03. Juni 2014

Marktkommentar Das Sprungbrett bleibt intakt

Goldpreis fällt auf 1.250 Dollar pro Unze

Vorige Woche habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass der ADX-Index des Goldpreises einen Extremwert erreicht habe und damit eine größere Kursbewegung signalisiere. Außerdem nannte ich Ihnen die Gründe, warum ich mit einer Kursbewegung nach oben rechnete. Teil eins dieser Prognose hat sich mittlerweile als richtig erwiesen, Teil eins hingegen als falsch.

Tatsächlich hat der Goldpreis inzwischen nämlich eine größere Kursbewegung von immerhin 3,5 Prozent innerhalb von drei Tagen vollzogen. Allerdings war es keine Aufwärtsbewegung, wie von mir erwartet, sondern ein Kursrückgang. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie dieser Kursrückgang im größeren Bild interpretiert werden muss.

Verantwortungslose Politik macht Goldbesitz unverzichtbar

Aus fundamentaler Sicht hat sich für Gold natürlich nichts zum Schlechteren gewendet – im Gegenteil. Die kurzsichtige und verantwortungslose Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre wird in großem Stil fortgesetzt. So hat EZB-Chef Draghi gerade erst eine weitere geldpolitische Lockerung seiner ohnehin schon seit Jahren ultra-expansiven Geldpolitik in Aussicht gestellt. Damit sorgt er dafür, dass auch europäische Regierungen weiterhin ungestraft über ihre Verhältnisse leben können. Und maroden Großbanken und bankrotten Staaten wird auf Kosten der Steuerzahler die Konkursverschleppung ermöglicht und erlaubt.

Nichts deutet gegenwärtig darauf hin, dass sich an dieser Politik etwas ändern wird – jedenfalls nicht freiwillig. Deshalb ist Gold als strategische Versicherung gegen die früher oder später eintretenden verheerenden Folgen dieser Politik unverzichtbar.

Diese strategische Positionierung ist allerdings völlig unabhängig davon zu sehen, ob der Goldpreis steigt oder fällt. Sie ist in Zeiten einer höchst riskanten und experimentellen Geldpolitik, die allen traditionellen Erkenntnissen der Geldtheorie ebenso widerspricht wie den bisherigen Erfahrungen mit dem Drucken von Geld schlicht und einfach ein Muss. Sie ist ein notwendiger Depotbestandteil für jeden vorausschauend und verantwortungsvoll handelnden Anleger, der sein finanzielles Überleben auch für den Fall von Bankenpleiten und Staatsbankrotten sicherstellen möchte.

Charttechnisch zurück im Niemandsland

Wie aber steht es nach dem jüngsten Kursrückgang mit den kurz- und mittelfristigen Aussichten für Gold?

Der Goldpreis ist unter die Unterstützungslinie gefallen und damit auch unter das Zwischentief der vergangenen Wochen. Dieses Zwischentief befindet sich bei 1.268 Dollar. Gestern erreichte der Goldpreis ein Tagestief von 1.251 Dollar, also 1,3 Prozent tiefer.

Ob es sich dabei um eine Impulsbewegung handelt, die den Auftakt für weitere Kursrückgänge bildet, lässt sich heute noch nicht sagen. Denn die Unterstützungszone, deren oberen Bereich der Goldpreis in den vergangenen Wochen mehrmals getestet hat, ist bei etwa 1.250 Dollar am massivsten. Zusätzlich verläuft hier die 62 Prozent-Fibonacci-Unterstützung. Noch ist charttechnisch gesehen also nichts Entscheidendes passiert.

Bodenformation weiterhin intakt

Die nächste Unterstützungslinie verläuft bei knapp 1.200 Dollar, also rund vier Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Erst mit einem Ausbruch unter diese sehr wichtige Linie würde sich das charttechnische Bild drastisch eintrüben. Durch den jüngsten Kursrückgang hat lediglich das kurzfristig sehr bullishe Chartbild, das sich seit Anfang des Jahres schrittweise entwickelt hatte, einen herben Rückschlag erlitten. Das große Bild einer mächtigen Bodenformation, die als Sprungbrett der nächsten zyklischen Hausse dient, bleibt davon aber unberührt.

Weitere Analysen und Anlagehinweise finden Sie in Claus Vogts Börsenbrief Krisensicher Investieren.


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