Athanasios

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Athanasios die Glosse: Adenauer unter Air Force

von Athanasios

Merkels Maschine auf Abwegen

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, die Kanzlerin äußerte ihr Erstaunen über den Jungfernflug mit Konrad Adenauer wie ein morgendliches Gähnen. Adenauer, ein Airbus A340, ist der neue Regierungsflieger. Er löste auf dem Flug zum Eurofighter-Geschäft nach Indien jenen Airbus A310 ab, der 1990 wie seine oberste Insassin aus Honeckers Altbeständen einrangiert worden war. Genau genommen handelte es sich um einen Altjungfernflug; denn Adenauer II. hatte schon zehn Jahre als VIP-Flieger auf dem Buckel, als er für die Politprominenz generalüberholt wurde.

Jetzt verfügt Adenauer340 wie sein Namenspatron über eine eingebaute Freund-Feind-Erkennung. Nicht aber über eine native wie der Iran, der ihm kurz vor Einflug die Überfluggenehmigung wieder entzog. So verdeutschte die iranische Luftverkehrsüberwachung die „Air Force 1“ von Angie kurzerhand und zwang sie zu einer Extrastunde in der Türkei. Derart unter Luftzwang, drehte der Flieger vier Straf- oder Aufklärungsrunden über dem Vansee (ohne früh am Morgen auf badende Islamisten zu stoßen). Die iranische Behörde hielt derweil mit türkischen Diplomaten eine Vanseekonferenz ab — mit dem Ergebnis, dass man sich von den 13.500 Kilometern Reichweite des deutschen Staatsfliegers nun überzeugt habe. Ein Notankern in Ankara blieb Konrad Adenauer gerade so erspart.

„Wir mitreisenden Journalisten haben an den kleinen Bildschirmen bemerkt, dass die Flugroute plötzlich im Kreis verlief“, erzählt Bettina Schausten, die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios. Auf den eigenen Bildschirmen ist ihr jener merkelwürdige Kreiskurs bislang verborgen geblieben. Die Kanzlerin, so Schausten weiter, sei mit der Situation „unaufgeregt“ umgegangen. Sie verschnarchte nämlich den Flug, weil sie in der Nacht zuvor nach dem iranischen auch das deutsche Atomprogramm zur Strecke gebracht hatte. In der Tat, Angela Merkel hat so einen Flug bis heute nicht erlebt.

01. Juni 2011

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