11. August 2014

Buchmarkt Amazon punktet mit unternehmerischem Know-how

Konkurrenz senkt die Preise

In einer freien Gesellschaft steht es einem privaten Marktteilnehmer frei, zu diskriminieren, wen er möchte. Die Entscheidung, an wen ich verkaufe und von wem ich kaufe, ist ein unabdingbarer Teil der Freiheit.

In einem n-tv-Bericht über den Konflikt zwischen Verlagen und Amazon um die Preisgestaltung und Verfügbarkeit von E-Books wird im letzten Abschnitt eine essentielle Tatsache geschildert. Bisher wurde Amazon als der problematische Akteur im Streit dargestellt. Nun deutet sich an, dass es um unternehmerisches Kalkül für eine bessere Bedienung der Kunden im Wettbewerb geht, um Gewinnsteigerung nicht zuletzt für die Autoren, und der Verlag Hachette im Konflikt nicht kooperiert hat.

Bei n-tv heißt es: „Amazon konterte den Vorstoß der Schriftsteller mit einem eigenen offenen Brief. Darin heißt es unter anderem, Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe. ‚Bücher konkurrieren mit mobilen Spielen, Fernsehen, Filmen, Facebook, Blogs, kostenlosen Nachrichten-Websites und mehr.‘“

Hier zeigt sich, wer der erfolgreiche Unternehmer auf der Höhe der Zeit ist und warum das so ist.

Der Bericht fährt fort: „Das Unternehmen verwies auch erneut auf frühere Berechnungen, wonach mit niedrigeren E-Book-Preisen wie 9,99 Dollar viel mehr Bücher verkauft würden als etwa bei 14,99 Dollar, so dass Schriftsteller und Verlage am Ende sogar mehr verdienen würden. Amazon verteidigte auch den massiven Druck auf Hachette. Der Verlag habe in den Verhandlungen drei Monate lang gemauert und sich erst zähneknirschend mit den Amazon-Argumenten auseinandergesetzt, ‚als wir Maßnahmen ergriffen, den Verkauf ihrer Titel in unserem Store zu reduzieren‘. Amazon habe vorgeschlagen, für die Dauer des Streits gemeinsam die Einbußen der Autoren auszugleichen – Hachette habe dies aber abgelehnt.“

Die Artikel-Überschrift „Autoren protestieren gegen Preisdrückerei“ sollte besser lauten: „Amazon entkräftet Brandbrief von 909 Autoren“ – gegebenenfalls mit dem Zusatz: „mit unternehmerischen Know-how“.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Forum Ordnungspolitik.


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