24. Januar 2014

Brief der Pharaonen an Jakob Augstein aufgetaucht „Danke, Bruder!“

„Wenn Du nur wüsstest, welch großen Gefallen Du uns tust. Wir haben Dich lieb.“

Wie wir unlängst erfahren haben, wolltest Du, Jakob Augstein, in einer Lesung erklären, warum auch gewaltsame Störaktionen gegen den Kapitalismus gerechtfertigt seien. Dafür vorab schonmal ein herzliches Dankeschön unsererseits! Du bist ein wahnsinnig hilfreicher, nützlicher Dummkopf, wofür wir Dich außerordentlich schätzen. Nichts ist uns lieber als ein Demagoge deines Schlages! Siehst Du, wir hatten ja schon früher keine Probleme, mit politisch ganz ähnlich gelagerten Rädelsführern zu kooperieren, sie zu kofinanzieren und ihnen beim verbalen oder physischen Aufrüsten – oder beidem – zu helfen, wenn es darum ging, Aufstände, Revolutionen, Krisen, Kriege und andere humanitäre Katastrophen herbeizuführen oder zumindest zu begünstigen oder unnötig zu verlängern, wie auch immer. Im Gegenteil, wir haben ihnen jahre-, manchmal jahrzehntelang bei ihrem Treiben zugesehen, damals wie heute, solange sie hübsch artig waren und unsere Interessen bedienten. Nichts wünschen wir, die NWO-Elite, die modernen Pharaonen des 21. Jahrhunderts, uns sehnlicher als solche gewalttätigen Reaktionen, wie Du und andere liebenswerte Chaoten sie nun Deinen Mitmenschen anempfehlen möchten.

Wären sie doch die erwünschte Antwort des Volkes auf genau die „eine, große Krise“, auf die wir  schon lange hinarbeiten, um den kleinen Steuersklaven, den „Serfs“ und Ponzi-Untertanen endlich die „Neue Weltordnung“ aufbrummen zu können. Ach, Ihr werft Molotow-Cocktails und Pflastersteine auf uns oder sabotiert unsere Bankinstitute? Danke, geil! Jetzt haben wir alles Recht der Welt, uns zu wehren und die volle Wucht unseres, um als kleines Beispiel mal schnell einen Blick auf unseren amerikanischen Vor- und Horchposten zu werfen, schon seit einigen Jahren militärisch kräftig aufgerüsteten und entsprechend trainierten Polizei- und Militärapparates zu entfesseln, um Euch in Schach halten und die Aufrechterhaltung des „sozialen Friedens“ gewährleisten zu können. Ja, was glaubst Du denn, warum wir ständig Munition, gepanzerte Fahrzeuge und anderes Spielzeug gekauft haben? Aus Spaß an der Freud? Weil wir gerne Milliardenbeträge für Verschwörungstheorien ausgeben? Na, was meinst Du denn, Jakob, warum wir zuletzt wieder 14 Millionen Packungen Kaliumjodidtabletten erwarben, ein Medikament, das der Bekämpfung von Strahlenkrankheit dient? Weil wir vielleicht etwas wissen, von dem das dumme Volk noch nichts wissen soll? Absolut richtig! Schau, Jakob, die Herrschaft von „Intellektuellen und supranationalen Bankiers“ ist der „nationalen Souveränität vergangener Jahrhunderte“, wie unser Bruder David Rockefeller einmal so schön sagte, eben vorzuziehen. Wir sind nunmal schlauer als Ihr, als Du und diese nixblickende Populistenmeute.

Wenn es so weitergeht, wovon wir stark ausgehen, da die meisten von Euch doch eh nicht merken, was läuft, werden wir bald endlich den lange ersehnten Grund haben, den Ausnahmezustand zu verhängen, mit dem dem Kongress bekanntlich schon 2008 gedroht wurde, sollte er den „Too-Big-For-Jail“-Bankenrettungspaketen für Konkursverschlepper seine Zustimmung verweigern. Dann kann der „Messias“, dieser von uns massenverblödungsmedial aufgebaute falsche Prophet, endlich voll und ganz als Alleinherrscher, sprich Diktator agieren, was ebenfalls schon seit längerer Zeit vorbereitet wird, in kleinen homöpathischen Dosen natürlich, damit der durchschnittliche „X-Factor"-Zuschauer es nicht merkt und es – dank  zahlreicher hofdienlicher Polit-Clownsnasen, Journalisten und anderer äußerst nützlicher Idioten hüben wie drüben – als kruden Quatsch abwinkt. Wurde der Kongress schon in der jüngeren Vergangenheit des Öfteren in verfassungswidriger Weise umgangen, um unpopuläre Entscheidungen wie zum Beispiel ungesunde Dauerkriege leichter durchdrücken zu können, werden „Notfallmaßnahmen“ dank der auch von Dir angepriesenen Gewaltausbrüche der Untertanen nur umso leichter fallen.

Wir täuschen und blenden Euch, bis Euch Hören und Sehen vergeht. Wir werden die Edelmetallpreise noch etwas länger drücken und Devisenmärkte und Zinssätze manipulieren, damit Ihr weiter artig Papierdreck in euch hineinstopft, als gäbe es kein Morgen. Seit vielen, vielen Jahrzehnten gehen wir durch eine ganz schmale Drehtür zwischen Washington und Wall Street, es sind eigentlich immer dieselben Leute aus unseren Reihen, die sich die Klinken des Verteidigungs-, Außen-, Finanz- oder sonst irgendeines Ministeriums mit denjenigen der Hochfinanz oder des Rüstungs- und Ölsektors in die Hand geben. Wieso das kaum jemandem auffiel? Gute Frage. Schlafschafe halt, fressen lieber multimediales Entertainment-Dauerbeduselungsstroh oder lesen den „Spiegel“ oder Deinen „Freitag“, muahaha, und überlassen das Denken Experten und Wirtschaftsanalysten des Mainstreams, die vor den erwartbaren Folgen von plutokratischer Extremkorruption, Machtmissbrauch, Kungelei, Vettern-, Clan-, Dynastien- und Sektenwirtschaft ganz überrascht dreinschauen, genaugenommen also noch nicht mal ein Glas klares Wasser richtig analysieren könnten und ihren Lesern zum Beispiel empfehlen – kein Scherz, die machen das wirklich –: „Verkauft euer Gold!“ (sic, wortwörtlich!), „Die ungesunde Liebe zum Gold“, „Schulden sind gut!“, „Wir müssen auch weiterhin Flächenbrände mit Brandbeschleunigern löschen!“, „Schickt den Zug nach Nirgendwo!“ oder „Vergesst Vernunftdenken!“. Zum Weglachen, diese ganze Veranstaltung.

Damit hätten wir auch endlich genau die „außerordentliche Krise“, von der Harlan Ullman am 15. August 2013 in einem Artikel auf der Webseite des Atlantic Council, einer unserer Denkfabrikchen, als wohl leider, leider erneut nötigen Anlasses sprach, um die vermeintlich neue, in Wahrheit ganz altbekannte Weltordnung in Kraft zu setzen und widerspenstige, großreichsfeindliche Individuen und andere staatszersetzend tätige Gruppierungen wie die von Dir begünstigten ausmerzen zu können. Stören die doch einfach den 365 Jahre alten Westfälischen „Frieden“, diese Frechlinge. Aber wer weiß – wenn Du dich etwas intelligenter anstellst und den strahlenden Robin Hood spielst, setzen wir Dich vielleicht sogar als neuen Präsidenten ein. Argumentierst Du aber weiter so dumm, werden wir Dir wunschgemäß ein paar Waffen liefern, dich blutige Revolutionen anführen und danach von einem Spezialkommando morgens um zwei abknallen oder lebenslang in den Knast werfen lassen, hehe. Dann kannst Du späteren idiotischen Generationen als „Vorbild des Widerstandes“ dienen; sie werden dann Dein Konterfei auf T-Shirts und Mützen tragen und rührende Lieder über dich schreiben.

Dasselbe gilt für unsere europäische Zweigstelle, die EU. Je mehr Völker randalieren und gegen den vermeintlich freimarktwirtschaftlichen Geldsozialismus gewaltsam agieren, weil sie gar nicht bzw. zu spät gemerkt haben, was wir da tun, Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt, desto besser. Nun können wir das Internet massiv zensieren und Systemkritikern hohe Geld- oder Haftstrafen aufbrummen oder aufmüpfigen Medien die Lizenz entziehen, sollten sie zu viel mosern. Jetzt hagelt es Bail-Ins, exorbitante Vermögenssteuern, uns selbst natürlich ausgenommen, deftige Kapitalverkehrskontrollen, massenhafte Enteignungen und und und. Wir werden ein paar Drohnen steigen lassen, um aus der Luft amüsiert dabei zuzusehen, wie die kleinen Bürgerlein sich in urbanen Ballungsgebieten mit Polizeikräften prügeln. Naja, das ist eben unsere Vorstellung von Reality TV, sozusagen.  Wir stehen auf solche Doku-Dramen. Wir werden europäische Länder gegeneinander in Stellung bringen, aufheizen und -hetzen, indem wir vorher durch Besetzung hoher politischer Ämter in den jeweiligen Ländern für entsprechende wirtschafts- und finanzpolitische Entscheidungen gesorgt haben, die die Situation nur noch verschlimmern. Dazu bedienen wir uns übrigens regelmäßig auch sehr gerne eines der größten falschgeldtechnischen Folterinstrumente, die wir je erfunden haben und auf das wir besonders stolz sind, des IWF, oder zum Beispiel der „Troika“, die in Griechenland hin und wieder einen netten Kurzurlaub verbrachte, ohne auch nur irgendetwas zum Besseren zu verändern. Aber weißt Du, was unser größter Coup war? Also, in Europa? Die Besetzung des Chefsessels der EZB mit einem der unseren. Das soll uns erstmal jemand nachmachen! War nämlich gar nicht so leicht und nahm viel Zeit in Anspruch, aber wir danken an dieser Stelle nicht nur Wasserträgern wie Dir, sondern auch nochmal ganz herzlich „der ‚Washington Post‘, der ‚New York Times‘, dem ‚Time Magazine‘ und anderen großen Medien, deren Direktoren unseren Treffen beiwohnten und sich an ihr Versprechen, Diskretion zu bewahren, beinahe 40 Jahre lang gehalten haben“. Denn „es wäre uns unmöglich gewesen, unseren Plan für die Welt zu entwickeln, hätten wir all diese Jahre im hellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gestanden. Aber die Welt ist jetzt entwickelter und vorbereitet, sich in Richtung einer Weltregierung zu bewegen, die niemals wieder Kriege kennen wird, sondern nichts als Frieden und Wohlstand für die ganze Menschheit“ (unser Bruder D. Rockefeller, 1991).

Tja und nun, nun erscheinen plangemäß schon wieder gesamtmenschheitlich-paradiesische Meldungen über eine x-te Erhöhung der „Schuldenobergrenze“, damit unserem amerikanischen Brückenkopf nicht die Pleite droht, die ohnehin kommen wird. Der US-Finanzphilister warnte davor, dass, sollte diese Grenze der Grenzenlosigkeit nicht abermals angehoben werden, im Februar das Licht ausgehen könnte. Genau. Und im Mai wird er warnen, sollte sie nicht im Juni angehoben werden, würde es im Juli rappeln. Und im August wird er sagen, sollte sie nicht auch im Januar, Februar, März, April, Mai, Juni und Juli 2015 nochmal angehoben werden, wäre es dann aber im Dezember nächsten Jahres endgültig so weit. Dann winkt ein Bankrott, der garantiert nichts als Frieden und Wohlstand für die ganze Menschheit bringen wird. Danach werden wir dafür sorgen, dass für alle Zeiten nur noch die „Richtigen“ regieren. Wie wir das sicherstellen wollen? Äh, keine Ahnung. Da müsst Ihr eben auch mal einen Glaubenssprung wagen und uns einfach vertrauen. Wir wissen schon, was gut für Euch ist.

Du brauchst Dir die Situation doch nur mal etwas genauer anzuschauen: Seien es die sich momentan unter anderem dank massenhafter Geldschöpfung verdüsternden Aussichten für China, von der unterdessen etwas aus dem Blick geratenen, katastrophalen Überschuldung (weit über 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts!) Japans mal ganz zu schweigen, und von der EU und dem Euro, naja also darüber brauche ich ja wohl nicht mehr viel zu sagen, oder? Oder glaubst Du die Durchhaltepropaganda mancher deiner unbedarften Kollegen, die sich wohl einbilden, sie bekämen für ihre im Kanzleramt abgesprochene, jahrelange „Diskretion“ sprich Lügengewäsch von uns einen Blumentopf oder einen Kleinwagen für die werte Gattin geschenkt? Oder einen bevorzugten Posten im Zentralkomitee, steuerfrei wie in Brüssel, versteht sich? Lächerlich, das können die sich mal ganz schnell abschminken. Es wird sie ebenso treffen wie Millionen anderer auch. Was für schizophrene Schwachköpfe.

Mann Mann Mann, also jetzt mal ehrlich: Merkst Du tatsächlich nicht, was hier gerade läuft? Und auch sonst kaum jemand? Ihr könnt doch unmöglich SO bekloppt sein, oder? Habt Ihr noch nicht gemerkt, dass es mit diesem Geldsystem gar keine „Ober“-Grenze des Schuldenmachens geben KANN, im Gegenteil, sondern der ganze Akt per se darauf angelegt ist, Schuldenberg auf Schuldenberg zu setzen? Tja, und genau deshalb verarschen wir Euch auch so gerne. Weil man es mit Euch eben machen kann. Ihr wollt ja nix blicken. Ihr wollt es ja nicht erkennen. Pech gehabt. Deshalb sind wir ja auch die Intellektuellen, während Ihr buchstäblich in die Röhre, naja, heute eher den Flachbildschirm schaut und euch täglich in den Kopf scheißen lasst, ihr witzlosen kleinen Kreaturen. Wir finden Eure Problemprioritäten höchst amüsant. Worüber regt Ihr Euch gerade auf? Über Lanz. Meine Fresse, der Typ ist eine Mikromücke auf der Windschutzscheibe eines auf einer Steilküsten-Serpentine schlingernden Truppentransporters mit alternativlos verklemmtem Lenkrad, brennenden Reifen, fast leerem Tank und zugekifftem Fahrerhäuschen.

Also, werdet ruhig gewalttätig, wir bitten sogar darum! Weil Ihr darüber nämlich vergesst, dass Gewalt eben nicht der „schwierigere“ oder „härtere“ Pfad ist, sondern im Gegenteil der Allereinfachste. Die ganze Wut, die ganze Enttäuschung, den ganzen Frust sich explosiv entladen lassen? Statt friedlich nach klügeren, produktiveren Lösungen zu suchen, die es durchaus gibt? Autos anzünden, Schaufenster einwerfen, kleine Geschäftsinhaber ruinieren, die gar nix dafür können, Bankangestellte an der Laterne aufhängen, Polizisten in die Luft sprengen, Geldtransporter überfallen, oder wie? Einfach mal wieder das Urtier von der Kette lassen? Was soll das sein? „Störaktionen“? Dass wir nicht lachen. Nee ehrlich, wir liegen hier gerade unter dem Tisch und schnappen nach Luft. Selten sowas abnorm Witziges gehört. „Stör“-Aktionen, genial, Jakob, genial! Wir hingegen schauen gerade auf unsere Armbanduhren und schütteln ungläubig mit dem Kopf: Sind die tatsächlich immer noch so leicht zu manipulieren? Kann man die wirklich nach wie vor kinderleicht wie Vieh zur Schlachtbank führen? Das ist ja traumhaft. Alles läuft wie in einem Uhrwerk, mit geradezu machtmathematischer Präzision. Danke, Bruder im Geiste Jakob! Und ein ganz dickes Bussi von uns, du unschätzbar wertvoller Claqueur! Du gehörst doch zu denen, die immer „den Anfängen wehren“ wollten, richtig? Nix für ungut, mein Bub – durch solche Reden SCHAFFST Du sie. Du siehst Dich als großen Helden der Unterdrückten und Enteigneten, vielleicht gar als „Widerstandskämpfer“? Aber nicht doch. So wie Du Dich gerade verhältst, bist Du lediglich Teil der Strategie, ein bewusstloser Bauer auf dem Schachbrett, ein kleiner Verbalproll in der Matrix, ein Opfer mit Erbschaft, mehr nicht.


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