03. Dezember 2011

Athanasios die Glosse Rotes Chaos gegen braunen Terror!

Lehren aus der Oberliga Nordost-Süd

In der Oberliga Nordost, Staffel Süd, ist es vor einer Woche zum Super-Gau gekommen. Nun hat das Dezernat Staatsschutz der Kripo Südwestsachsen zwei Ermittlungsverfahren aufgenommen. Erstens wird den Fans des FSV Zwickau zur Last gelegt, im Spiel gegen die zweite Mannschaft von Erzgebirge Aue folgende Parole gerufen zu haben: „Terrorzelle Zwickau — olé olé olé“. Zweitens war in einem Video auf der Webseite des FSV zu hören, wie jemand in der Kabine des Vereins in die „Sieg“-Rufe ein „Heil“ einstreute.

Die Trainer und die Schiris wollen nichts gehört haben, der Verein „verwahrt sich mit Nachdruck gegen jedwede Form politisch motivierten Extremismus in unserer Gesellschaft. So gehörte unser Verein zu Jenen, die spontan dem Aufruf der Oberbürgermeisterin folgten, um den ‚Aufstand der redlichen Zwickauer gegen braune Gewalt‘ zu unterstützen.“ Nur zieht diese Verwahrung nicht, denn mittlerweile hat ein Spieler den Heil-Ruf gestanden. Und der FSV-Präsident zeigt sich unverbesserlich, will den Namen des Super-Gau-Leiters nicht verraten: „Er wird bestraft werden, aber wir wollen ihn nicht zerstören.“ Besser als sich zu verwahren gegen etwas, das man verurteilen sollte, wäre Zerstörungs- und Verwahrungshaft des Unheil-Heilers. Kein Wunder, dass sich der Staatsschutz dagegen verwahrt, von den FSV-Fans mit Olé-Rufen gefeiert zu werden. Und wenn schon, dann bitte unter Klarnamen.

Gegen Rechtsextremismus (wie der braune Sozialismus in der Verwaltungssprache der Einfachheit halber genannt wird) hilft nur eines: rotes Chaos. Sagt zumindest ‚Red Kaos‘, das die Heimspiele boykottiert, seit 30 Mitglieder dieser Fangruppe wegen eines Platzsturms gegen Dresden bis zu drei Jahren Stadionverbot bekommen haben. Wie kann man eine Gruppe verfolgen, die schon heißt wie der Soll-Zustand der EU? Gegen braunen Terror zieht nur rotes Chaos, platzstürmend, alarmschlagend. Nichts gelernt drüben, aus der Vergangenheit.


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