14. Juli 2014

Gleichmacherei Einspruch, Herr Professorin!

Die grotesken Auswüchse der Frauenförderung

„Nachwuchswissenschaftlerinnen brauchen Vorbilder und Perspektiven für ihre Karriere, sonst gehen sie den Hochschulen verloren“

Johanna Wanka (CDU)

Genau genommen möchte Frau Wanka uns hier mitteilen, dass die ersten Frauen, die Medizin studiert haben, das nicht aus eigenem Antrieb tun wollten, sondern weil sie ein weibliches Vorbild hatten. Und dass eine werdende Astrophysikerin nur Astrophysik zu Ende studieren würde, wenn sie ein weibliches Vorbild hätte. Dass eine Frau sich auch an einem Mann orientieren könnte, scheint unserer Bildungsministerin gar nicht erst in den Sinn zu kommen.

Doch genau so lautet ihre Begründung für die Weiterführung des Professorinnenprogramms, die von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern beschlossen wurde. Eben jenes Professorinnenprogramm wird die Steuerzahler in den nächsten fünf Jahren erneut 150 Millionen Euro kosten.

Das Problem ist hier nicht, dass die Universitäten gefördert werden, sondern dass diese erzieherische Maßnahme mitunter recht groteske Züge annimmt.

So zum Beispiel an der Humboldt-Universität Berlin, wo der Höchstqualifizierte für eine Berufung ein Mann war, die Professorenstelle dann aber doch nicht vergeben wurde, wohlgemerkt weder an einen Mann noch an eine Frau, weil diese Professur mit  dem „Ziel der Förderung der Chancengleichheit von Frauen“ verbunden war.  Für die HU Berlin scheint dieses Ziel wohl nur erreichbar, wenn eine Frau die bestplazierte Bewerberin ist.

Es kann nicht angehen, dass Männer, die offensichtlich und anerkannterweise die besseren Qualifikationen besitzen als ihre weiblichen Mitbewerber, nicht eingestellt werden, nur weil sie Männer sind.

Das ist Diskriminierung par excellence und hat nichts, aber auch gar nichts mit Gleichstellung zu tun, sondern mit einer alleinigen Besserstellung der Frau, die genauso diskriminierend ist wie die Nicht-Immatrikulation von Frauen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Frauen hatten damals nur mit Ausnahmegenehmigung die Möglichkeit, als Gasthörerinnen die Universität zu besuchen. Und trotz abgeschlossenen Staatsexamens in Medizin wurde beispielsweise Hope Bridges Adams Lehmann die Approbation in Deutschland verweigert.

Dass wir auf demselben Weg, nur in umgekehrter Richtung, sind, sollte nach diesem Beispiel klar sein.

Männer und Frauen müssen vor dem Gesetz gleich und gleichberechtigt sein, sie sind aber nicht immer gleich hoch qualifiziert oder haben, was wahrscheinlicher ist, nicht dieselben Ziele im Leben. Weshalb sollte eine hochqualifizierte Frau einen mittelmäßig bezahlten Job an einer Universität annehmen, wenn sie in der freien Wirtschaft doch viel mehr verdienen könnte?

Diese Unterschiede mit oben genannten Maßnahmen oder gar Frauenquoten bei börsennotierten Unternehmen ausgleichen zu wollen, ist ungefähr so absurd, wie einer Frau fünf Euro anzubieten, damit sie ein Pissoir benutzt.

Wir bewegen uns momentan auf eine Gesellschaft zu, die nicht die Frauen, sondern die Männer diskriminiert, und das kann und darf in einer Gesellschaft, die angeblich die Gleichberechtigung von Mann und Frau anstrebt, nicht sein!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Töchter der Freiheit.


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