10. März 2014

Hungerhilfe Mit Feindbildern auf der Jagd nach Spendern

Spielen Sie nicht mit den Emotionen von Menschen!

Nicht nur die Hilfsorganisation Brot für die Welt versucht potentiellen Spendern immer wieder weiszumachen, dass Finanzspekulationen mit Agrarrohstoffen zu Hunger und Armut von Menschen führen. Auch andere NGOs haben in der Vergangenheit in dasselbe Horn geblasen. Das Problem an dieser nicht aus der Welt zu schaffenden Behauptung ist jedoch, dass derlei Probleme theoretisch unplausibel und empirisch nicht nachweisbar sind. Vor knapp zwei Jahren hatte eine Studie des Leibnitz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) mit Hilfe eines wissenschaftlichen Literaturüberblicks gezeigt, dass Finanzspekulationen mit Agrarprodukten weder das Niveau noch die Variabilität der Agrargüterpreise hatte ansteigen lassen. Ganz im Gegenteil würden solche Geschäfte häufig gerade getätigt um angebots- und nachfragebedingte Preisrisiken für die Marktakteure zu reduzieren, was wesentlich zur Vereinfachung der Angebotsbedingungen beiträgt. Demnach würden Finanzspekulationen Angebot und Wettbewerb in der Landwirtschaft sogar stärken. Doch mit solchen Überlegungen lassen sich auf der Jagd nach freigiebigen Spendern keine Emotionen gewinnen, ohne ein Feindbild ist das Mitleid mit den vermeintlichen Opfern offenbar nicht groß genug. Brot für die Welt sollte sich stattdessen ein Beispiel an ihrer Schwesterorganisation der Kindernothilfe nehmen und mit Bildung dazu beitragen, dass sich auch in Deutschland etwas ändert. Aufklärung über die wahren Ursachen von Nahrungsmittelknappheit, mangelnde Einkommensrechte, Rechtsunsicherheit, fehlende Infrastruktur und dysfunktionelle Agrarmärkte, statt Propaganda gegen wichtige Akteure der internationalen Agrarwirtschaft wäre ein guter Anfang.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts.


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