16. Januar 2014

Gender Das soll eine Uni sein?

Impressionen aus einer Studentenzeitschrift

Auf meinem Blog „Genderama“ berichte ich häufig über die zunehmend ideologisierten Verhältnisse an amerikanischen Universitäten. Heute schreibt mir einer meiner Leser, wie es hierzulande im akademischen Bereich aussieht – veranschaulicht an einer Studentenzeitschrift:

„Aus der Zeitschrift der ‚Studierendenschaft’ der FernUniversität in Hagen (nach Studentenzahl die größte Uni in Deutschland), dem aktuellen ‘SprachRohr’ (Auflage: 79.000 Stück)

Natürlich alles mit Gender-*, Binnen-I usw. - völlig unleserlich, uneinheitlich und nicht mal konsequent durchgehalten. Peinlich.

‚Studierendenvertreter*innen’? Wieso nicht konsequent ‚Studierendenvertretende’ oder ‚Student*innenvertreter*innen’? Und das an einer Uni ... Na, egal.

Seite 5: Artikel ‚Geschlechtergerechte Sprache - ein alter Hut?’ von der Referentin für Gleichstellung. Einige Artikelschreiber verweigern diesen Unsinn offenbar (d. h., sie verwenden das generische Maskulinum) und werden angehalten, das künftig gefälligst zu unterlassen und ‚kraft Amtes’ aufgefordert, alternativ nur die weibliche Form zu benutzen. Männer sollten da Empathie üben, Frauen habe man ja Jahrhunderte lang auch immer nur ‚mitgemeint’.

Seite 9: Nachdem Männer sich beklagt hatten, dass es ‚tolle’ Seminare nur für Frauen und für Männer ‚gar nichts’ gäbe, wird nun für Männer (und Frauen) angeboten: ‚Gewaltfreie Kommunikation’ - wieder die Gleichstellungsbeauftragte.

Seite 10/11: Seminar: Bewerbungstraining (nur) für Frauen - wieder die Gleichstellungsbeauftragte. Für Männer gibt's nun ja ‚Gewaltfreie Kommunikation’...

Seite 16: Studie: ‚Geschlechtergerechte Akkreditierung und Qualitätssicherung’ - wieder die Gleichstellungsbeauftragte.

Seite 45: ‚Frauenquote in der Lehre erhöht’ (Kurzmeldung).

Seite 47: Bericht ‚Aus der Gleichstellungskommission’.

Seite 48: ‚Zur Vision eines gendergerechten Haushaltes’ (Seminarteilnehmer der Fachschaft Kultur- und Sozialwissenschaften sind überwiegend weiblich, 82 Prozent, die Frage stellt sich, wie man das Seminarangebot für Männer, immerhin ein Drittel der dortigen Studenten, attraktiver machen könne - vgl. Seite 9 bis 11, würde ich vorschlagen, es gibt anscheinend einfach nichts).

Seite 58/59: ‚Netzwerk Promovendinnen’ (exklusiv nur für Frauen).

Ok, das Ding hat 67 Seiten und ich habe es nur überflogen, aber davon auf mindestens 10 Seiten explizit Frauenthemen und -förderung, Männerthemen exakt Null?

Das soll eine Uni sein? Ich überlege mir grad, mein Zweitstudium zu schmeißen, zum Glück ist das eine FERN-Universität, da kriegt man das nur mit, wenn man solche Käseblättchen liest.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf Genderama.


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