28. Februar 2014

Atemlos durch die Geistesnacht Wullfazin!

Erst das und jetzt das. Und morgen das. Wetten, dass...?

Na raten Sie mal, wie unsere Leidmedien auf den Freispruch Wulffs reagierten. Ja also, sicher, da wurde auch stark übertrieben, zuckt es vereinzelt etwas beschämt durch die Zeilen, aber dass er zurücktreten musste, war richtig!

Stimmt. Aus drei Gründen:

Erstens: Er ist Politiker.
Zweitens: Sein Nachfolger, IM Larve, musste den ESM schließlich zügig unterschreiben.
Drittens: Tritt ein kleiner Hai zurück, verlierst du die großen aus dem Blick.

Haben unsere Määähdien also versagt, wie manche vermuten? Nö. Im Gegenteil. Sie haben genau das getan, was sie tun sollten, in makelloser gruppendynamischer, rudelwölfischer, dem Volk die Botschaft cliquentechnisch höchst effizient verklickernder, EU-parteiliniengetrimmter und denkgestutzter Manier. Der Großteil der Mainmaschine ist nicht mehr als ein Werkzeug, oder vielleicht besser: Werkzeugkasten, aus dem man sich regelmäßig bedienen und auf dessen reichhaltiges Instrumentarium zur Ausschaltung von Dissidenten man stets hoffen kann. Und da Wulff auf einer gewissen Tagung in Lindau aberhallodeutliche Worte gegen die Euro- und Schuldenpolitik im Allgemeinen fand, musste Diekmanns Mailbox wenig später natürlich reagieren. Schließlich sind die „Double Ds“, Diekmann und Döpfner, ja schon öfter im Bundeskanzleramt gewesen, zum Beispiel, um IM Erika zum Geburtstag zu gratulieren oder sich briefen zu lassen. Außerdem stehen beide mit beiden Beinen fest im Transatlantik, sind also ganz pro Neue Europäische Weltordnung und so. Ist ja auch kein Zufall, dass im Hause Springer Washington stets das Gute will und nie was Böses tut.

Schon lustig, dass ausgerechnet die „Welt“, also dasjenige Double-D-Blättchen, das am fleißigsten sägte und pflichtbewusst stramm stand, um zeitweise ungelogen alle zehn oder 15 Minuten mit Updates über Bobby-Cars den neuen Forschungsbereich „Geistige Umweltverschmutzung“ hoffähig zu machen, sich nun natürlich ein wenig peinlich berührt zeigt. Schließlich ist es noch gar nicht so lange her, nämlich nur ein paar Dutzend Tage, da das Heftchen mit Fragen wie (wortwörtlich): „Wer hat von der Vollmassage profitiert – Bettina oder Christian Wulff?“ dafür sorgte, dass weitere Hochqualifizierte das Land fluchtartig verlassen, da sie solchen Journalismus erstens als persönlichen Angriff und Beleidigung auffassen und zweitens für ein Land, in dem solche Witzlosigkeiten allen Ernstes diskutiert werden, keine Hoffnung mehr sehen. Dasselbe gilt für die anderen Claqueure, die sich nun irgendwie herauswinden müssen aus ihrer Mitverantwortung wie ein Wurm aus Salz, irgendwie rechtfertigen müssen, dass sie eigentlich nur Tools des Obersten Sowjets sind: Sei‘s das Magazin für Nachgerichtetes, der „Spiegel“, sei‘s die „Süddeutsche“, sei‘s die offizielle deutsche Hauspostille der Transatlantiker, die „Zeit“, oder sonst irgendein Verlag für politische Scheibenweltromane.

Dass Wulff natürlich nicht wegen lächerlicher 500.000 Kröten gehen musste, während im Hintergrund die Milliarden umverteilt wurden, das sollte mittlerweile nun wirklich jeder begriffen haben, der seine Denke hin und wieder mit echten, substantiellen Informationen füttert und sich klarmacht, dass wildes Geschrei über ein kleines Bobby-Car mitten in einer Massenkarambolage auf der Weltautobahn in den Wahnsinn merkwürdig unverhältnismäßig wirken muss. Oder ob man noch nach Logik fragen kann, wenn die Schweiz für ihre Entscheidung, das EU-Meinungsmonopol in Sachen Zuwanderung nicht zu beachten, in hektischst zusammengetrommelten Sonder(schul)sendungen von Mitgliedern des intellektuellen Präkariats aus der ersten Reihe des politisch-medialen Gottkomplexes als schwarzes nationalistisches Schaf in die Ecke der glücklich dahinEUmelnden Rinderherde gestellt wird, während so mancher nationalistische Kämpfer in der Ukraine völlig klar geht und nur ganz friedlich und zivilisiert (und mit fünf Milliarden Dollar im Rücken...) für mehr „Demokratie“ streitet. Verbleibende Glaubwürdigkeit: 0,0.

Aber keine Sorge, es gibt schon wieder neuen Anlass für unsere Meinungsbolschewisten, sich kollektiv zum Deppen zu machen und der Illusion ihrer Wichtigkeit hingeben zu können: Sarrazin! Hat ein neues Buch am Start, der Thilo, Titel: „Der neue Tugendterror“. Moment. Neu? Iwo. Es ist doch der ganz alte, wie man ihn beispielsweise aus der Sowjetunion oder der DDR kennt. Vielleicht hätte „Remake“, „Relaunch“ oder „Reboot“ besser gepasst, wie es auch in der Filmbranche üblich ist, um dem Zugucker anzuzeigen, dass lediglich Altbekanntes neu aufgewärmt wird. Und schon krakeelen sie wieder drauflos, die Kriegslügenverbreiter, Beihilfeleister, Agitatoren und Propagandisten, Gleichrichter, TV-Standrichter und Genderkommunisten. Die Frage ist nur: Tolerierst du den grassierenden Schwachsinn noch oder akzeptierst du ihn schon?


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