23. März 2011

Athanasios die Glosse Kalte Maronen

Monika Maron und das „Licht des Wissens“

Monika Maron, die ihre Romane als junge Gelehrte ins Lektorat der Stasi gab, ist zwar mit dem Versuch gescheitert, in Berlin einen Salon zu eröffnen. Dafür hat sie den Lessing-Preis des Jahres 2011 verliehen bekommen. Nicht den Lessing-Preis des DDR-Kultusministeriums, auch nicht den der „Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“, sondern den Preis des Freistaates Sachsen. In ihrer Dankesrede „Das Licht des Wissens“, veröffentlicht im Portal „DerWesten“, erzählt sie lässig, wie dem Westen einst das Licht aufging:

„Während das Christentum und das Judentum nach zähen Kämpfen den säkularen Gedanken und die Gültigkeit universaler Menschenrechte in ihre Heilslehre integriert haben, hat der Islam seit dem 12. Jahrhundert jeden Versuch einer philosophischen Auseinandersetzung mit seinen religiösen Schriften verhindert.“ So ist das mit der Säkularisierung, die vom Philosophen Hans Blumenberg eine „Unrechtskategorie“ zur Enteignung geschimpft worden ist. Eine Religion setzt sich mit ihrer Schrift auseinander, indem sie die Menschenrechte „in ihre Heilslehre integriert“! Integrationsverweigerung heißt bei Westlicht besehen: Die Muslime verweigern dem Grundgesetz die Integration in die Aqida; sie weigern sich, Art. 1-19 GG auf die sechs Säulen des Islam zu stellen.

Wer das Licht dieser Weisheit inhaliert hat, kann, nein darf, nein muss vor’m und im „Spiegel“ halluzinogene Reden schwingen. Der soll ruhig glauben, dass das Allherrscher-Grundgesetz, „das die Religionsfreiheit garantiert, ausnahmslos über der Religionsfreiheit“ stehe. Und dass diese Laiendogmatik einer Ossikirche des Verfassungsrechts ohne Ausnahme „für Christen, Juden, Hindus, Muslime und alle anderen“ zu gelten habe. (Niemand hat die Absicht, ein Staatskirchentum zu errichten!) Einen Salon eröffnet er besser nicht. Denn Feingeistern und Feinschmeckern gelüstet nach Feinerem als nach den kalten Maronen der Aufklärung.


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