29. Mai 2013

Wochenwahnwitz im Rückblick Welches Obembel hätten‘s denn gern?

Expertendarsteller, virtuelle Möhren und „kriminelle Verschwörungen“

Präsidentenimitator Barack Obembel glänzte in puncto Außenpolitik und Terrorbekämpfung durch eine Erkenntnis, die man eigentlich schon ganz früh gelernt haben sollte: nicht zu viel aufs Tellerchen! Bankerika, so der Redenableser, könnte ja nun auch nicht die ganze Welt befrieden. Die Strategien zur Terrorismusbekämpfung müssten überdacht werden. Tipp: Zur Steigerung der Erfolgschancen im Kampf gegen den Terror sollte man eine vorherige Päppelung desselben unbedingt vermeiden. Sogenannte „Gremlins“-Taktik: nicht nach Mitternacht füttern! Ihn im Dunkeln doch heimlich zu nähren, um ihn auf Partytour um den halben Globus zu schicken, hinterlässt keinen guten Eindruck und könnte andere an der Aufrichtigkeit der eigenen Absichten zweifeln lassen. Nicht umsonst wurde der Nettlächler, dessen Friedenspreis überaus passend nach dem Erfinder des Dynamits benannt ist, im eigenen Land schon scherzhaft als „international head of al-Qaida“ (internationaler Kopf der al-Qaida) bezeichnet. Obwohl das eigentlich gar nicht witzig ist, sondern lediglich eine recht genaue Beschreibung der Sachlage. Papi, wer ist denn der Mann, der auf dem Fass Öl sitzt? Das ist ein Sicherheitsbeamter von al-Qaida, mein Junge. Der sorgt dafür, dass es uns nicht gestohlen wird.

Die Leidtragenden des zwar nicht erst seit vorgestern, aber mehr als einem Jahrzehnt besonders gereizt durch die Welt pöbelnden Megamacho- und Brutalo-Interventionismus und Petrodollarprügelns werden sich bestimmt an Obambis Worten wärmen. Die Botschaft könnte deutlicher ja nicht sein: Tut uns leid, dass wir auf anderer Leute Wohnzimmerteppich gegöbelt haben. Wir können jetzt aber auch nicht alles wieder aufwischen. Geht nicht. Kein Geld mehr für die Putzkolonnen. Ja und dann? Ja dann steh i wie vor ihr, mit Depressionen im Hals und Volksaufständen vor der Tür.

Experten zeigten durch ihre „Überraschung“ angesichts der doch eher trüben Aussichten für den US-Arbeitsmarkt, dass sie keine sind. Wer jetzt noch immer nicht kapiert hat oder nicht anerkennen will, dass die Daten hüben wie drüben frisiert werden und sich obendrein noch als Fachmann ausgibt, sollte vielleicht lieber einen Job als Laubsammler in Betracht ziehen. Wie ich das liebe. Gilt übrigens auch für hiesige Fachidioten aus dem volkswirtschaftlichen Tiefschul-Verbildungsbetrieb. Sich erst ein Wirtschaftswachstum von circa 0,0001 Prozent vom Sandmännchen als rosige Zukunft in die Augen streuseln lassen und dann „überrascht“ dreinschauen, wenn einem der Steinschlag vom Schuldenberg die Milchzähne ausschlägt. Dasselbe gilt für die irrealwirtschaftlichen Höhenflüge an den Börsen dank Bereitstellung gigantischer Massen wertloser Papierschnitzel beziehungsweise Bits und Bytes durch die Zentralgeldfälscher. Sie fallen aber auch immer wieder drauf rein. Kaum bindet man ihnen eine virtuelle Möhre vor die Nase, ih-ahen diese Esel sofort vor Verzückung. Bis sie – richtig, „überrascht“! – feststellen, dass holografisches Gemüse keinen Nährwert hat. So wird auch dieser Taschenspieler-„Aufschwung“ demnächst natürlich vor die Betonwand der Wirklichkeit prallen – und zwar ohne Airbag.

