29. März 2013

Osterbotschaft Die Auferstehung des guten Geldes

Und sie sahen und glaubten

Am ersten Tag der Woche nach dem Zugriff auf die zyprischen Einlagen kamen die Deutschen früh, als es noch finster war, zur Bank, und sahen, dass ihre Sparvermögen auf dem Konto nicht mehr sicher waren.

Da liefen sie und gingen zu den Griechen, Portugiesen, Spaniern, Franzosen und Italienern und sprachen zu ihnen: Sie haben die Euros weggenommen von euren Konten, und wir wissen nicht, wo sie sie hingelegt haben.

Da gingen die Griechen und die Lateineuropäer hinaus und sie kamen zur Bank. Die Griechen liefen voraus, schneller als die Italiener, und sahen die Konten leer liegen. Stattdessen waren da die Schuldscheine ihrer Zentralbanken, doch ihre Einlagen waren fort. Da schauten auch die anderen in ihre Konten und sahen und glaubten. Doch die Deutschen verstanden da noch nicht, dass auch sie die Rettungspolitik mit ihren Sparvermögen bezahlen müssten. Und sie gingen alle wieder heim.

Der Zyprer aber stand draußen vor der Bank und weinte. Als er nun weinte, schaute er in die alten Bücher und las von zwei Weisen, Mises und Hayek, deren Lehren Anfang und Ende des am Reißbrett geplanten Euro vorhergesehen hatten.

Und die Bücher sprachen zu ihm: Zyprer, warum weinst du? Der Zyprer spricht zu ihnen: Sie haben meinen Euro weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Und als er das sagte, wandte er sich um und sieht gutes Geld vor sich und weiß nicht, dass es gutes Geld ist.

Die zwei Ökonomen sprechen zu ihm: Zyprer, was weinst du? Was suchst du? Der Zyprer antwortete, die Diebe seiner Guthaben seien die Banker gewesen, und spricht zu ihnen: Professoren, wo haben die Banker die Euros hingetragen; dann will ich sie mir zurückholen.

Doch Hayek und Mises sprechen zu ihm: Zyprer! Sie waren es nicht. Und er wandte sich um und spricht zu ihnen: Professores, was meint ihr? Die Professoren antworten ihm: Gutes Geld kommt nicht von den Zentralbanken! Denn wir sind im Geldsozialismus. Geh nun hin zu den Griechen und den Lateineuropäern und sage ihnen: Wegen der Krise wird gutes Geld kommen, es wird im Wettbewerb stehen und seine Herausgeber um seine Nachfrage betteln, und es wird gedeckt sein und seinen Zweck als Tauschmittel erfüllen. Der Zyprer geht und verkündigt den Griechen und den Lateineuropäern: Ich habe das gute Geld der Zukunft gesehen, das haben die Ökonomen und ihre Schriften mir gesagt.

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Programmländer versammelt und die Kapitalverkehrsfreiheit beschnitten war wegen der Rettungseuropäer, kam das gute Geld und trat mitten unter sie und die Hoffnung war bei ihnen: Gutes Geld sei mit euch!

Und als das gesagt war, zeigte es ihnen den Tauschwert und seine Sicherheit. Da wurden die Programmländer froh, dass sie das gute Geld sahen. Da sprachen sie einander Mut zu: Gutes Geld sei mit uns! Wie die Ökonomen uns gesagt haben, so sagen wir jetzt den Deutschen.


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