17. August 2011

Athanasios die Glosse Angriff der Neutrino-Schlampen

Geschlechterkampf mit Reizwaffen

Der „Slutwalk“ ist mehr als ein Auflauf gegen einen kanadischen Polizisten, der den väterlichen Rat ausgab, Frauen sollen sich nicht wie Schlampen anziehen, damit sie nicht vergewaltigt werden. Er ist auch mehr als ein Aufstand gegen die „Mythen“, in denen der Frau eine Mitschuld an der Vergewaltigung zugesprochen wird. Der Schlampengang ist eine Demonstration der Macht, die Waffen der Schlampen sind ihre weiblichen Reize.

Doch Reize sind Waffen wie Neutronenbomben. Sie sind erfolgreich eingesetzt, wenn der Angreifer und der Angegriffene neutralisiert sind. Die Schlampen haben ihre Freier erst besiegt, wenn die naturgemäßen Reaktionen auf die Reize unterbleiben. Dann sind aber die Busen, Vulven und Kurven keine Reize mehr, sondern Rudimente einer toten Vergangenheit. Von diesem Trümmerfeld des Geschlechterkampfes künden die Sprüche auf den Plakaten unserer Berliner Neutrino-Schlampen: „Wer ficken will, muss freundlich sein“ — wer freundlich ist, darf aber nicht ran. „Hübsch, sinnlich, sexy — aber ich will keinen Sex“, denn der Feminismus macht mir dabei ein schlechtes Gewissen. „Theoretisch muss es möglich sein, dass eine Frau nachts halbnackt durch einen Park läuft und unbelästigt bleibt.“ Ist es aber wirklich so, läuft noch etwas falsch außer der Frau. Der korrekteste Spruch stand auf dem Papplakat einer falben Soziologin mit großen Brustwarzen: „Konsens ist sexy.“

Konsens ist Nonsens. Wer über den Geschlechtsakt redet, macht ihn zum Sprechakt. Der geschlechtergerechte Verkehr unserer Möchtegernschlampen ist der längste Coitus interruptus der Welt. Es genügt nicht, sich unzüchtig zu verkleiden und eine Marien-Magdalenen-Prozession vom Wittenbergplatz bis zum Gendarmenmarkt zu führen, um eine wahre Schlampe zu sein. Jeder Akt zwischen Mann und Frau ist eine kleine Vergewaltigung in drei Akten: verführen, entführen, einführen. Die richtigen Feministinnen wussten es noch.


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