01. November 2012

Athanasios die Glosse Eine gemäßigte Diktatur

Felix Austria und der Mann im Mond

„Du kannst in einer Demokratie nichts bewegen. Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, die sich wirklich auskennen.“ Das hat Felix Baumgartner auf die Frage geantwortet, ob der Sprung in die Politik „eine Option“ für ihn sei. Den Sprung in die Pseudo-Politik hat er schon gewagt, als er sich von Ban Ki Moon zum UN-Sonderbotschafter ernennen ließ. Im Gegenzug bot „der mutigste Mann der Welt“ (Moon) dem Generalsekretär an, ihm das Fallschirmspringen beizubringen.

Herr Moon gab seine „wahnsinnige Angst“ zu, schützte aber seine Körperschützer vor, ohne die er sich nicht einmal auf dem Erdboden frei zu bewegen wagt: „Meine Bodyguards haben ‚nein‘ gesagt.“ Dabei wäre er wohl nirgendwo sicherer vor Attentätern als mit Fallschirm in der Luft – er ist ja kein Liberaler, der mit Diktatoren sympathisiert. Übrigens, was unterscheidet den gemäßigten vom unmäßigen Diktator? Dass er das Privateigentum achtet und nur diejenigen gefangen nimmt, die sich daran vergreifen wollen. Dass er seine diktatorischen Vollmachten dazu nutzt, sein Land wirtschaftlich voranzubringen, statt es in die Sackgasse der Autarkie zu geleiten. So wie Park Chung Hee in Südkorea? Der hielt sich wahrscheinlich selbst für den mutigsten Mann der Welt und hätte nicht gezögert, mit Mr. Austria aus dem Flieger zu springen. Und was unterscheidet die Schweiz von Österreich?

Baumgartner: dass man seine Steuererklärung mit dem Finanzminister besprechen kann. Deshalb hat er auch seinen Wohnsitz dorthin verlegt. Ob Felix Austria „auf seinem Ausflug in das Weltall doch etwas zu wenig Sauerstoff abgekriegt“ hat, wie eine Pendlerzeitung vermutet? Oder hat er auf dem Sprung aus der Stratosphäre seinen Schöpfer getroffen? Dann wird er sich Flügel leihen und vom aufgeblasenen Mond (bunky moon) nach Europa zurückfliegen. Kommissare mit Kenntnissen in der Privatwirtschaft werden gebraucht.


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