28. Februar 2013

Populismus Der, Die, Das ...

... oder die Angst der Planierraupen vor der Zivilcourage

Eigentlich müsste das Verhalten der politischen Legokaste – es gilt, aus schwarzen, roten, gelben und grünen Steinchen dieselbe schlechte Figur immer wieder neu zusammenzusetzen – und ihrer dazugekauften Hofschreiber und -funker angesichts des Wahl-„Debakels“ in Italien einen stolzen Glanz in Volkes Augen zaubern: „Och guck mal Micheline, unsere Politiker haben ihr erstes Wort gelernt: ‚Populist‘.“ – „Ja, total süß!“  Okay, das mit den gelben Steinchen nehme ich zurück. Ist die FDP doch trotz aller berechtigten Kritik immer noch eine Partei, in der es zumindest Reste von Liberalismus oder libertärem Gedankengut gibt, was sie mir – ich kann nicht anders – weitaus symphatischer macht als die christgrünsoziale Enteignungsmafia. Schade nur, dass die FDP ihre historische Chance noch nicht begriffen zu haben scheint; würde sie dem Volk endlich mal alles auftischen, was sie über die Euro-Lüge weiß (und ich weiß, dass sie es weiß),  könnte sie als diejenige Partei in die Nachkriegsgeschichte eingehen, die ihre Wähler eben nicht unentwegt belog.

Sogar dem zunächst als Messias 3.0 – nach Jesus, Messias 1.0, und Obama bin Goldman, Messias 2.0, gefürchtete Handpuppe des internationalen Ponziterrorismus („Nächstesmal bringe ich euch das Fiatschwert!“) – überfeierten Peer Bankenstück fielen nach der Wahl in Italien „zwei Populisten“ aufs Lätzchen; die versammelten Mätressen des Mainstream-Pressebordells sind von Kopf bis Fuß auf Populismus eingestellt, unter der Laterne beziehungsweise Funzel ihres immer schwächer werdenden Geisteslichts; ich hatte in einem länger zurückliegenden Artikel bereits davor gewarnt, dass nicht mehr viel fehlt bis in Supermärkten Plastiktüten von Kunden erbost abgelehnt werden mit der Begründung, sie seien zu populistisch; immerhin aber könnte die Weigerung von Millionen von Männern, Kondome zu benutzen („zu populistisch!“), positive demografische Effekte zeitigen; nachdem nun die Erkennungsmelodie der „Sesamstraße“ verklungen ist und wir ein neues Wort hinzugelernt haben, können wir uns ja vielleicht wieder einer erwachseneren Sprache bedienen.

Wenn der Wortschatz der Politik sich auf ein einzelnes Wort reduziert, wenn sie sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als verunsichert und verängstigt den Daumen in den Mund zu stecken und auf autistisches Nachbrabbeln der immergleichen Wehrphrase zu regredieren, ist das zugleich ein gutes und schlechtes Zeichen.

Schlecht, weil niemand mit Sicherheit sagen kann, wozu verängstigte Machthaber fähig sind, wenn sie merken, dass die in den Euro-Armutsschmutz Befohlenen sich nicht mehr länger als Spielsteine auf dem Monopoly-Brett der Zentralbanker herumschieben lassen wollen und, statt in die Propagandaröhre zu schauen, ihren eigenen Film drehen: „Matrix Debunked“. Ob das der Grund dafür ist, dass in Deutschland auf einem Übungsgelände der Bundeswehr bereits der Häuserkampf trainiert wird? Und zwar nicht für Auslands-, sondern Inlandseinsätze? Will man deshalb mehr Drohnen? Zusätzlich zu denjenigen an den Schreibtischen? Befürchtet man vielleicht, dass die Sicherheit des deutschen Abkanzelamtes und der zahlreichen Ministerien zur Herstellung von Kathetern zum Aderlass der Steuersklaven demnächst nicht nur in Opiumfeldern, an Ölquellen oder Gold- und Uranlagerstätten in Ländern mit exotisch klingenden Namen – al-Qaida, Yalla Yalla! –, sondern an Ernas Pommesbude in Dortmund, in den Straßen Hamburgs oder Bremens, an Kiosken in Recklinghausen, Kiel oder Flensburg verteidigt werden muss? Wenn Bürgen kulturgeschockt feststellen, dass die Inneneinrichtung von Talkshowstudios nur eine Kulisse war und es hinter dem antirealistischen Schutzwall der „Wetten, dass ...?“-Scheinwerfer noch eine Welt gibt? Ist das der Grund, weshalb es in der EU eine – zumindest „inoffizielle“ – Todesstrafe gibt? Schließlich behält man sich das Recht vor, die eigentlich unantastbare Menschenwürde im Falle von „Unruhen“ eventuell doch zu befingern. Dann könnte sogar die Tötung von Unruhestiftern, also Populisten, nötig sein. Wie bitte? Nun, es heißt zwar in der EU-Verfassung: „Niemand darf zur Todesstrafe verurteilt oder hingerichtet werden“, aber etwas später, quasi im „Kleingedruckten“: „Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen; b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern; c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.“ Definiere „rechtmäßig entzogene Freiheit“. Definiere „Aufruhr“. Definiere überhaupt erstmal „rechtmäßig“. Da fängt‘s ja schon wieder an. Noch immer niemand beunruhigt?Na, dann nehmt mal den Kopf aus dem Dirndl.