Bankerikanische Journalisten, die Regierungsinterna der Öffentlichkeit preisgeben, könnten sich demnächst mit dem Vorwurf der „kriminellen Verschwörung“ konfrontiert sehen. Das trifft sich gut, wäre es doch eine prima Gelegenheit, auch gewisse andere, schon seit Jahrzehnten bestehende kriminelle Konspirationen endlich einmal sehr viel näher unter die Lupe zu nehmen: Das Council on Foreign Relations, den Skull-&-Bones-Club, die Trilaterale Kommission, den Club of Rome, die Bilderberger oder den Bohemian Grove zum Beispiel. Unvergesslich das weltberühmte Foto aus letzterem, das Reagan und Nixon zeigte, einträchtig miteinander scherzend. Später stellte sich heraus, dass beide bei dieser Gelegenheit  tatsächlich darüber konferierten, wer wem den Vortritt für das Amt des Präsidenten lässt. Oder frei nach Hape Kerkeling: Die ganzen Wahlen sind Beschiss, mit vorgekauten Kandidaten. In Europa ist es leider nicht anders. Ohne einen Kompatibilitätscheck bei den erlauchten Geheimniskrämern und selbsternannten Weltenlenkern könnte sich eine Wahl zum Kanzler oder zur Kanzlerin schwierig gestalten. Überhaupt sind Abweichungen vom vorgeschriebenen Kurs gefährlich. Zu Kastrationszwecken hält man sich sabbernde Bluthunde, Pitbulls, Wadenbeißer und anderen Pöbel in den Massenlobotomedien, die, siehe Westerwelles kritische Äußerungen zum Blitzkrieg in Libyen, sofort von der Kette gelassen werden, wenn jemand nicht spurt und über eigene Hodenansätze nachdenkt. Höchste Zeit eigentlich, diese Sauställe gründlich auszumisten. Denn wie war das noch? „People should not be afraid of their government. Government should be afraid of the people” (Nicht das Volk sollte die Regierung fürchten müssen, sondern diese das Volk). Naja, in diesem Fall eben „Schattenregierung“.

Einigen Wirbel gab es hierzulande um die Übertragung der 150-Jahr-Feier der SPD durch die Zweite Aktuelle Kamera. Die Anstalt gefährde ihre politische Neutralität, warnte Patrick Döring, Generalsekretär der „Fröhlich Dahinwesenden Parteileiche“ (FDP). Ein anderer Witzbold hat beim letzten Osterfest aber so gute Arbeit geleistet, dass vorerst Entwarnung gegeben werden kann: Trotz emsiger Suche wurde die meisterhaft versteckte Neutralität in den Grünanlagen auf dem Lerchenberg bisher nicht gefunden, ein Gefährdungsrisiko besteht also gar nicht. Wo die ominöse politische Unabhängigkeit wohl steckt? Vielleicht in Jörg Schönenborgs Hosentasche. Such, such! Und wieder ist eine Entschuldigung fällig: Dieses ewige FDP-Bashing ist wirklich unfair. Es gibt sie schließlich noch, die etwas aufrechteren, fähigen Libertären. Solange die FDP es aber vorzieht, einen Kopf wie Frank Schäffler dadurch vor selbigen zu stoßen, ihn als eine Art Klartext-Maskottchen zu halten – irgendjemandem müssen wir ja erlauben, die Dinge beim Namen zu nennen, sonst laufen uns auch noch die letzten Wähler weg – wird man in der Parteiführung statt gelb wohl bald schwarz sehen. Also eigentlich rot. Und dürfte angesichts künftiger Wahlergebnisse grün vor Neid werden, sollte Schäffler gelingen, was er bereits angekündigt hat, nämlich kräftig Widerstand zu leisten und den Zombieliberalismus der FDP in ein lebendes Wesen zurückzuverwandeln. Seine Chancen stehen gar nicht schlecht. Go, Frank, go!

Professor Christian Pfeiffer befürchtet, bei der Aufarbeitung der pädophilen Vergangenheit des „Bündnis 90/80/90“, der Partei für sozial gerechte Misswahlen, könne es „geschlossene Türen geben“. Macht nix. Erstens sind verschlossene Türen heute mehr denn je fester Bestandteil der politischen Kultur, zweitens ist es egal, ob man Kinder hinter verschlossenen Türen befummelt oder das Befummeln hinter verschlossenen Türen bequatscht. Drittens hätte es gar keiner Pädophilie-Skandale bedurft, um die Grünen anrüchig wirken zu lassen. Denn solange ein Jürgen Trittin öffentlich verkündet, das Unternehmertum müsse am Abbau der Staatsschulden beteiligt werden (sic!), ist das schon diskreditierend genug. Wer braucht da noch Kindersex. Stellen Sie sich doch einmal vor, sie wären Unternehmer. Es muss ja kein Riesenbetrieb oder gar ein Konzern sein; nehmen wir einmal an, sie hätten 15 oder 20 Mitarbeiter. Sie haben für Arbeitsplätze gesorgt, Steuern gezahlt, waren produktiv und haben nützliche Waren oder Dienstleistungen angeboten. Wie, gibt es tatsächlich ehrliche Unternehmer? Ja, die gibt es, auch wenn es manchen Zeitgenossen besonders im linksbornierten Feuilletonbetrieb beziehungsweise -abrieb dank jahrzehntelanger ideologischer Dauerhirnhämmerung schwer fällt, solche absurden Gedanken aus ihrem breiweich geschlagenen Detz zu ziehen. „Die Wirtschaft“ ist ja bekanntlich an allem schuld. Nach zum Beispiel 20 oder 30 Jahren unternehmerischer Tätigkeit, in der sie brav all das getan haben, was die sogenannte politische Elite von ihnen verlangte, kommt nun also ein Frechling des Weges, der sich in der Hierarchie der Enteignungsmafia geschickt nach oben geschwatzt hat, und erklärt ihnen, sie möchten doch bitte mehr Geld zum Abbau derjenigen Schulden beitragen, die er und seine Kollegen zwecks Wählerkauf, Zukunftsausverkauf und Rettungsschlussverkauf angehäuft haben. Wie reagieren Sie?

Erstens: Sie sind angesichts der bodenlosen Unverschämtheit des Frechlings völlig sprachlos.
Zweitens: Ihnen fällt der Bock um und Sie schmeissen alles hin.
Drittens: Sie bringen Ihre Kohle in Sicherheit, wofür Sie dann pauschal als „Steuerhinterzieher“ beschimpft und kriminalisiert werden.
Viertens: Sie tun das einzig Richtige und holen zu einer saftigen Backpfeife aus.

Wo wir gerade bei Fiskalpolitik sind: Erinnern Sie sich noch an den frechen Matze, der im Unterricht hinter Ihnen saß und Ihnen ständig die Kaugummis aus dem Ranzen mopste? In der großen Pause, wenn Sie sich unsicher gefragt haben, ob Sie die Naschereien nicht vielleicht doch zu Hause vergessen haben, hat er sich dann in gespielter Wohltätigkeit vor Ihnen aufgebaut: „Ich hab‘ noch welche. Kostet dich aber was.“ Das ist heutige Steuerpolitik. Mit einem wichtigen Unterschied: Matze bot Ihnen die gestohlenen Kaubonbons zwar unverschämterweise gegen eine Gebühr an, ermöglichte Ihnen dadurch aber – gesetzt den Fall, sie waren zahlungsbereit – in der Pause wenigstens ein bisschen Geschmack im Mund. Wäre er aber Fiskalpolitiker, hätte er kein Rückverkaufsangebot gemacht, sondern noch mehr Süßwaren von Ihnen gefordert – unter Androhung seiner starken Brüder. „Wenn du mir keine gibst, kommen die und sperren dich im Schulklo ein!“ Rasselbande.

Die EU möchte jetzt ihre Werte stärker schützen, indem sie Parteien, die zersetzendes Gedankengut pflegen, mit Strafen belegt. Der Schritt zum Verbot dürfte nicht mehr weit sein. Wer bisher noch dachte, die Vergleiche zwischen EU und UdSSR beziehungsweise Bananenrepubliken aller Art seien doch etwas überzogen, wird nun umdenken müssen. Oder ergibt sich in sein fremdbestimmtes Schicksal und hebt gleich den Arm zum Gruße.

Apropos Terror: Nun auch wieder in England und Frankreich! Lohnt es überhaupt noch, zu fragen, was wirklich dahintersteckt? Ob‘s also nun echter Terrorismus war oder, wofür es tatsächlich ein paar Indizien zu geben scheint, wieder mal geheimdienstlich gestrickter oder zumindest zugelassener oder unterstützter, so wie in Reyhanlı an der türkisch-syrischen Grenze oder in Boston? Haben da womöglich gar alte Gladiotaren zugeschlagen? Das ist doch völlig egal. Denn die Hauptschuldige all dieser Anschläge steht längst fest: Beate Zschäpe.


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