23. Februar 2011

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Über die Sicherheiten anderer Nationalbanken

Griechenland und sein Gold im Wert von 3,7 Milliarden Euro

Ifo-Chef Professor Sinn hat am Wochenende dargelegt, dass die Deutsche Bundesbank Forderungen gegenüber der EZB und deren Notenbanken im Euro-Raum von etwa 326 Milliarden Euro aufgebaut hat. Diese Zahl verdeutlicht, dass die Überschuldungskrise von Banken und Staaten längst nicht überwunden ist, vielmehr immer neue Facetten hat.

Wir erleben die Anfänge der Krise, das wird immer deutlicher. Deshalb ist zu fragen, welche Sicherheiten für Kredite man sich vorbehalten hat, sei es seitens der Bundesbank oder im Rahmen der „Rettungspakete“ durch Deutschland und damit seitens der Steuerzahler. Wenn es sich bei den Maßnahmen um besicherte Forderungen handelt, wie die „FAZ“ schreibt, muss die Frage gestellt werden: Welche Sicherheiten sind tatsächlich hinterlegt? Staatsanleihen der überschuldeten Staaten sind hoffentlich nicht gemeint. Dies wäre eher eine Perversion des Systems.

Jedoch gibt es geeignete Sicherheiten, die noch nicht im Fokus sind. So halten die Notenbanken im Euroraum offiziell Gold in einer Größenordnung von rund 347 Millionen Unzen (Stand Ende 2010), dies entspricht einem derzeitigen Wert von 356 Milliarden Euro. Die Notenbank von Griechenland hält davon 3,6 Millionen Unzen, Portugal 12,3 Millionen Unzen, Spanien 9 Millionen Unzen und  Italien fast 79 Millionen Unzen. Lediglich Irland fällt mit 0,19 Millionen Unzen etwas ab (Stand Ende 2009). Dies entspricht beim aktuellen Goldpreis immerhin im Falle Griechenlands 3,7 Milliarden Euro, bei Portugal 12,6 Milliarden Euro, bei Spanien 9,2 Milliarden Euro sowie bei Italien 80,8 Milliarden Euro. Selbst für Irland haben die Goldbestände der Notenbank noch einen Wert von 195 Millionen Euro. Sollten die Probleme der Überschuldungskrise von Banken und Staaten weiter zunehmen, wird der Goldpreis weiter ansteigen und somit – zumindest teilweise – eine Kompensation der möglichen Verluste bedeuten. Die Hoffnung ist jedoch, dass die Goldbestände auch tatsächlich im Eigentum der jeweiligen Notenbanken sind. Daher gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.


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