28. Oktober 2013

Zur Diskussion Wieso der libertäre Weg fehlschlagen wird

Ein Plädoyer für Empathie und Offenheit

Als die FDP bei der Bundestagswahl rausgeflogen ist, haben sich zwei Gruppen die Hände gerieben: Diejenigen, die für Bevormundung stehen und diejenigen, die für absolute Freiheit eintreten. Was sie vereint hat, war der Glaube, dass die Freie Demokratische Partei ihren Zielen entgegensteht.

Es gibt viele die liberaler als die Liberalen sind und kleinere Strömungen unterstützen. Vielleicht gehen sie zur AfD, vielleicht zu kleineren Gruppierungen oder verkriechen sich.

In ihrem Idealismus vergessen sie aber ihren ökonomischen Verstand. Es gibt nicht nur das, was man für gut empfindet und das, was dem nicht entspricht. Schuhe sind auch oft entweder zu groß oder zu klein. Man entscheidet sich jedoch für jene, die einem am ehesten passen.

Es gibt auch im liberalen Umfeld eine kleine Gruppe an solchen, die nur einen roten Knopf als Lösung akzeptieren, mit dem sie die staatliche Kraft ausschalten können. Man muss schon sehr optimistisch sein, um zu hoffen, einmal in einer freien Welt zu leben.

Die rationale und effiziente Handlung für den Idealisten ist es, sich eben nicht auf den Hardcore-Libertarismus vollständig einzulassen, sondern eben den Weg einzuschlagen, von dem er die meist-mögliche Freiheit erwarten darf – nicht intellektuell, aber in seinem konsequenten Handeln.

Von heute auf morgen Steuer-, Subventions- und Handelssysteme umzukrempeln, schafft wohl niemand. Ausreichend viele Menschen von solcherlei zu überzeugen ist oftmals unmöglich.

Was man jedoch tun kann, ist es, sie von dem klein bisschen zusätzlicher Freiheit zu überzeugen, das sie oft von selbst fordern.

Statt zu versuchen, sie zu indoktrinieren, sollte man sich zum Ziel setzen, den liberalen Nenner zu finden.

Sicherlich kann und sollte man über Rettungsschirme und Krisenmechanismen diskutieren, aber nur solange, wie man Frustrationen vermeiden kann. Freunde der Freiheit, wie auch immer sie sich nennen, müssen offen und empathisch sein und nicht Elfenbein-Theoretiker.

Sie müssen sich gruppieren können. Das politische Spiel gewinnt nicht diejenige liberale Strömung, die den anderen liberalen Auffassungen überlegen ist; sondern eine liberale Strömung oder keine.

Wer somit totale Freiheit lautstark fordert, der wird ihr oft einen schlechteren Dienst erweisen, als derjenige, der es schafft, andere von einem kleinen Stückchen zusätzlicher Freiheit zu überzeugen.


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Alexander Czombera

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