11. September 2013

Amazon Deklaration der Buchhändler

Die Einfalt der Vielfalt

Amazon hat nicht nur hierzulande mit seinem preiswerten Service und der Ausweitung seines Geschäfts in den Verlagssektor eine Menge Staub aufgewirbelt. Neben dem deutschen Buch- und Verlagswesen, das diesen Begriff tatsächlich verdient hat, beschweren sich auch französische Branchenverbände über diesen und andere starken Wettbewerber, der ihnen das ruhige, von staatlichen Privilegien, wie Buchpreisbindung, reduzierter Mehrwertsteuersatz und knebelndes Urheberrecht geglättete Fahrwasser des Buchmarktes ordentlich in Bewegung bringt.

Und wie reagiert man auf dieses unsanfte, wenn auch nicht unerwartete Wecken? Nicht etwa mit Wettbewerb, mit besseren Leistungen und mehr Kundenservice, sondern mit Business-as-usual, will heißen mit Forderungen nach einer Stärkung der Privilegien. Also verlangen die Branchenverbände in einer gemeinsamen Deklaration eine Stärkung und Ausweitung der Buchpreisbindung in Europa, eine Ausweitung des verminderten Mehrwertsteuersatzes auch auf E-Books, eine Neuregelung der europäischen Steuergesetzgebung, die vermeintliche Privilegien international operierender Unternehmen kappt, und eine Intensivierung des Urheberrechts. Obwohl gerade letzteres im Zeitalter des Internets Meilenweit hinter den technischen Möglichkeiten und der Marktrealität kräftig hinterherhinkt, dürfe es „nicht durch Anpassungen an die digitalen Gegebenheiten aufgeweicht werden.” Kein Wunder, dass diese lernunfähige Branche nicht nur von Amazon & Co., sondern auch von den Verbrauchern selbst in die Zange genommen wird.

Wenn die Buchbranche an die Bundesregierung einen Appell richtet, „schnellstmöglich eine Strategie zum Erhalt und zur Förderung der europäischen Buchkultur zu entwickeln”, kann man das nur mit einem Appell zum Erhalt einer marktwirtschaftlichen Wettbewerbskultur im Buchhandel beantworten. Die sollte sich allein an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten, deren Zahlungsbereitschaft beim richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis genug Spielraum für die wirtschaftlichen Interessen der Branche lässt. Staatlicher Protektionismus ist hier im Interesse der Verbraucher gänzlich fehl am Platze.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts.

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