26. August 2014

Marktkommentar Geduld wird sich mannigfaltig auszahlen

Alle fundamentalen Argumente sprechen für Gold

Der Verlauf des Goldpreises hat es den wenigen Goldbullen, die es derzeit gibt, in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gerade leicht gemacht. Denn jedem positiven technischen Signal folgte die Enttäuschung auf dem Fuß. Diese ist aber niemals groß genug ausgefallen, um das insgesamt bullishe Bild einer mächtigen Bodenbildung zu zerstören. Und das macht Mut.

Aus fundamentaler Sicht ist die Sache ja ganz simpel: Mit Gold schützen Sie sich verlässlich vor den unausweichlichen Folgen der völlig verantwortungslosen laxen Geld- und Staatsschuldenpolitik. Diesen Schutz werden Sie in einer maßlos überschuldeten Welt früher oder später dringend brauchen, wenn Sie das Endspiel der Europäischen Währungsunion und des übergeordneten US-Dollar-Weltwährungssystems unbeschadet überstehen wollen. In der am Dienstag erscheinenden Septemberausgabe von „Krisensicher Investieren“ widmen wir uns unter anderem den neuesten spannenden Entwicklungen, mit denen China auf leisen Sohlen die Ablösung des US-Dollar-basierten Weltwährungssystems vorantreibt.

Aber wie das so ist mit Anlageentscheidungen, die auf strategischen und fundamentalen Überlegungen basieren: Es kann durchaus länger dauern, bis sich das entsprechende Szenario entfaltet. Wie die Krisen der Vergangenheit immer wieder gezeigt haben, geht dann aber plötzlich alles sehr, sehr schnell. Zu schnell, um zu diesem Zeitpunkt noch angemessen reagieren zu können. Deshalb müssen Sie sich frühzeitig positionieren, um im entscheidenden Moment nicht unter die Räder zu kommen.

„Chinesische Tropfenfolter“: Seitwärts schon seit einem Jahr

Schon seit rund einem Jahr geht es mit den Kursen seitwärts. Eigentlich harmlos, sollte man meinen. Aber die menschliche Psyche funktioniert wohl anders. In meiner langjährigen Tätigkeit in Banken und als Vermögensverwalter habe ich jedenfalls den Eindruck gewonnen, dass es für die meisten Anleger nichts Schlimmeres gibt als die Folter einer langgezogenen Seitwärtsbewegung.

Vermutlich ist es das sich ständig abwechselnde Hoffen und Bangen, das die Menschen so zermürbt. Gewöhnlich schätzen sie nämlich klare Verhältnisse und hassen Unsicherheit. Insofern können sie mit schnellen, aber sicheren Verlusten besser umgehen als mit der Unsicherheit einer langen Seitwärtsbewegung.

Seit seinem Absturz von in der Spitze 1.920 Dollar pro Unze auf 1.180 Dollar pendelt der Goldpreis mit kleiner werdender Amplitude um die Zone von 1.270 bis 1.320 Dollar. Dabei wurden Trendlinien und gleitende Durchschnittslinien zunächst überschritten und anschließend wieder gebrochen. Was zunächst wie ein Ausbruch nach oben aussah, wurde kurz darauf durch fallende Kurse wieder negiert. Und was die Bären als Ausbruch nach unten interpretierten, wurde mit einem erneuten charttechnischen Ausbruch nach oben beantwortet, zuletzt Ende Juni, als der Goldpreis in einer dynamischen Bewegung gleich drei Widerstandslinien auf einmal überwand. Danach ging es noch rund drei Wochen nach oben, bevor die Kurse wieder zurückfielen. Der anschließende Test der nunmehr zur Unterstützung gewordenen Zone zwischen 1.270 und 1.300 Dollar diente geradezu lehrbuchartig als Sprungbrett für die nächste Rallye, die kurz darauf aber schnell wieder „verhungerte“. 

Denn von hier aus ging es erneut bergab. Am Donnerstag erreichten die Kurse ein Tief von 1.272 Dollar. Damit sind sie leicht unter die 200-Tage-Durchschnittslinie und die obere der beiden Abwärtstrendlinien gefallen. Bis hierher ist die Welt aus charttechnischer Sicht noch in Ordnung. Allerdings hängt der Goldpreis auf diesem Niveau schon wieder am seidenen Faden. Viel tiefer darf es von hier aus nicht gehen. Andernfalls würde das Kaufsignal von Ende Juni negiert. In diesem Fall wäre erneut eine neutrale „Die-Bodenbildung-geht-weiter-Haltung“ angeraten. Noch ist es allerdings nicht so weit. Und neben den oben erwähnten fundamentalen Argumenten gibt es auch technische Indikatoren und Interpretationen, die für einen steigenden Goldpreis sprechen.

ADX-Indikator kündigt große Kursbewegung an

Den ADX-Indikator habe ich an dieser Stelle bereits vor einigen Wochen erwähnt. Wie Sie im unteren Drittel meines Goldcharts sehen, notiert dieser Indikator auf einem extrem niedrigen Niveau, und das bereits seit rund vier Monaten. Ohne auf die Details dieses Indikators eingehen zu wollen, signalisiert er in dieser Konstellation eine bald beginnende starke Kursbewegung. Allerdings sagt er nichts über deren Richtung aus!

Um zu entscheiden, ob diese Bewegung nach unten oder nach oben stattfinden wird, bedarf es also weiterer Überlegungen.

Weitere Analysen und Anlagehinweise finden Sie in Claus Vogts Börsenbrief „Krisensicher Investieren“.


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