03. Juni 2014

ABS-Aufkäufe Jahrelanges Dummgeblubber

EZB wird Bad Bank der Großbanken

Manche Dinge wie etwa Kreditverbriefungen (ABS) sind zugleich öde und verdammt relevant. „Öde“, weil x-mal durchgekaut und in ihrer strukturellen Intransparenz und unheilbaren Schädlichkeit erkannt seit 2007, als diese finanziellen Massenvernichtungswaffen die seitdem permanent anhaltende Finanzkrise auslösten. „Verdammt relevant“ deshalb, weil wir im Falle der nun von der EZB geplanten Wiederbelebung der Kreditverbriefungen von fortgesetzten Rechtsbrüchen in besonders schwerem, billionenschwerem Fall sprechen.

Betrachten wir zu den neuesten EZB-Planungen zunächst diesen in Gänze lesenswerten Artikel von Martin Stephan („Wirtschaft im Visier“): „EZB plant Rückkehr der Asset Backed Securities“. Martin Stephan umschreibt dabei den einzigen Zweck der perversen ABS-Reanimierung – jedes anderslautende Geblubber der Draghi-EZB von wegen „Kreditvergabe in die Realwirtschaft zwecks Förderung des realwirtschaftlichen Wachstums“ ist dabei Täuschung, Schall und Rauch: „Auf der Seite der Geschäfts- bzw. Investmentbanken werden die neuen ABS große Freude auslösen. Diese Banken werden sofort in ihren Bilanzen nach tief vergrabenen Altlasten suchen, fündig werden, diese verbriefen und dann über den Umweg ‚Markt‘ an die EZB verticken – zu Fantasiepreisen an befreundete oder extra dafür geschaffene institutionelle Kapitalsammelstellen. Diese lassen etwas Zeit vergehen und dienen die ABS dann der EZB an, die von da an als Inhaber das Risiko des Investments übernimmt.“

Perversion eines „Marktes“: So ein „Markt“ ist ein Bereicherungsschema ohne Risiko für „gleichere“, auserwählte Zocker- und Betrugsbanken des NWO-Clubs. Wieder einmal erleben wir den für die Normalsterblichen superteuren „Sozialismus à la carte“ zugunsten dieser Banken: Sozialisierung der Verluste via EZB, Privatisierung der Gewinne bei den privaten Banken.

Bereits vor fünf Jahren schrieb ich in „Der Verbriefungs-Vampir lebt“ über die schon damals (als ABS so kurz nach Lehman, Fannie Mae, Freddie Mac et cetera sogar bei Warren Buffett noch Teufelszeug war – heute schweigt er leider dazu) unfassbar verrückte Wiederbelebung dieses Marktes. Der damalige Proponent war nicht die EZB, sondern der IWF – aber es ist eh alles derselbe Club: „Der IWF ist der Ansicht, dass die Verbriefung ‚viele Vorteile‘ habe. ‚Grundsätzlich fördert das die wirtschaftliche Aktivität und bringt die Wirtschaft auf einen höheren Wachstumspfad‘, heißt es in dem IWF-Bericht.

Man kommt sich vor wie in all den Jahren zwischen etwa 1997 und Sommer 2007. Wörtlich das selbe Dummgeblubber, das durch die Realität mittlerweile derart widerlegt ist, dass man die Worte den IWF-Berichteschreibern in den Mund zurückstopfen sollte. Darum für die Langsamen nochmals zum Mitschreiben: Jede Verbriefung (zer)stört die direkte Kenntnis und Beziehung zwischen Gläubiger und Schuldner. Damit wird ein solches Konstrukt per Definition intransparent und im Billionen-Maßstab unweigerlich unbeherrschbar. Der IWF will Feuer mit Benzin (Papiergeld) und Brandbeschleuniger (Verbriefungen) löschen.“

Nun reanimiert Draghi also den Verbriefungs-Vampir erneut. Der vermutlich schon sehr bald auch umgesetzte Vorschlag, diese ABS-Papiere aus dem „Primär-ABS-Markt“ dann EZB-seitig im „Sekundärmarkt“ (und damit vorgeblich legal) von den Banken des Elite-Clubs zu erwerben, ist purste Planwirtschaft mittels willkürlich-ungleicher Markteingriffe. Und ist zudem (wie etwa der Rechtsdozent Gunnar Beck heute in einem Gastbeitrag in der Print-„SZ“ wieder einmal feststellt) ein glatter Verstoß wahlweise gegen Artikel 125 AEUV („EU-Nichtbeistands-Gebot“) oder Artikel 127 dieser EU-Verfassung („Geldwertstabilitäts-Gebot“). Wie künstlich der mit dem einzigen Ziel der Vermeidung direkter Schrottankäufe durch die Notenbanken geheuchelte „Sekundärmarkt“ ist, lesen Sie gerne nach in diesem Uralt-Blog „30 Minuten bis zur Monetisierung“. Ohne diesen Kunstgriff wäre sonst auch noch nicht nur der Geist, sondern sogar der Wortlaut des Artikel 123 AEUV („Verbot monetärer Staatsfinanzierung“) verletzt – zumindest soweit in den ABS-Paketen neben toxischen Unternehmensanleihen vollpolitisierter Schrottunternehmen auch Staatsanleihen der PIFGS mit verwurstet sind, wovon man natürlich ausgehen kann. Gunnar Becks Fazit von heute: „Draghis weitere Lockerung der Geldpolitik durch OMT oder ABS-Aufkäufe ist ohne weitere Rechtsbrüche nicht möglich.“

Auch das Print-„Handelsblatt“ thematisiert in seiner Titelgeschichte von heute („Das Billionen-Risiko“) scheinbar dieses Mega-Problem. Leider ist der dann folgende zweiseitige Leitartikel jedoch keine überfällige Anklage gegen die rechtsbrüchige und Beihilfe zur Bilanzsäuberung der Geschäftsbanken auf Kosten der Steuerzahler leistende EZB. Vielmehr vernebelt der ganze „HB“-Artikel just diese zwingende Schlussfolgerung zugunsten einer Forderung nach (was sonst) … „mehr Regulierung der Finanzmärkte“, womit aber eben wie immer nicht die EZB als größter und vorsätzlichster Betrüger gemeint ist. Diese größte aller kriminellen Organisationen in Europa soll ganz im Gegenteil auch noch der Garant der Regulierung sein! Dabei wird die EZB hier nur eines: die Bad Bank der Großbanken! Es ist einmal wieder nicht zum Aushalten, auf welchem Niveau uns der Mainstream intellektuell veräppelt.

Zudem jubelt das HB geradezu darüber, dass es nun endlich wieder ein „Markt“-Interesse an den Bilanzleichen der Banken gebe („Wenn Banken ihre Lasten loswerden wollen, stehen die Hedge-Fonds-Käufer Schlange!“); sagt dann aber nicht dazu, dass diese höchst intransparenten Pakete von den noch intransparenteren Hedge-Fonds auf Grand Cayman nur deshalb gekauft werden, weil ihnen diese unmittelbar danach (dann natürlich ohne Erwähnung im „Handelsblatt“) von der EZB zu Phantasiepreisen nahe nominal abgenommen werden. Bei einem Kaufpreis von zum Beispiel 30 Prozent von nominal und einer sicheren Weiterreichung an die EZB einen Monat später zu 90 Prozent machen diese „genialen“ Hedge-Fonds locker einen risikolosen Profit von annualisiert mehreren Tausend Prozent! Dieses Spiel läuft per ESM/EZB heimlich und ohne jede Entdeckungs- beziehungsweise Sanktionierungsmöglichkeit eh bereits seit mindestens zwei Jahren. Nun macht Draghi diese bisherige Verschwörungs-Theorie also sozusagen „offiziell“ und damit zur Verschwörungs-Realität. Doch damit der Aufkauf von Schrott zu Lasten der Steuerzahler und zu Gunsten der monetär-sozialistischen Welt-Großbanken-Nomenklatura nicht ganz so offensichtlich ist, werden wieder die schon 2007 bewährten „Paketierungen“ herangezogen. Mit Hilfe dieser Schrottpapiere konnte man schon damals nicht nur der deutschen Öffentlichkeit, sondern auch etwa den darüber zusammengebrochenen HREs und Landesbanken betrügerisch eine Werthaltigkeit vorgaukeln.

All das wird leider im „Handelsblatt“-Titel nicht erwähnt. Statt dessen leiten die Schreiberlinge aus dem korrekt erkannten „Billionen-Risiko“ ausgerechnet die Forderung nach „mehr Transparenz“ und „mehr Regulierung“ ausgerechnet durch die obersten Falschgeld-Betrüger der EZB ab. Archivieren sollten wir zu Dokumentationszwecken auch unbedingt die Worte der vom „HB“ interviewten BaFin-Chefin König: Nach ihrem billigen Hauptstatement „Es muss mehr Transparenz geben“ sagt die Dame ernsthaft: „Diese Verbriefungen von (toxischen) Krediten (durch offen bilanzierende Geschäfts-Banken, gekauft dann von HFs und Schattenbanken) sind nicht per se schlecht. … Ich bin sehr zufrieden, dass wir uns in einer Phase befinden, in der die Banken die Geschäfte, von denen sie sich verabschiedet haben, (via Schattenbanken und EZB dann auf Kosten der steuerzahlenden Menschen) verkaufen können. Im Moment habe ich nicht den Eindruck, dass sich das Risiko substanziell ändert“. Korrupter Dümmer geht´s nimmer. Die gute Frau König muss sich eventuell auch eines Tages um besseren Personenschutz bemühen, den aus gutem Grund der genauso politisch weisungsgebundene Generalbundesanwalt gerade erst bekommen hat, nachdem seine Weigerung, die real existierende Vollüberwachung von 80 Millionen Deutschen nicht einmal anzuklagen, einige Leute gründlich aufgeregt hat – übrigens nicht nur die „Linksradikalen“.

Fazit: Die monetäre Planwirtschaft gegen die Menschen nähert sich langsam dem Höhepunkt ihrer globalen Macht. Zentren dieser Planwirtschaft sind die Quellen der Geldschöpfung, die Zentralbanken. Jurist Gunnar Beck schreibt zurecht dazu: „Mit dem Aufkauf verbriefter Unternehmenskredite würde die EZB direkt ((und nun sogar offiziell) Anmerkung des Verfassers) in die Unternehmensfinanzierung einsteigen. Die ist in Marktwirtschaften Angelegenheit der Kapitalmärkte und der Kreditwirtschaft: die Finanzierungskosten der Unternehmen sollen sich aus dem allgemeinen Marktzins und dem individuellen Risikoaufschlag ergeben.“

Tja, leider gilt dies nur für echte, auf freiem Willen beruhende Marktwirtschaften mit freier Geldwahl freier Menschen, die wir seit dem Zeitalter „moderner“ planwirtschaftlich-willkürlich monetisierender und regulierender Zentralbanken nicht mehr haben. Die Vollpolitisierte Ökonomie droht jede Freiheit der Menschen zunehmend abzuschaffen – kaschiert nur mühsam durch Lügen gekaufter Medien, Umerziehung der Menschen, Brot und Spiele – immer und ausschließlich finanziert mit dem Geldschöpfungsgewinn des aus dem Nichts geschöpften heutigen Falschgelds.

Es ist kein Zufall, dass etwa die „Deutsche Wirtschafts-Nachrichten“ inzwischen wie heute titeln (wobei sie leider wie so oft die ebenso Falschgeld-finanzierten angelsächsischen Gesellschaften vergessen): „Brot, Spiele und Lügen: Die EU taumelt in Richtung Untergang – Europa erlebt Zerfallserscheinungen, die an den Niedergang der Republik im Alten Rom erinnern. Die EU und die Nationalstaaten brechen Recht und Gesetz. Den Bürgern werden Brot und Spiele geboten. Rom ist an dieser Entwicklung zerbrochen. Die EU könnte ein ähnliches Schicksal ereilen.“

Ceterum Censeo: „Trocknet die Quelle aus!“: Schafft die Zentralbanken ab. Freiheit der Geldwahl ist Freiheit für die Menschen!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Goldseitenblog.


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