10. April 2014

„taz“ gegen Pirinçci Lupenreiner linker Rassismus

Auf den Spuren Lenins gegen den „nützlichen Idioten“

Dossierbild

Seit Tagen verfolge ich, nach genussvoller Lektüre von Pirinçcis Bestseller, die leitmedialen Krampfanfälle, die den verzweifelten Versuch begleiten, mit diesem Buch zurande zu kommen. Am Dienstag hat die „taz“ endlich eine vermeintliche Lösung gefunden.

Man hat ja schon oft von rechten Verschwörungstheorien gehört. Nun basteln sich die Linken auch welche. Unter dem Titel „Ein nützlicher Idiot“ kommt die „taz“ zum Schluss, dass Pirinçci sich „politisch erfahrenen Rechten“ angedient hat, zu denen sie einmal Thomas Hoof, den Inhaber des Manuscriptum-Verlags zählt („kein verwirrter Kleinverleger, sondern ein reicher Mann“, schreibt die „taz“, als wären alle Kleinverleger verwirrt und Reiche per se schlecht – in linker Logik sind sie das ja). Ferner gehören zu den rechten Verschwörern André F. Lichtschlag, der das angeblich rechtslibertäre Magazin „eigentümlich frei“ herausgibt und Andreas Lombard, dessen Verbrechen es ist, von der angeblich rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ einen Preis bekommen zu haben. Diese Leute haben also den Autor brutal für ihre verwerflichen Zwecke ausgenützt, ohne dass er es merkt.

Während die „taz“ sich selbstverständlich als „links“ versteht und nichts dabei findet, „links“ zu sein, oder das vielmehr in äußerster Bescheidenheit für extrem gut hält, sind für sie „rechte“ Publikationsorgane und Publizisten automatisch und fraglos komplett inakzeptabel. Dieses Etikett soll wie ein Schandmal wirken und jede Diskussion beenden. Warum eigentlich? Pirinçcis Ansatz, dass ihm solche von Linken angehängten Etikette vollkommen egal sind, könnte ein heilsames Ergebnis zeitigen. Eine gesunde politische Kultur muss auch „rechte“ Positionen kennen, die im medialen Diskurs nicht einfach mit „Nazi-Parolen“ gleichgesetzt und weggewischt werden dürfen.

Der Begriff des „nützlichen Idioten“ wiederum stammt aus der Mottenkiste des guten alten Wladimir Iljitsch Lenin, passt also zu der einwandfrei demokratischen, progressiven und emanzipatorisch wirkenden „taz“ wie der Arsch auf den Eimer, um in Pirinçcis Jargon zu bleiben. Er war auf die Steigbügelhalter der Diktatur des Proletariats gemünzt, die nach vollendeter Machtergreifung beseitigt, das heißt ermordet werden sollten. Politisch unkorrekt würde man das so sagen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. In diesem Bild ist also der nützliche Idiot Pirinçci der Mohr.

Es fällt der „taz“ gar nicht auf vor lauter rechthaberischer Besoffenheit, dass sie dem blöden Türken Pirinçci nicht zutraut, selbständig zu denken. Er ist nur eine hilflose Funktion böser rechter Verschwörer, die ihn wie eine Marionette lenken. Lenin hat die Idioten, die gegen ihre eigenen Interessen handelten, verachtet. Pirinçci handelt aber sicher in seinem Interesse, er muss nicht von einem linken Blatt paternalistisch auf seine Interessen hingewiesen werden, die er als doofer Ausländer angeblich nicht erkennen kann. Denn für die „taz“ ist er immer noch kein richtiger Deutscher, da kann er machen was er will. Die „taz“ verachtet Ausländer im Grunde, sie hält sie für unfähig, selbständig zu denken und zu handeln. Mit anderen Worten: Es handelt sich hier um lupenreinen linken Rassismus.


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