10. September 2013

Maximalstaat Falschgeld führt zu Falschpolitik

Volksvertreter wollen mehr EUropa

Sinngemäße Info aus einer Umfrage der Deutschen Wirtschaftnachrichten unter Mitgliedern des Bundestags (MdBs): „Abgeordnete wollen mehr Brüssel und weniger Deutschland”:

„(Mehr) Souveränität für Deutschland oder für Brüssel?

- MdBs: 9 Prozent für Deutschland

- Volk: etwa 70 Prozent für Deutschland”

Ignorieren wir an dieser Stelle einmal die durchaus nicht nur 1945 oder 1990, sondern bis heute aktuelle Frage, ob und inwieweit Deutschland überhaupt souverän ist. In jedem Fall wird im Bundestag damit in einer wichtigen Existenzfrage (wirtschaftliche Verarmung durch ESM-EUropa und politisch-supranationale Bevormundung führen immer zu gesamt-gesellschaftlichem Niedergang) ein krasser Minderheitenwille repräsentiert. Vertreten wird im Raumschiff des Berliner Parlaments alles – nur nicht das Volk.

Wir erleben somit auch weiterhin keine kollektive, sondern eine selektive Korruption der Eliten – von der ersten bis zur vierten Gewalt. Dies sollten nicht nur linke Gutmenschen, sondern auch einige sogenannte Radikal-Libertäre einmal zur Kenntnis nehmen, die (ohne etwas Besseres, Legitimeres bzw. Praktikableres vorschlagen zu können) mit der Demokratie zugleich die direkte Demokratie und am besten gleich noch den Staat samt Wahlvolk abschaffen wollen, weil ja „der Wählerwillen so schröcklich unfreiheitliche Ergebnisse zu Lasten einer geknechteten Minderheit” hervorbringe. Man kann hierüber scheinbar logische, vielhundertseitige, synthetische Modellanalysen verfassen; oder man kann täglich sogenannte „freiheitliche”, pseudo-mutige und rhetorisch-aggressive doch letztlich wirkungslose Videos drehen. Und man hat im Rahmen eines künstlich definierten extrem-individualistischen Gesellschaftsmodells dann sogar „logisch” recht (so wie auch viele keynesianistischen Makroklempner innerhalb ihrer weltfremden bzw. menschenkonstruktivistischen Modelle nicht „logisch” widerlegt werden können). Das alles bleibt jedoch angesichts des noch immer unfreiwillig fremdbeherrschten Zustands eines wehrlosen (da Wahlen zu einem korrupten Parlament in der Tat wenig ändern) und massenmedial fehlinformierten Volkes schlicht rhetorisch-theoretischer Elfenbeinturm. Dem so vehement (und zurecht!) geforderten persönlichen Sezessionsrecht aus dem System kommt niemand so auch nur einen Schritt näher. Das Volk weiß (noch immer und trotz permanenter Gehirnwäsche durch die Mainstreammedien und die Schulen des Maximalstaats), was gut für es ist – oder wenigstens, was schlecht für es ist (EUR und Brüssel). Alle Umfragen seit mindestens 20 Jahren belegen dies – wenn man von den systemisch beauftragten absieht. Doch die Staatsgewalten des heutigen Maximalstaats können auch weiterhin durch die Quelle allen Übels, die Falschgelddruckerpresse, erfolgreich korrumpiert und damit im Sinne des Systems „funktionsfähig” gehalten werden und effektiv wirken. Selektiv korrumpiert wohlgemerkt – auch wenn es durchaus einige Zehntausende an Tätern verschiedener Hierarchiestufen samt Helfern sind. Das Volk in seiner Gesamtheit ist ohne Falschgeld nicht korrumpierbar – auf Dauer viel zu teuer! Und sogar theoretisch unmöglich, denn niemand kann und will sein eigenes Korruptionsgeld (etwa umfassende Sozialleistungen) auf Dauer selbst bzw. real erarbeiten – das macht weder Sinn noch wäre es möglich.

Nehmt dem Leviathan das Falschgeld weg! Der dann nur noch finanzierbare Minimalstaat hat derart wenig Macht und Machtmittel, dass er automatisch weder Soziopathen an die Futtertröge und Schalthebel der Macht zöge – noch die Freiheit aller unzulässig einschränkte. Und wie schon öfter geschrieben: bei diesem Minimalstaat wäre es dann letztlich sogar fast egal, ob er demokratisch oder monarchisch regiert oder auch anarchisch selbstverwaltet würde. 90 Prozent der Gesellschaft wären dann privatrechtliches Gebiet des freien Marktes – eingehegt nur durch einen Minimalstaat mit den originären und bereits vor Jahrhunderten konstitutiven (Minimal-)Staatsaufgaben der Verteidigung des Rechts nach innen und des Territoriums nach außen. Ein Schutz des Individuums nach innen und außen also – das glatte Gegenteil des heutigen vollüberwachenden und zunehmend enteignenden Maximalstaats-Zustands! „Wenn das Volk Angst vor dem Staat hat, ist das Tyrannei. Wenn der Staat Angst vor dem Volk hat, ist das Freiheit” (Thomas Jefferson).

Der im DWN-Artikel genutzte Begriff der „Selbstaufgabe” des Parlaments ist zutreffend – wobei seine Verwendung noch nicht die Frage klärt, ob die Parlamentarier ihre (in einer Parteiendemokratie leider nur theoretische) Verfassungsmacht unwissend-inkompetent oder eben wissen- und willentlich, korrupt und karriereopportunistisch „selbst“ (?) aufgeben.

Wir Blogger haben den Begriff im Kontext von EURopa schon seit vielen Jahren verwendet; damals noch unter wüsten Anfeindungen.

