25. Mai 2011

Athanasios die Glosse Gauweiler und das Nazigold

Die Griechen wollen's wissen

Letzten Februar machte sich Pangalos in Deutschland einen Namen. Der Stellvertreter des Ministerpräsidenten von Griechenland stellte im BBC-Fernsehen klar, nicht Tantalos, der frevlerische Vater seines sozialistischen Vorgesetzten Papandreou, sondern die deutschen Nazis hätten den Sturz seines Landes in den Tartaros zu verantworten: „Sie haben das Gold aus der Bank von Griechenland weggeschafft und es nie zurückgegeben.“ Nun hat ein deutscher Politiker mit verdächtigem Namen im „Münchner Merkur“ Verdächtiges verlauten lassen.

Die Griechen sollen aus der Währungsunion austreten und „eine Regierung der nationalen Einheit“ bilden! Nationale Einheit, das läuft Pangalos eiskalt das Pankreas runter. Aber keine Sorge, Gauweiler hat sich bereits nach dem Nazigold erkundigt, mit dem die Griechen ihre frisch eingeführte Währung decken könnten. Er hat die Bundesregierung für seine griechischen Schutzbefohlenen gefragt, wie hoch die Goldbestände der Bundesbank seien, wo sie zu welchem Anteil gelagert werden – und ob sie „bei der Federal Reserve Bank of New York in den USA“ auch regelmäßig für die Griechen „körperlich in Augenschein genommen“ werden. Mit den Antworten der Parlamentarischen Staatssekretäre Koschyk und Kampeter kann sich Gauweiler diesen Sommer aber schlecht in den Griechenlandurlaub trauen. Wenn aus oder mit dem Gold noch kein Scheiß gemacht worden ist, steht doch zu befürchten, dass der deutsche Adler mittlerweile seine nähere Bestimmung zum Seeadler erfahren hat.

Zumindest dürfte es schwer fallen, ihn im Zuge einer Wiedergutmachung zum Phönix umzuprägen, der aus der Asche Griechenlands als Drachme wieder ersteht. Wenn Pangalos uns nicht glauben will, so möchte er sich von den hundertarmigen Schlüsselführern der Fed den Weg in den Sperrbezirk des Hades weisen lassen. Buh, wer weiß, was ihn erwartet: der Drachmentöter Siegfried womöglich?


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