Ein gutes Zeichen ist es, weil diese extrem verhaltensauffällige Abneigung gegenüber allem, was im Interesse des Volkes sein könnte, die Angst der Deutschen Einheitspartei vor einem gesteigerten Bewusstsein der politischen Gestaltungsmöglichkeiten der Bürgen widerspiegelt. Statt also die Stimme immer nur leichtfertig abzugeben und Jahr für Jahr in dieselben Farbtöpfe zu werfen, könnte das Ungemach unserer Tage manche Wähler dazu bewegen, die etablierten Machtverhältnisse zu verschieben. Und genau das ist es, wovor die Kasperlefiguren sich fürchten, deshalb schlottern ihnen die Knie, deshalb nehmen sie die verbale Fötalhaltung ein („Populist!“): Machtverschiebungen. Es gibt keine Alternative? Noch nie was von der Partei der Vernunft (PdV) gehört? Denn die wäre durchaus eine echte, kein Überdruckventil von Kissingers Gnaden wie die Piraten – schnell ein paar bunte politische Luftballons zur Ablenkung steigen lassen, urige Kopftücher tragen und ein bisschen anarchisches Konfetti werfen genügt nicht.

Leider aber reagieren viele immer noch abgeschreckt, wenn sie „PdV“ hören. Das liegt zum einen daran, dass ihr Gründer Oliver Janich etwas tat, das in einem wirklich freien Land eigentlich selbstverständlich sein sollte, heute aber Mangelware zu werden droht: Er benutzte seinen eigenen Verstand. Er stellte zum Beispiel völlig legitime (also: populistische!) Fragen zur offiziellen Verschwörungstheorie des „11. September“, durch die er sie als das zu entlarven vermochte, was sie nun mal ist: bescheuert. Solche Fakten, Fakten, Fakten hört man hierzulande aber gar nicht gern. Auch seine Haltung zum sogenannten „anthropogenen Klimawandel“ ist nicht hundertprozentig korrekt vorprogrammiert.

Und jetzt stellen wir uns mal vor, solche Populisten bekämen womöglich auch noch großen Zulauf! Um des lieben kollektivistischen Himmels Willen! Könnte es doch sehr zum Verdruss des angeblich ehemaligen Maoisten Barroso dazu führen, dass rebellische Kräfte vom Zentrum wegstreben, statt tatenlos dabei zuzusehen, wie die produktiven Energien von 500 Millionen Europäern im imperialen Todesstern gebündelt werden, um eine derbe Salve auf die Freiheit vorzubereiten. José NWO-Manual Barroso: „Ich hoffe, dass wir uns nicht der Versuchung des Populismus ergeben, nur wegen der Wahlergebnisse in einem Mitgliedsstaat.“ Oder auf Hochdeutsch: Wir geben keinen feuchten Kehricht auf eure Wünsche. Eigentlich ist das eine direkte Kampfansage, eine Kriegserklärung gegen die Völker Europas. Nur: Wo bleibt der Aufschrei? Den Mund noch voll Pferdefleisch?


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