In einigen weiteren Jahren werden dann auch die DWN – und irgendwann gar der Mainstream – so weit sein, die (angelsächsisch) korrumpierte Fremdbestimmtheit aller heutigen Staatsgewalten und speziell der EU offen auszusprechen. Man wird sehen, wie lange eine AfD im Bundestag zu diesem Schritt benötigen wird – der ein erheblicher ist kommend vom heutigen etwas blassen „Nein zu DIESEM Euro” (Womit keineswegs die gewaltige Leistung der AfD-Initiatoren in Abrede gestellt werden soll – es war und ist eine Herkulesaufgabe, gegen alle Widerstände eine neue Partei in den BT zu bringen!). Und man wird sehen, wann endlich Entscheidungsträger jenseits von Splitterparteien wie „BüSo”, „PdV” oder „Nichtwählerpartei” das Falschgeldsystem an sich sowie das korrumpierbare heutige Parteiensystem offen in Frage stellen.

Nur wer die Quelle der Fehlentwicklungen austrocknet, trocknet den zehntausendköpfigen korrupten Sumpf der Parlamentsdemokratten, der Verfassungs(hin)richter, der Presstitutes und der obersten Regierungs-Exekutoren aus. Und den Brüsseler Sumpf dabei zuallererst!

Ohne Falschgeld keine kollektivistische Falschpolitik. Wir brauchen wieder den mit gutem (markt- und wettbewerbsfähigem) Geld finanzierten superschlanken Minimalstaat. Leider werden uns die heutigen Eliten wohl erst durch ein (vermeidbares!) wirtschaftliches und gesellschaftliches Armageddon schicken, bevor es wieder größtmögliche und faire Handlungsfreiheit für den Einzelnen geben kann. Unter Umständen wird dabei zunächst noch die weltweite Planwirtschaft mit kompletter Finanzüberwachung aller etabliert – welche jedoch wie jede Planwirtschaft und wie jede Weltherrschaft früher oder später zusammenbrechen wird.

Ohne die aktive juristische oder – realistischer – faktische Erkämpfung von Geldwettbewerb wird es aber weder zu einem erfolgreichen Systemwechsel noch zu einem erfolgreichen Wiederaufbau nach der Planwirtschaftsphase kommen. Der maximalstaatliche Leviathan und seine vielen selektiv korrupten Helfer müssen ausgehungert werden – auf Dauer können sie nicht nur von Falschgeld leben, was zum Beispiel in den USA, UK und JAP bereits zu 50-80 Prozent der Fall ist – denn Steuererhebung in auch nur annähernd diesen Größenordnungen ist schlicht unmöglich. Die Änderung des Geldsystems ist und bleibt die einzige Chance auf Besserung – wie auch auf Wiederaufbau. Jeder endgültige Verkauf von Staatsanleihen ist darum ein wirkungsvoller Protestakt – wirkungsvoller als offene ESM-Proteste (so wichtig diese auch waren und sind!); wirkungsvoller auch als radikallibertäre Videos. Wirkungsvoll ist jede Kündigung von Kapital-Lebensversicherungen, Geldmarktkonten, Bausparverträgen, Goldzertifikaten und anderen Papiergeldversprechen – die alle nur den knechtenden Leviathan füttern, der nicht zu 100 Prozent von selbstgedrucktem Falschgeld leben kann, sondern der ein Stück weit real erarbeitetes und angespartes Sparkapital zum Überleben braucht. Jeder langfristig orientierte und direkte Sachwertkauf ist darum jenseits des finanziellen Selbstschutzes ein Akt der Revolution. Der heute einzig noch möglichen bzw. wirkungsvollen für jeden Michel, der es nicht nur bei theoretisch-akademischer Kritik belassen – aber auch nicht durch offenen Straßenkampf gegen einen nach innen wie außen aufrüstenden Maximalstaat der korrupten und uns vollüberwachenden Soziopathen verbluten will.

Das Ganze funktioniert aber nur als kollektiver (und dennoch freiwilliger!) Akt von wenigstens 10-20 Prozent der Handlungsfähigen (d.h. Klein- und Großsparer), welche mindestens die Hälfte der heutigen Kapitalallokationen in den o.g. Falschgeldvehikeln halten (die andere Hälfte wurde bereits durch die Zentralbanken der Welt aufgekauft). Radikal erscheinende „Sezessionsakte“ gemäß etwa dem anarcholibertären Molyneux sind – so verständlich die Wut gegen den Maximalstaat auch ist – wirkungslos sofern überhaupt durchführbar. Erst die gleichgerichtete Sezession heraus aus dem Falschgeldsystem durch einige (wenige) Millionen Menschen wird den Durchbruch bringen. Falls ein planwirtschaftliches System nicht in totalitärer Weise Markt und Wohlstand selbst abschaffen will (und damit den Ast, auf dem es sitzt), ist es auf Dauer nicht stärker als der Markt, der (siehe die aktuellen spektakulären Entwicklungen hin zu Sachwerten etwa in Indien und China) – diese sinnvolle „Kapitalsezession“ bereits international virulent macht. Auch radikale Individualisten müssen sich zu einem Wehrkollektiv zusammenschließen. JPM, Goldman & Co handeln schließlich auch fast immer abgestimmt – oft kollektiv. „Lerne von allen – besonders von Deinen Feinden“ (Mao). Dieser Kämpfer für das totale Kollektiv wusste, wovon er sprach.

„Mit Ausnahme der Zeiten des Goldstandards haben praktisch alle Regierungen in der Geschichte ihr Exklusivrecht zur Ausgabe von Geld dazu benutzt, die Menschen zu betrügen und zu plündern." (Hayek in: „Recht, Gesetzgebung und Freiheit", Bd. 1 (1980))

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Goldseitenblog.

ef über das Thema

Für den bürgerlichen Minimalstaat


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