09. Juli 2011

Marktkommentar Euro – sie wissen nicht mehr weiter

Wie Europa kaputtgerettet wird

Griechenland ist zwar wieder einmal „gerettet“ worden, indem die Euro-Finanzminister die dringend notwendigen 12 Milliarden Euro überwiesen haben. Jedoch kommen über 50 Prozent davon alleine von Deutschland. Das heißt, von Solidarität unter den Eurostaaten ist keine Rede mehr. Nur mehr wenige Staaten sind bereit, in das Fass ohne Boden, Griechenland, noch weiteres, verlorenes Geld zu stecken. Wer noch zahlt und wer nicht mehr zahlt, wird aber als Staatsgeheimnis betrachtet. Vermutlich zahlen nur mehr Deutschland, Frankreich, Österreich und einige andere Idioten.

Diese Überweisung löst nur die unmittelbaren Probleme von Griechenland. Für den großen „Nachschlag“ von 120 Milliarden Euro, für den sich der große Euro-Zampano, Jean-Claude Juncker aus Luxemburg, stark gemacht hat, gab es natürlich keine Zahler mehr. Also versucht man, die Laufzeit der auslaufenden Griechenbonds so zu verlängern, dass möglichst kein Default herauskommt. So sollten diese Mistpapiere nach einem französischen Vorschlag auf 30 Jahre verlängert werden, wobei sie 10 Jahre lang nicht gehandelt werden können. Das ist klarerweise ein Default, also ein Staatsbankrott, wie die Rating-Agenturen feststellten.

Griechenland ist so oder so pleite

Solche Vorschläge zeigen, dass die Politiker der Eurozone nicht mehr weiterwissen. Egal, was sie zum Griechenland-Problem vorschlagen, es kommt ein Default heraus. Das Land ist einfach pleite und sollte dieses auch zugeben und aus dem Euro ausscheiden. Dafür steht es jetzt unter EU-Zwangsverwaltung. Kontrolleure aus EU und EZB sollen alles überwachen. Das wird den Hass der Griechen auf die EU noch mehr steigern.

Im EZB-Turm zu Frankfurt herrscht totale Panik

Nachdem die EZB sich an Pleitebonds aus Griechenland und anderen Pleitestaaten der Eurozone vollgesogen hat, herrscht dort die totale Panik vor dem Default dieser Papiere, was den eigenen Bankrott besiegeln würde. Das schreibt der Spiegel: „Laut einem Bericht der britischen ‚Financial Times’ erwägt die Europäische Zentralbank (EZB) selbst dann noch Griechenland-Anleihen zu kaufen, wenn eine oder zwei Rating-Agenturen das Land für zahlungsunfähig erklären. Nur wenn alle drei großen Agenturen den Daumen über Griechenland senkten, würde sie den Kauf Athener Schuldenpapiere einstellen.“

Normalerweise nimmt eine Zentralbank nur Papiere, die zumindest ein Investment-Rating haben. Aber die Panik im EZB-Turm ist unendlich groß. Real ist die EZB pleite und ihr Euro ist es auch. Kein Wunder, dass sogar schon große Zeitungen wie die „Welt“ ihren Lesern laufend empfehlen, endlich aus dem Euro zu flüchten. Diesem Rat kann man nur zustimmen.

Aber wohin? Der US-Dollar ist auch pleite, genauso das Pfund und der japanische Yen. In China beginnt gerade der große Crash wegen der vielen faulen Schulden. Also kann man nur mehr das Papiergeld-System verlassen und etwa in Gold gehen.

Der finale Goldpreis-Ausbruch dürfte begonnen haben

Ende April 2011 wäre es schon fast passiert. Da erreichte der Goldpreis fast $1600/oz und der Silberpreis fast $50/oz, bis die Preise auf Befehl der US-Regierung wieder gedrückt wurden. Aber jetzt dürfte beim Gold der nächste Preisausbruch begonnen haben. Vermutlich kann dieser nur mehr etwas gebremst, aber nicht mehr gestoppt werden, dann haben wir bei einem Goldpreis von ca. $1600 die weltweite Währungskrise, wenn alle aus dem Papier flüchten.

Das ist das Systemende. Die Konkursverschleppung seit 2008 hat dann ein Ende und bringt die Währungen selbst um. Der Untergang kann dann innerhalb eines Tages passieren, so extrem angespannt ist die Lage. Die Wahrscheinlichkeit, dass das noch im Sommer 2011 passiert, ist groß. Wer nicht vorbereitet ist, und sich nicht in den Rettungsbooten aus Gold und Silber befindet, wird wahrscheinlich nichts mehr retten können. Der Euro wird sich dann bald auflösen.


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