09. April 2014

Kryptowährungen Als Geschäftsmann wenig erfolgreich

Die Tragik hinter eMunie

Markus Bohl leistet Pionierarbeit. Zwar gibt es schon einige Autoren, welche sich mit Kryptowährungen beschäftigen. Sie achten dabei aber eher auf technische Spezifikationen. Dies steht bei Bohl eher im Hintergrund. Ihm geht es schlicht darum, auf diesem neuen „Neuen Markt“ Geld zu verdienen. Mit Mehrwert für ef-Leser. Denn an dieser Stelle gibt er regelmäßig Hinweise auf Handelsstrategien und sein eigenes Anlageverhalten.

Warum habe ich denn so lange nichts über das vielversprechende Projekt eMunie geschrieben? Ganz einfach: Es gab nichts zu schreiben. Der Open-Beta-Test ist wirklich ein Trauerspiel. Bereits seit Anfang Februar versucht Dan Hughes hier ein sauberes Open-Beta zu liefern und immer wieder musste die Zeitleiste nach hinten verschoben werden. Die erste Version war furchtbar verbuggt. Ich hatte sie Mitte Februar getestet und weder das Faucet funktionierte oder der Mining-Prozess („Hatchen“ genannt). Ich habe nicht darüber geschrieben, weil ich nicht weiter auf eMunie herumhacken wollte und zudem eine schnelle Behebung der Probleme versprochen wurde. Seitdem wird der Zeitplan für den nächsten Open-Beta-Test wöchentlich um eine Woche verschoben. Genau wie ich Dan Hughes immer eingeschätzt habe: Ein genialer Programmierer, ein Autodidakt, sicher eine Koryphäe seiner Arbeit. Aber kein Teamplayer. Er will das Ding alleine durchziehen, dabei verkennt er, dass sich der Wind an den Krypto-Märkten gedreht hat. Die Zeit der One-Man-Shows ist vorbei, die Szene hat wenig Zeit und Geduld. Man investiert gutes Geld und erwartet dafür eine professionelle Arbeit. Hätte er eMunie Ende November an den Markt gebracht, wäre er jetzt Multimillionär. Nun hat er den Großteil seiner Community verloren und das Interesse der übrigen Krypto-Szene hält sich auch deutlich in Grenzen. Auf der Internetseite von Bitcointalk war eMunie bis Ende 2013 die große Hoffnung, jetzt findet es kaum noch Erwähnung. Es ist bereits vor dem Start ein Relikt der Vergangenheit.

Wie will Dan Hughes mit seiner One-Man-Show Innovationen integrieren? Bei anderen Krypto-Projekten arbeitet ein ganzer Stab fähiger Entwickler an neuen Features. Hughes will immer alles selber machen. Und das führt dann zu diesen unglaublichen Verzögerungen und Bugs. Dazu kamen die internen Querelen und die Rechtsformänderung. Bitte nicht falsch verstehen: Ich werde eMunie eine faire Chance geben und die Beta-Version erneut testen, wenn es denn mal fertig ist. Aber mein Gefühl ist einfach, dass Dan Hughes nicht in der Lage ist, zeitnah das Ding weiter voran zu bringen. Der dezentrale Marktplatz wird ja vorerst zu Beginn keine Rolle spielen. Wie will eMunie dann aber den Rückstand zu anderen 2.0-Kryptowährungen aufholen, welche diese Funktion in Kürze einbauen werden? Dan droht zu einem Nikola Tesla der Kryptowährungen zu werden: Genial, aber als Geschäftsmann nicht sonderlich erfolgreich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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