09. September 2013

Wohnungsmarkt Preisanstieg mit der Bremse beschleunigen

Der fatale Mechanismus von Preiskontrollen

Jahr für Jahr steigt die durchschnittliche Wohnfläche der Deutschen, kein Wunder, denn mit den Durchschnittseinkommen steigt auch die Wohnungsnachfrage. Wenn aber das Angebot an Wohnfläche nicht schnell genug hinterher kommt, dann sind steigende Mieten nicht auszuschließen. Für Großverdiener weniger problematisch, doch einkommensschwache Haushalte haben daran zu knabbern. Seit Jahren versucht die Wohnungspolitik hier mit Mietenregulierung erfolglos gegenzusteuern. Da die sich Preise zu langsam an die Marktsituation anpassen und Wohnungsnachfrager und -anbieter nicht schnell genug reagieren, kommt es immer wieder zu Engpässen. Die müssen dann vor allem die Wohnungssuchenden ausbaden, weil bei Neuvermietungen bislang noch die höchsten Zuschläge rauszuholen sind. Anderenfalls würde in der Immobilienwirtschaft die Rendite nicht mehr stimmen.

Was denken sich die SPD und auch andere linke Parteien in dieser Situation aus? Die Bremse noch einmal anziehen, also das Problem vergrößern. Fällt mit einer Mietpreisbremse bei Neuvermietungen auf 10 Prozent der Vergleichsmiete das Ventil für den Druck des Nachfragüberhangs weg, geht die Rendite der Immobilienwirtschaft noch weiter runter. Also wird nicht mehr in den Mietwohnungsbau und die Wohnungsmodernisierung investiert, mit der Folge, dass Wohnungen fehlen und die billigen Wohnungen durch den Verfall wirklich billig werden. Überdies wird es noch mehr Umwandlungen von Mietwohnungen in selbst genutztes Eigentum geben und Neuinvestitionen werden vom Mietwohnmarkt in den Eigentumswohnungsmarkt verschoben. Mal sehen, welche Antwort die Meitpreisbremser aller Parteien dann für Menschen haben, die flexibel sein wollen oder denen für die Wohneigentumsbildung das nötige Kleingeld fehlt?

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts.

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