16. Juli 2014

Initiative Das Modell der freien Entscheidung

Eine freiheitliche Alternative zu unserem bestehenden Staatensystem

Lange Zeit habe ich mir überlegt, ob es denn überhaupt eine Regierungsform gibt, die gerechter ist als die Demokratie. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, eine solche Alternative zu finden, und musste letztendlich feststellen, dass eine Regierung, die alleinige Macht besitzt, niemals gerecht sein kann.

Dann wurde mir plötzlich klar, dass sich für die Menschheit nie etwas grundlegend ändern kann, solange Staaten existieren, deren Gesetzen alle Menschen unterliegen und aus denen keiner entfliehen kann, um ein freies, unabhängiges und eigenständiges Leben außerhalb der Gesellschaft zu führen. Solange sich daran nichts ändert, wird es immer Personen geben, die ganze Massen systematisch unterdrücken, ausbeuten und um ihre menschlichen Grundrechte bringen.

Im „Modell der freien Entscheidung“ soll der Staat aber nicht gänzlich abgeschafft werden. Vielmehr soll er als „Rechtehüter“ und Beschützer der Menschen in Form eines „Minimalstaats“ bestehen bleiben, sich auf seine wesentlichen Aufgaben beschränken und den geeigneten Rahmen für eine freiheitliche Fortentwicklung der menschlichen Gesellschaft schaffen.

Warum den Staat nicht komplett abschaffen? Ich denke die Menschheit ist noch nicht weit genug in ihrer Entwicklung, um ganz ohne eine gewisse Grundordnung ein friedliches und freiheitliches Miteinander zu ermöglichen. Denn eine solche Gesellschaft kann nur auf einem sehr hohen moralischen und geistigen Bewusstseinsgrad fußen, der in meinen Augen noch lange nicht erreicht ist.

„Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.“ Dieses Zitat von Immanuel Kant könnte für den Staat als Grundsatz für seine Verfassung dienen. Das Grundgesetz soll reduziert werden auf alle wirklich wichtigen Gesetze, die verhindern sollen, dass ein Mensch in die Rechte eines anderen eingreifen kann. Auch unserer Umwelt sollten bestimmte Rechte zugesprochen werden. Alles darüber hinaus ist aber nicht Aufgabe des Staates!

Trotzdem soll es möglich sein, dass Menschen sich einem Herrscher unterstellen oder einer geregelten Gesellschaft anschließen können. Aber nur auf freiwilliger Basis und nicht erzwungen. Nicht jeder hat genügend Selbstverantwortung, um seinen Alltag völlig eigenständig in die Hand zu nehmen. Viele Menschen sind „Schafe“, die einen „Hirten“ benötigen, der ihnen zu ihren Zielen verhelfen kann. Welchem Hirten oder welcher Herde sie sich anschließen, sollen sie aber selbst entscheiden können.

Wir Menschen haben alle verschiedene Interessen. Allein in körperlichen Voraussetzungen, durch individuelle Erziehung, verschiedene Lebensräume und Bekanntenkreise und über äußere und innere Beeinflussungen aller Art unterscheidet sich jeder Mensch vom anderen. Damit sich jeder so frei wie nur irgend möglich entfalten kann, bedarf es einer Vielfalt an Möglichkeiten. Natürlich zwingen uns bestimmte Voraussetzungen dazu, dass wir uns den Umständen anpassen müssen. Aber einige Umstände können wir sehr wohl auch an unsere Voraussetzungen anpassen. Und dazu gehört meines Erachtens in erster Linie auch die Gesellschaft.

Wenn mal wieder Wahl ist und wir als Volk bestimmen sollen, von wem wir denn am liebsten in den  nächsten vier Jahren regiert werden möchten, treten gleich mehrere Probleme auf, die uns von einer Entwicklung zur freiheitlichen Gesellschaft massiv abhalten. Zum einen wäre da das Phänomen des „kleineren Übels“. Wenn einem keine der zur Wahl stehenden Parteien zusagt, glauben viele Menschen, es sei das Beste, den Umkehrschluss anzuwenden und die Partei zu wählen, die sich am wenigsten gegen die eigenen Interessen stellt. Damit ist aber bereits bewiesen, dass die herrschende sogenannte Demokratie ein reiner Trugschluss ist. Denn mit einer „Herrschaft des Volkes“ hat eine solche Unfreiheit rein gar nichts zu tun.

Zum anderen sollten wir uns einmal die Frage stellen, ob es überhaupt wirklich so gerecht ist, wenn die Mehrheit über die Minderheit herrscht, wie es uns immer wieder weisgemacht wird. Es ist eben immer noch Unterdrückung, also aus menschenrechtlicher Sicht falsch!

Im „Modell der freien Entscheidung“ soll jede Interessengruppe die Möglichkeit haben, ihre eigene Gesellschaftsordnung unter sich zu vereinbaren. Es soll alles möglich sein, wenn dabei nicht in das Grundgesetz und in die Rechte der Menschen eingegriffen wird. Auch wirtschaftliche Freiheit soll ermöglicht werden, indem jedes gesetzlich vorgeschriebene Zahlungsmittel abgeschafft wird und jeder Mensch die freie Wahl hat, mit welchem Tauschmittel er handeln möchte. Innerhalb einer jeden Gesellschaftsordnung kann natürlich weiterhin ein gesetzliches Zahlungsmittel vorgeschrieben sein, mit dem jedes Mitglied der jeweiligen Gesellschaft bezahlen muss. Der Unterschied zum heutigen Staat ist aber der, dass alle zu jeder Zeit aussteigen können.

Auf diese Weise könnten beispielsweise Sozialismus, Kapitalismus, Monarchie und Anarchie gleichzeitig existieren, ohne dass irgendjemand zu einer dieser Ausrichtungen gezwungen wird oder einem Herrscher dienen muss. Über die Grundgesetze könnte mit direkter Demokratie abgestimmt werden – eine Methode, die an dieser Stelle angebracht scheint, zumal es sich um die Rechte aller Menschen handelt.

Genauere Ausführungen zu diesem Thema sind auf meinem Blog zu finden (siehe Link).

Link:

Modell der freien Entscheidung


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Autor

Sebastian von Pückler

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