20. Oktober 2012

Athanasios die Glosse Nazis from Inner Space

Furcht vor der Gefahr aus dem Untergrund

Wie Bundesinnenminister Friedrich der „Welt am Sonntag“ verraten hat, geht das Bundeskriminalamt „mit Stand von Mitte September von zuletzt 110 mit offenen Haftbefehlen untergetauchten Rechtsextremisten aus.“ Das sind zwar noch genug, um eine Reihe von Kriminalfällen zu lösen, wenn die Wattestäbchenfabrikarbeiterin wieder mal ein Alibi hat. Nach Informationen jener Zeitung sollen es vor einem knappen Jahr aber „noch 140 bis 150 gewesen sein.“ Sind die 30 bis 40 ehemals Untergetauchten aufgetaucht oder abgezogen worden?

Planen die Neonazis im Untergrund „unbehelligt ähnliche Gewalttaten“ wie ihre Kameraden aus Zwickau, so wie Cem Özdemir befürchtet? Und wie tief sind sie eigentlich untergetaucht? Ohne Zweifel sind sie mit dem Wohnmobil nach Neuschwabenland gefahren, in die Hohle Erde gestiegen und tüfteln jetzt mit der Flugscheiben-SS an den Todesstrahlen der Reichsflugscheiben. Bislang drohte nur Kühen und Königspinguinen akute Gefahr. Da die Antarktis von unten schmilzt, könnte es bald auch in Deutschland ungemütlich werden, wenn der ‚Deutsche Antarktische Untergrund‘ wieder auftaut und -taucht. Nur eine Zusammenarbeit aller Geheimdienste und Klimaschützer kann uns vor der untergründigen Gefahr durch den Terror in ‚brun obscure‘ bewahren. Aber wie, wenn es in irgendeinem biederen Wohnviertel in Ostdeutschland einen Ausgang aus der inneren Welt gäbe?

Wie steht es um die Sorge von Özdemir? Ist in Zukunft mit Nachahmern des NSU zu rechnen, will die „Welt“ wissen: „Nachahmer, die wahllos Leute erschießen und davon nichts verlautbaren“, antwortet der Innenminister, „erwarte ich nicht.“ Das wäre ja auch zu absurd. Politische Terroristen, die aus dem Untergrund kommen und sich ihre Opfer gar nicht aussuchen. Die ein politisches Ziel verfolgen, aber überhaupt kein Bekenntnis veröffentlichen. Um auf sowas zu kommen, muss man wirklich zu viel Nazi-Science-Fiction konsumiert haben.


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