12. Juni 2012

Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ „Spar“-Lampen, die Killer mit Quecksilber

Wie die EU mit ihrem „Spar“-Lampenzwang die Menschheit verpestet

Das Quecksilber in einer „Spar“-Lampe reicht aus, um das zentrale Nervensystem eines Kleinkindes derart anzugreifen, dass es als Symptom unkontrollierte Zuckungen in Form von Langzeitschäden zeigt und ihm alle Haare ausfallen, ganz so wie nach einer Chemotherapie für Krebskranke. So ist dies in Bayern geschehen, als eine brennende Leuchtstofflampe zerbrach und ein Kind die gefährlichen Quecksilberdämpfe einatmete. Eine EU-Leuchtstofflampe enthält nämlich gesetzlich geregelt bis zu fünf Milligramm Quecksilber. Das ist eine Menge, die ausreicht, um 5.000 Liter Trinkwasser ungenießbar zu machen. Diesen und andere Sachverhalte klärt der neue Film „Bulb Fiction“ auf.

Wie Atommüll: Quecksilber zerstört die Erbinformation im Körper

Eine Dosis eines bestimmten Schadstoffs wie Blei, die ansonsten nur ein Prozent einer Rattenpopulation tötet, vernichtet in Kombination mit der gleichartig toxisch wirksamen Menge Quecksilber alle, also 100 Prozent, der Ratten. Dies beschreibt der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin Joachim Mutter. Der Grund: Quecksilber verhindert den Reparaturprozess der DNS, der Informationsträger in den Körperzellen. Sind die Zellen derart im Kern geschädigt, kann sich der Körper auch nicht mehr wirksam gegen andere Schadstoffe verteidigen. Diese Kombinationswirkung erklärt Gary Zörner, der Geschäftsführer des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik „LAFU“. Quecksilber wirkt also genauso wie Atommüll, der durch seine Strahlung ebenfalls die DNS zerstört und so zu schweren Krankheiten und Missgeburten führt.

Ein perverses EU-Gesetzgebungsverfahren bewirkte die Gift-„Sparlampe“

Der einzige EU-Parlamentarier, der sich von Beginn an gegen das Verbot der klassischen und gefahrlosen Glühlampe ohne Quecksilber aufgelehnt hat, ist Holger Krahmer. „Im Jahr 20 nach dem Mauerfall und des Frohseins über gewonnene Freiheit“, sagt Holger Krahmer, der selbst aus der DDR kommt, „erinnert mich vieles, was die EU-Kommission hier macht, an Politbüro, das hat diktatorische Züge.“ Er schlussfolgert: „Es ist schon eine sehr gefährliche Entwicklung, dass wir Administratoren haben, die sich aus dem EU-Vertrag die Möglichkeit ableiten, über unsere Köpfe hinweg eine Entscheidung zu treffen.“ Der Film „Bulb Fiction“ erklärt detailliert, wie pervers Gesetze in der EU durch sogenannte „Komitologien“ (Verwaltungs- und Expertenausschüsse) und die EU-Kommission zustande kommen, bei denen das EU-Parlament oder gar nationale Parlamente kaum oder keinerlei demokratische Kontrolle haben. Über das Verbot der Glühlampe wurde im Europaparlament beispielsweise nie abgestimmt.

Lobbyinteressen skrupelloser Machthaber stecken hinter der EU

Das Verbot der klassischen Glühbirne erwirkten Vertreter der Großindustrie, um die Konkurrenz zu ersticken und sich auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Konsumenten zu bereichern. Durch das Glühlampenverbot schalteten sie den Wettbewerb aus und erschlichen sich ein durch die EU abgesichertes Monopol. Der Ökonom Max Otte sagt dazu: „Es gibt viele Möglichkeiten, wie Geld Einfluss nehmen kann, ohne dass man direkt von Bestechung reden kann.“ Professor Otte erklärt: „Für mich ist dieses Europa ein Europa der Konzerne. Die Konzerne haben schon längst die Herrschaft übernommen in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Und gerade, was die Regulierungsfragen bei Branchen und Industrien angeht, ist der Einfluss der Konzerne enorm.“ Schließlich sitzen die Vertreter dieser Konzerne in den Komitologien, wo sie die Gesetzesentwürfe für die EU-Kommission selbst schreiben. Oder sie schreiben Studien und propagieren diese dann über Organisationen wie Greenpeace, wie der Film ebenfalls zeigt. „Da ist eben aus dieser Mischung der gesteuerten bezahlten Expertisen, Druck der Industrie, Möglichkeiten für die Politik, sich zu positionieren, ein Druck geschaffen worden, der wirklich nicht nur die Demokratie aushebelt, sondern Recht und Gesetz aushebelt“, trifft es Max Otte auf den Punkt.

Der EU-Beamte, der für die Vorbereitung des Gesetzes zum Glühlampenverbot zuständig war, darf im Film nur anonym auftreten. Der bei der Gesetzeseinführung zuständige EU-Kommissar wie auch der aktuelle EU-Kommissar Günter Oettinger wollen sich selbst gar nicht dazu äußern. Der damals zuständige sei nicht mehr im Amt, der aktuelle wäre bei der Gesetzgebung selbst noch nicht dabei gewesen und könne sich darum nicht äußern. Der Film thematisiert auch, dass es wie beim Atommüll noch kein Endlager für die nicht wiederverwertbaren quecksilberverseuchten „Spar“-Lampen gebe und sie darum lediglich zwischengelagert werden. Dieses Problem könnte man jedoch lösen. Nach dem Verursacherprinzip könnte das „Spar“-Lampen-Gift dort abgelagert werden, wo es hergekommen ist. In der EU-Kommission, bei Greenpeace und in der Leuchtstofflampenlobby. Lasst es euch schmecken.

Link

Bulb Fiction – der Film


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Ralph Bärligea

Autor

Ralph Bärligea

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige