06. März 2014

Schulpflicht „Alles, was wir jemals wollten“

Jahrelanger Asylkampf mit glücklichem Ausgang

Dossierbild

In einem erstaunlichen Widerspruch zur Asylpolitik der Obama-Regierung erlaubte das US-Amt für Heimatschutz (Department of Homeland Security) aus Deutschland geflohenen Hausunterrichtern zu bleiben.

Uwe und Hannelore Romeike aus Bissingen werden doch nicht mitsamt ihren Kindern abgeschoben. Einen Tag nach einem Beschluss des Obersten Gerichtshofes, der Familie definitiv kein Asyl zu gewähren, informierte das Bundesamt für Innere Sicherheit ihre Anwälte mündlich darüber, dass die Familie unbegrenzt in den USA bleiben dürfe.

Dies gab jetzt die amerikanische Rechtsschutzorganisation HSLDA (Homeschool Legal Defense Organisation) bekannt. Romeikes, die seit 2008 in Amerika Zuflucht vor dem deutschen Schulzwang suchen, wurden in der ganzen Zeit von HSLDA rechtlich vertreten. „Wir sind froh”, äußerte sich Uwe Romeike in einer HSLDA-eigenen Publikation, „dass wir unbegrenztes Bleiberecht haben, auch wenn wir nicht so bald die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten werden. Ich danke Gott für seine segnende und schützende Hand über unserer Familie.” Romeike dankte auch der amerikanischen Regierung, in den USA bleiben zu dürfen: „Unsere Kinder im Frieden zuhause zu unterrichten ist alles, was wir jemals wollten.”

Tags zuvor noch hatte der Oberste Gerichtshof Romeikes Einspruch gegen einen bereits abgelehnten Asylantrag verworfen. Es war dies die letzte Rechtsinstanz im Tauziehen um das Bleiberecht der Familie, der in ihrer deutschen Heimat ein Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder droht. Der Fall Romeike sorgte international für großes Aufsehen, versah er doch die menschenrechtliche Situation in Deutschland mit einem deutlichen Fragezeichen. Nach der höchstrichterlichen Entscheidung war in deutschen Medien mit einem triumphierenden Unterton vom „Scheitern der Schulverweigerer” die Rede.

Überraschende Wende nach völliger Niederlage

In den USA dagegen schlug die ablehnende Entscheidung des Obersten Gerichts hohe Wellen der Solidarität – mit dem Anliegen der Familie. Der Rundfunk- und TV-Sender Fox News berichtete von über einer Million Zugriffen auf seine Nachrichtenseite zum Fall der Romeikes – innerhalb von nur 24 Stunden. Eine Petition an das Weiße Haus hatte schon im April 2013 Hunderttausende von Bürgern mobilisiert, sich bei Barack Obama für den Verbleib von Romeikes in den USA auszusprechen. Die nun endgültig erscheinende Abschiebung der deutschen Hausunterrichter wirkte wie ein Affront gegen uramerikanisches Freiheitsverständnis.

In einer ersten Stellungnahme deutete HSLDA-Anwalt Michael Donnelly die überraschende Entscheidung des mächtigen Heimatschutz-Amtes als Reaktion auf die fortgesetzte Verfolgung von Hausunterricht in Deutschland: „Wie könnte unser Land diese friedliebende Familie zurückschicken, um sie durch strafrechtliche Verfolgung und den Verlust der eigenen Kinder zerstören zu lassen?”  Dies jedoch sind Dinge, die Eltern in Deutschland gewärtigen müssen, sollten sie den Selbstunterricht ihrer Kinder einem Schulgebäude vorziehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Der Blaue Brief.


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