17. Februar 2012

Islamismus und Globalisten Christenverfolgung im Nahen Osten

Die Deutschen kann sie nicht rühren

Seit der militärischen Erledigung Saddams sind bis heute hunderttausende von Irakern unter mörderischen Umständen von zumeist nichtirakischen Söldnern aus ihremLand vertrieben worden. Die Zerstörung zahlloser Kirchen, die ideologisch motivierte und systematisch betriebene Ausmordung christlicher Gemeinden im Nahen Osten und die endgültige Auslöschung der Lebenswelt dieser wehrlosen Menschen kann die Deutschen nicht rühren. Sogar der Papst hat es aufgegeben, seine Landsleute daran zu erinnern. In ihrer namenlosen Naivität schwärmen sie wie der besoffene Hölderlin vom Volk und seiner Seele, und sie zerbrechen sich den Kopf darüber, wie „den Syrern geholfen werden könne“. Den überforderten Präsidenten eines schwachen, unterentwickelten Landes, der sich wie einst der kleine Dollfuß in seiner Beschränktheit und in seinem uns wohl unverständlichen Pflichtgefühl als Nationalist auch gegen die Verblendeten und zu allem Bereiten stellt, nennen sie einen blutrünstigen Diktator. Bis unter die Zähne bewaffnete Söldner, denen man aus dem Ausland sogar Mitgliedsausweise (Pullach, bitte kommen!) für ihre Banden finanziert und in den Tagesthemen zeigt, werden für hilflose Zivilisten ausgegeben.

Die letzte Schutzmacht der Christen im Nahen Osten, die grotesk antiquierte und delirante Syrische Republik, erscheint als ein Reich des Bösen. Mir erscheint das anders. Ich habe den Eindruck, dass den Völkern des Nahen Ostens durch die charakterlose und skrupellose Haltung der europäischen Globalisten die sogenannte Freiheit wie eine Sozialleistung aufgezwungen werden soll. Man ist bereit, sich in Auseinandersetzungen, die man nicht verstehen will, blind und blutig oder hinterrücks einzumischen und auch noch den letzten Gründungsmythos einer aufkeimenden neuen Ordnung im Nahen Osten durch diese ekelhafte Bevormundung zu vergiften. Wenn in Ägypten eine so lächerliche Institution wie die Adenauer-Stiftung (Pullach!) zur Ordnung gerufen wird, verstehe ich das als einen Widerstand gegen diese Zumutung. Die doofe Zerstörung und der Mord sind dem Demokraten eine verhaltene Freude, solange sie in sein Weltbild passen, und der Aufstand von bezahlten Lügnern, Verbrechern und Verzweifelten wird als Freiheitsporno konsumiert. Es ist schrecklich, ja es ist zum Verzweifeln; und angesichts der offenkundigen Christenverfolgung in den Ländern des sogenannten arabischen Frühlings sehe ich in meinem paranoiden Weltbild den Islamismus als eine Ideologie der Mobilisierung, als ein sich rührendes museales Monster aus dem Einweckglas, das so lebendig und für das Gedeihen der arabischen Völker so notwendig ist wie ein Kropf.


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Fritz Gstättner

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