07. März 2011

Athanasios die Glosse Fränkischer Koran

Hans-Peter Friedrich, koranisch inkorrekt

Hans-Peter Friedrich, der Guttenberg zwar nicht als Verteidigungsminister beerbt, aber als Verteidiger des untergehenden Abendlandes, hat also festgestellt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Friedrich, Seehofers Kleinwesir aus Oberfranken, verschmäht den Koran, den orientalischen, nicht aber den fränkischen, der in heiligem Dreiklang ertönt: „Die Leitkultur in Deutschland ist die christlich-jüdisch-abendländische Kultur. Sie ist nicht die islamische und wird es auch nicht in Zukunft sein.“ Keine Vielehe, keine Zwangsehe, keine Verheiratung von Kindsbräuten?

Niemals, mögen sich unsere Gutmenschen auch noch so aufplustern – der Islam gehört nicht zu Deutschland. Das ist eine geschichtliche Tatsache und es soll eine Sure des Grundgesetzes bleiben, bis sich Deutschland im Jahre 2095 abgeschafft hat. Aber gehört das Christentum nicht ebensowenig zu uns? Während der echte Codex des kanonischen Rechts dem 12-jährigen Mädchen (und dem 14-jährigen Jungen) keine Hindernisse in den Weg zur Ehe legt, beträgt das gesetzliche Heiratsalter in der Bundesrepublik volle 18 Jahre. Und das ist nur vernünftig. Denn nicht die Geschlechtsreife, sondern der Auto-Führerschein erweist, dass die Braut die Regeln des ehelichen Verkehrs, allen voran die Unfallverhütung, verinnerlicht hat. Andernfalls nämlich geriete der Untergang des Abendlandes in Gefahr.

So sprach ich zu meiner 13-jährigen Verlobten und küsste ihr eine Träne über die Strenge des deutschen Gesetzgebers vom Augenlid: „Nach jüdischem Recht wären wir seit einem dreiviertel Jahr schon verheiratet. Wären wir Dhimmis – Verfassung bewahre! –, stünde der kanonischen Hochzeit nichts im Wege. Abendland, Abendland...“ Enttäuschte Bräute sind schwer zu trösten, Vernunftgründen völlig verschlossen. Bleibt die Hoffnung, einst möge ein waschecht bayerischer Verkehrsminister den Moped-Führerschein ab 15 einführen. Für die Kleinkraftehe. Koranisch inkorrekt.


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