11. Mai 2011

Athanasios die Glosse Goethe für'n Arsch

Integration und Dichtung

Ein evangelischer Ex-Dekan aus Brackenheim hat herausgefunden, dass Johann Wolfgang von Goethe in Wahrheit ein türkischer Dichter gewesen ist. Goethe, dessen Vatersväter sich „Göthe“ schrieben und dessen Kindeskinder ihn „Göte“ schreiben werden, ist der Nachkomme eines von Deutschrittern um 1300 nach Brackenheim verschleppten Türken. Aus seinen türkischen Genen habe Göte die Inspiration zum „West-östlichen Divan“ geschöpft.

Der Religionsstifter der gebildeten Deutschen – ein Türke? Halb so schlimm! Auf dem Stammbaum des russischen Nationaldichters Puschkin wurde vor langem schon ein „Hoftürke“ gesichtet, Gannibal, der Mohr des Zaren Peter. Trotzdem ist es bislang keinem Afrikaner gelungen, in Russland Integrationsminister zu werden, geschweige denn Präsident. Ohne Auswirkungen auf die Goethe-Religion wird die neue Enthüllung aber nicht bleiben. Die Streitfrage, wie die Verse „Gottes ist der Orient, / Gottes ist der Okzident“ zu lesen sind, ist nun beantwortet: Ganz gleich ob Allah nach Osten oder nach Westen angebetet wird, ob in Richtung Jerusalem, Mekka oder Weimar, der Gläubige „ruht im Frieden seiner Hände“. Und in Allahs Hände sind wir Deutsche ja gegeben, seit der „Divan“ 1819 in der Cotta’schen Buchhandlung erschienen ist. Das „fatum mahometanum“, die islamische Prädisposition, sie zirkuliert im Blut unserer Leitkultur.

Die gute Nachricht: Die Integration der Türken war 142 Jahre vor ihrer Ankunft in Deutschland schon geglückt. Warum weigern sich Deutsch-Türken heute, ihren „Urvater“ (wie der Württemberger Dekan seinen Göte nennt) in der Grabmoschee zu Weimar anzubeten? Ganz einfach, in ihrer Muttersprache ist „göte“ wortwörtlich für’n „Arsch“. Höchste Zeit also, den „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ in die Lehrpläne der Haupt- und integrierten Gesamtschulen zu schreiben. Der Ton macht nämlich die Integration.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Athanasios

Über Athanasios

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige