02. Mai 2014

Pikettys falsche Ökonomie Die Reichen besteuern?

Nicht der Kapitalismus verursacht Umverteilung nach oben, sondern Inflation

Ludwig von Mises war der Meinung, dass die Zivilisation untergehen und scheitern würde, wenn Intellektuelle die korrekten ökonomischen Grundsätze weder verstehen noch den Massen lehren würden. Und zwar, weil die Zivilisation von gesellschaftlicher Kooperation und Koordination abhängig ist, die wiederum durch freie Märkte, nicht-inflationäres Geld und Eigentumsrechten ermöglicht wird. Von Mises hatte recht. Leider werden die heutigen Intellektuellen im großen und ganzen entweder durch die Nomenklatura vereinnahmt oder sie gehören selbst zur Nomenklatura. Eine große Anzahl Ökonomen hat ein Interesse daran, falsche ökonomische Konzepte zu vermitteln. Infolgedessen gerät die Zivilisation zusammen mit der Wirtschaft ins Straucheln. Die traurige Tatsache ist, dass man jede Menge Kommentare findet, die behaupten, dass der Kapitalismus gescheitert ist und dass die Besteuerung der Vermögen der Reichen eine Lösung und der Weg zu einer gesunden Wirtschaft ist.

Ein Beispiel ist die Popularität eines Buches und die Zuneigung, die ihm geschenkt wird; eines Buches, das vom französischen Ökonomen Thomas Piketty geschrieben wurde. Seit er im Kapitalismus angeblich einen tödlichen Fehler gefunden hat und behauptet, ein Heilmittel zu haben – globale Vermögenssteuern –, wird er von Linksliberalen, Progressiven und Sozialisten gefeiert, oder von all jenen, die von Wirtschaft noch nie die geringste Ahnung hatten. Im Jahr 2008 hat Zoran Balac eine Analyse der Pikettyschen Sorge um die Wohlstandsverteilung aus Sicht der Österreichischen Schule der Ökonomie geschrieben, Link siehe unten. Balac findet Beweise zur Unterstützung der von von Mises und Rothbard zum Ausdruck gebrachten Ansicht, dass Inflation die Umverteilung des Wohlstands nach oben verursacht. Weitere Diskussion und Beweise dieses Faktors finden Sie im ebenfalls unten verlinkten Artikel von Tyler Durden. Eine vernünftigere Erklärung des Wohlstandes als in der Ökonomie Pikettys finden Sie bei George Reisman, ebenfalls siehe unten.

Um Pikettys erhöhte Sorge um die Einkommensverteilung und seine Steuervorschläge zu verstehen, ist es hilfreich zu wissen, dass er 2007 den sozialistischen Kandidaten unterstützt hat und Berichten zufolge „enge Verbindungen zur französischen sozialistischen Partei unterhält“.

Staatliche Wirtschaftspolitik ist von A bis Z eine entsetzliche Katastrophe. Fortwährend macht der Staat Bomben scharf und wirft sie nacheinander auf einen Teil der Wirtschaft nach dem anderen. Sich auf die Einkommensverteilung als noch mehr Wasser auf die Mühlen der Politiker zu konzentrieren ist der reine Irrsinn. Einkommensverteilung ist das Ergebnis von Faktoren, die zu zahlreich sind um sie zu nennen, geschweige denn zu kontrollieren. Einer davon ist Erfolg oder Misserfolg bei der Schaffung von Wohlstand. Es gibt absolut keinen Grund zu glauben, dass der Staat bessere Ergebnisse schaffen kann als die Marktwirtschaft. Zu diesen Ergebnissen zählen freiwillige Vermögenstransfers und wohltätige Spenden. Alles spricht dafür, dass durch staatliche Eingriffe die Anreize pervers entstellt werden, so wie schon bei vielen Versuchen des Staates, die Armut zu beenden.

Es gibt zwei Hauptarten von Menschen, die dem Irrsinn anhängen, man solle versuchen, die Verteilung des Wohlstandes zu kontrollieren. Erstens die Ignoranten. Das sind jene, die die negativen Auswirkungen ausgedehnter Staatseingriffe in diese oder jene wirtschaftliche Angelegenheit nicht verstehen. Die zweite Gruppe sind diejenigen, die durch solche Eingriffe einen Nutzen erwarten, weil dies mit ihrer Einbildung, ihrer Ideologie, ihrer Religion, ihrem Streben nach Macht, ihrem Einfluss, ihrer Popularität, ihrem Wohlstand oder ihren Chancen auf Wiederwahl in Einklang steht. Dazu gehören die Politiker. Dazu gehören jene der Nomenklatura, die davon profitieren, dass sie die Architekten, Versorger, Berater, Forscher, Berichterstatter, Ökonomen und Verwalter dieser Maßnahmen sind.

Jeder der so tut als wisse er, wie das Vermögen einer Gruppe von Menschen neu zu verteilen sei, um damit eine bessere Situation zu schaffen, anstatt die Natur ihr Werk verrichten zu lassen, sollte darüber nachdenken, wie gut er das unter seinen eigenen Geschwistern oder unter all den blutsverwandten oder angeheirateten Kindern und Alten in seiner Familie tun könnte. Die Vermögensungleichheiten und -unterschiede innerhalb dieser ziemlich kleinen Gruppe werden weitaus größer sein, als man annehmen würde.

Die Schwierigkeit, die man hätte, wenn man die Macht hätte, den Wohlstand unter den Mitgliedern dieser Gruppe im vermeintlichen Versuch zu verteilen, das Glück zu vermehren oder wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln, sollte einen Bescheidenheit lehren.

Informationen: 

Zoran Balac: Monetary Inflation’s Effect on Wealth Inequalitiy – An Austrian Analysis

New York Sun: Piketty’s Gold

George Reisman: Smith, Marx and Piketty

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 25.4.2014 auf dem Blog von LewRockwell.com unter dem Titel: „Tax the Rich?“ veröffentlicht und von Robert Grözinger für ef-online übersetzt.


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Autor

Michael S. Rozeff

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