27. März 2014

Mia san mia Gleichheit in allen Bereichen

Der FC Bayern München verstößt konsequent dagegen

Da lese ich gerade in der Tageszeitung von einem weiteren Erfolg des FC Bayern. Und an einem Zeitungskommentar hierzu zeigt sich nur allzu deutlich der Werteverfall durch die angestrebte Gleichheit in allen Bereichen der Gesellschaft. Das, was hier über den FC-Bayern steht, war ja sinngemäß einige Wochen zuvor auch schon über die deutsche Wirtschaft und deren Exportüberschuss geschrieben worden.

Zeigte in der Vergangenheit jemand eine konstante und außerordentlich gute Leistung, so wurde er dafür gelobt, geachtet, bewundert und verehrt. Irgendwann kippt jedoch auch heute noch diese positive Sichtweise um in Neid und Verachtung und man neigt dazu, das eigene Nicht-ganz-so-Spitze-sein dem Besten in die Schuhe zu schieben, weil man gegen den ja sowieso keine Chance hätte. Um selbst etwas besser zu scheinen, verlegt man sich zusätzlich darauf, den anderen schlechtzumachen und kleinzureden, Fehler an seiner Leistung zu suchen und diese Leistung zu relativieren.

Man redet nicht mehr von einer dauerhaften und konstant guten Leistung. Man ignoriert, dass da andauerndes Bemühen um jeden einzelnen kleinen Teilerfolg und Fleiß und nachhaltige Motivation dahinter stehen müssen. Nein, man prügelt da lieber auf die deutsche Wirtschaft und auf ganz Deutschland ein, weil sie mit ihrer überlegenen Leistung alle anderen benachteilige, diffamiere, diskreditiere und diskriminiere.

Im Falle des FC Bayern schreibt man hier von einem Fade- und Langweiligwerden der Szene, weil immer nur dieselbe Mannschaft mehr Tore schieße und die Pokale einfahre. Man schreibt eine „schädliche Dominanz“ herbei und formuliert eine „frappierende Überlegenheit“. Man sympathisiert schon mal lieber mit dem Zweitbesten und allen anderen darunter, die endlich auch einmal nach oben kommen müssten. Gleichheit in allen Bereichen ist die Devise der neuen Gesellschaft. Und der FC Bayern verstößt konsequent dagegen.


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Autor

Thomas Rühl

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