02. November 2011

Athanasios die Glosse Bottom-up durchs Netz

Volker Beck und das Menschenrecht aufs Internet

Volker Beck, der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, kennt sich im Internet aus. Wenn er mal nicht zur Eierernte in Russland weilt, surft er nämlich gern im Netz. Dort sucht er (wie er in einem Gastbeitrag für die FAZ zugibt) entweder nach den Klarnamen hinter den „Rassisten“ und den „christlichen Hasspredigern“, von denen er „durch den Dreck gezogen“ wird wie kein anderer. Oder er übt sich in Kommunikation bottom-up. Künftig will er jedermann etwas twittern, also fordert Beckie ein weltweites Menschenrecht „auf Netzzugang“.

Damit ist nicht gemeint, dass man jedem Menschen — unabhängig von Religion, Geschlecht oder Hautfarbe — ein Netzwerkkabel in den Allerwürdigsten stecken solle. Es muss einfach jeder jenes Recht haben, egal ob es in seiner Wüste, seiner Steppe oder seinem Dschungel einen Computer und eine Netzverbindung gibt oder nicht. Schließlich hat ja auch jeder Indio am Amazonas ein international verbürgtes Recht auf Pressefreiheit, selbst wenn er einen Journalisten, der sich ihm auf einer donnernden Riesenlibelle nähern wollte, mit Pfeil und Bogen empfangen würde wie einen trojanischen Reiter. Dafür gibt es am Amazonas keine Zensur, sondern Lendenschürze und Penisköcher. Im Internet hingegen funktioniert die „Entfernung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen“, wie Volker Beck weiß, „weltweit relativ gut.“

Nicht nur gesperrt, gelöscht sind die widerlichen Seiten, auf denen Männer zum Geschlechtsverkehr mit halbwüchsigen Mädchen gezwungen werden. Dass auch Bilder auf der Strecke bleiben, die Einblick in den pädagogischen Eros humanistischer Erziehungsstuben gewähren, ist dabei hinzunehmen. Verständlich findet Beckie aber, wenn Menschen anonym „durch das Netz surfen wollen.“ Besonders Jugendlichen sei dazu zu raten, besonders in autokratischen Staaten. Wo die Webcam oft die einzige Verbindung ins aufgeklärte Ausland ist.


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