20. Mai 2014

Marktkommentar Perfekte Trendwende an den wichtigsten Aktienmärkten

Phase der Topbildung leitet die Baisse ein - Stellen Sie sich auf fallende Kurse ein

Am Donnerstagvormittag letzter Woche stieg der Dax auf 9.810 Punkte und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Die Freude der Bullen währte allerdings nicht lange, denn der Index legte kurz darauf den Rückwärtsgang ein und beendete den Tag sogar im Minus. Charttechnisch zeigt der DAX jetzt ein wohl geformtes potentielles Doppeltop, dessen zweiter Hochpunkt gerade einmal 16 Punkte oder 0,16 Prozent über dem bisherigen Hoch liegt, das im Januar dieses Jahres geformt wurde. Aus technischer Sicht war die am Donnerstag vollzogene Trendwende geradezu perfekt, um das Ende der Hausse einzuleiten, die im März 2009 begonnen hat.

Der Weltleitindex S&P 500 stieg bereits zwei Tage zuvor, also am Dienstag dieser Woche, auf ein Allzeithoch von 1.902 Punkten. Auch hier war die Freude der Bullen von ähnlich kurzer Dauer, und das alte Hoch wurde ebenfalls nur marginal, das heißt um fünf Punkte oder 0,26 Prozent, überschritten.

Bereits Anfang März erreichte der Nasdaq Composite Index sein Jahreshoch von 4.372 Punkten. Aktuell notiert er 7,5 Prozent tiefer, und auf dem Chart zeigt sich ein geradezu lehrbuchartiges Bild einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

Schließlich stieg der japanische Nikkei 225 Index noch früher, nämlich Ende Dezember 2013, auf sein zyklisches Hoch. Mit 16.320 Zählern übertraf er sein bereits vor einem Jahr markiertes Zwischenhoch gerade einmal um 2,4 Prozent. Er notiert im Moment bereits 13 Prozent tiefer, und auch sein Chart zeigt eine ausgeprägte potentielle Topformation.

Prozess der Topbildung ist bereits in vollem Gange - Die Tage der Hausse sind gezählt

Das Ende einer Aktienhausse ist gewöhnlich kein Ereignis, sondern ein Prozess. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – beispielsweise die spektakulären Crashs der Jahre 1929 und 1987 – durchlaufen die Aktienmärkte am Ende einer Hausse eine relativ langwierige Phase der Topbildung.

Diese Phase dauert gewöhnlich mehrere Monate, und die Kurse bewegen sich dabei in einer Spanne von etwa 10 Prozent. Dax, Nasdaq Composite und Nikkei Index erfüllen diese beiden Bedingungen bereits. Der S&P 500 müsste dazu noch knapp 7 Prozent fallen. Dann würde auch er eine ähnlich klare Topformation bilden wie sie bei dem interessanten und wichtigen Index-Trio bereits klar erkennbar ist.

Die im Moment vorhandene Divergenz zwischen dem Verlauf des S&P 500 und den drei anderen genannten Indizes ist übrigens durchaus charakteristisch für die Phase der Topbildung. Verschiedene Indizes, Sektoren und Einzelaktien erreichen ihre jeweiligen Hochpunkte nicht alle zur gleichen Zeit, sondern nacheinander. Die einen etwas früher, und die andern etwas später als der Weltleitindex. Letzterer zeigt sich aber gewöhnlich eher träge, weil er von konservativen Blue Chips dominiert wird. Deshalb gehört er häufig zu den letzten Indizes, die eine zyklische Trendwende vollziehen. Dasselbe Muster zeigt sich übrigens auch innerhalb Deutschlands, wo der MDax zurzeit rund vier Prozent unter seinem im Januar erreichten Hoch notiert.

Diese drei Punkte vervollständigen das extrem bearishe Gesamtbild

1. Die Hausse, die im März 2009 begonnen hat, ist inzwischen fünf Jahre alt. Damit gehört sie zu den längsten zyklische Haussen im Rahmen langfristiger Abwärtstrends. Nur die Hausse von 2003 bis 2007 war mit 63 Monaten noch etwas länger. Im Durchschnitt dauern solche Bullenmärkte übrigens nur 26 Monate, und die Kursgewinne belaufen sich auf 85 Prozent gemessen am S&P 500. Die aktuelle Hausse hat diese Marken weit hinter sich gelassen. Sie befindet sich also längst im Greisenalter.

2. Gleichzeitig sind die Aktienmärkte fundamental drastisch überbewertet. Und nahezu alle Sentiment- und Risikoindikatoren zeigen euphorisches beziehungsweise extrem sorgloses Anlegerverhalten.

3. Hinzu kommt die geldpolitische Wende in den USA, die bereits Ende vorigen Jahres eingeleitet wurde. Deren drastisch unterschätzte Bedeutung, die Sie unbedingt kennen sollten, habe ich ausführlich in der Mai-Ausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren analysiert.

Die in meinem heutigen Artikel thematisierten wohlproportionierten Topformationen wichtiger Indizes weltweit passen perfekt zu diesem extrem bearishen Gesamtbild. Sie entstehen typischerweise in der Endphase einer Hausse und signalisieren den baldigen Beginn der nächsten Baisse. Eine durchschnittliche Baisse dauert übrigens 19 Monate, und der Kursrückgang beträgt im Durchschnitt 39 Prozent.

Handeln Sie jetzt bevor es zu spät ist

Es ist also höchste Zeit, sich schon jetzt richtig zu positionieren, denn es könnte schon bald zu spät sein.

Weitere Analysen und Anlagehinweise finden Sie in Claus Vogts Börsenbrief Krisensicher Investieren.


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