr ab. Gepäppelt am Busen Europas schießen die Amazonen dem Rechtsstaat die Verfassungskeule aus der Hand.


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